Nachfolge von Annette Schavan Ursula Münch wird Hochschulrätin

Ursula Münch ist neue Hochschulrätin der LMU.

(Foto: Frank Leonhardt/dpa)

Um ihre Vorgängerin gab es heftigen Streit - doch bei der Nominierung von Ursula Münch für den Hochschulrat herrschte Einigkeit. Nun hat der Senat der LMU die Politikprofessorin zur Nachfolgerin von Annette Schavan gewählt.

Von Sebastian Krass

Die Ludwig-Maximilians-Universität hat die Nachfolge von Annette Schavan im Hochschulrat geregelt: Die Politikwissenschaftlerin Ursula Münch ist neues Mitglied im obersten Aufsichts- und Entscheidungsgremium der Universität. Der Senat folgte dem Vorschlag von Uni-Präsident Bernd Huber einstimmig. Die Neuwahl war nötig geworden, weil die erst im Oktober 2013 als Hochschulrätin angetretene Schavan im April 2014 zurücktrat.

Auslöser dafür war, dass das Verwaltungsgericht Düsseldorf den Entzug von Schavans Doktortitel durch die dortige Universität bestätigte. Schon die Berufung der CDU-Bundestagsabgeordneten und ehemaligen Bundesbildungsministerin hatte in Teilen der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) heftige Proteste ausgelöst: Die Kritiker sahen die akademische Glaubwürdigkeit der LMU beschädigt, wenn im Hochschulrat eine Person sitzt, gegen die ein massiver Plagiatsverdacht besteht - deswegen war sie auch vom Ministeramt zurückgetreten, gegen den Titelentzug aber klagte sie.

Konsens bei der Nominierung

Man müsse Schavans Erfahrung und Verdienste als Hochschulpolitikerin vom Plagiatsverdacht trennen, argumentierte Huber. Nach Schavans Niederlage vor Gericht und dem Rückzug aus dem Hochschulrat erklärte er: "Im Nachhinein" sei die von ihm initiierte und vom Senat abgenickte Berufung Schavans "ein Fehler" gewesen.

Fakultäten zwingen Schavan zum Rücktritt

Nach monatelanger Diskussion entscheidet ein Votum der Fakultäten: Die 18 Dekane der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität haben Annette Schavan zum Rücktritt aus dem Hochschulrat bewegt. Was bleibt, ist ein Imageschaden für Schavan, für Präsident Huber - und für die ganze Uni. Von Sebastian Krass mehr ...

Die Personalie Münch dürfte keinen Widerstand auslösen. Die 53-Jährige hat seit 1999 an der Universität der Bundeswehr in Neubiberg eine Professur für Innenpolitik und Vergleichende Regierungslehre inne. Im November 2011 wurde Münch dort beurlaubt, weil sie die Leitung der Akademie für politische Bildung in Tutzing übernahm. Münch war auch lange Jahre Angehörige der LMU: Sie studierte und promovierte am dortigen Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft und war von 1996 bis 1999 Vertretungsprofessorin.

"Ich kenne sie persönlich und schätze sie", sagt LMU-Präsident Huber. Bevor er Münch offiziell vorschlug, führte Huber interne Sondierungsgespräche: "Dabei waren alle sehr angetan", sagt er. Münch erfüllt mehrere Kriterien: Sie kommt aus den Sozial- und Geisteswissenschaften, hat langjährige Erfahrung im Hochschulbetrieb, und sie ist eine Frau. "Es war mir wichtig, dass wir im Hochschulrat einen Frauenanteil von mindestens 25 Prozent haben", sagt Huber. Ein mögliches Defizit bleibt nach Schavans Rückzug aber bestehen: Im LMU-Hochschulrat, der 20 Mitglieder umfasst, sitzen keine Vertreter aus der Parteipolitik.