Von Von Birgit Lutz-Temsch

Am 20. Juli riss das Seil eines Bungee-Springers an der Dortmunder Sprunganlage der Jochen Schweizer GmbH, der junge Mann verunglückte tödlich. Genau drei Wochen danach will der Unternehmer den Sprungbetrieb in München wieder aufnehmen.

Die Anlage an der Ruder-Regattastrecke in Oberschleißheim soll am Sonntag wieder geöffnet werden. Nach dem tragischen Unfall am Dortmunder Florianturm hatte Jochen Schweizer, Geschäftsführer der gleichnamigen Event- und Kommunikationsagentur in Unterhaching, den Sprungbetrieb auf eigene Veranlassung an allen weiteren Bungeeanlagen eingestellt.

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Warum es zu dem Unfall in Dortmund kam, ist weiter unklar. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sind noch nicht abgeschlossen.

Nach dem Unfall überprüfte der Betreiber selbst die in den anderen Sprunganlagen ständig eingesetzten Bungeeseil-Typen. Hierzu wurden die sogenannten Bungeeseil-Köpfe von auf der Münchner Regattastrecke, dem Fernsehturm Wien und dem Staudamm Klaus verwendeten Seilen geöffnet und auf Beschädigungen überprüft. Laut der Jochen Schweizer GmbH waren sie einwandfrei.

Dehnbegrenzer nicht vorgeschrieben

In den USA werden Bungee-Seile verwendet, in die ein Überdehnschutz eingebaut ist - ein in das Gummiseil wellenartig eingeflochtenes, leicht elastisches Gewebeband (ähnlich einem Bergseil), das sich beim Sprung mit der normalen Dehnung des Gummis streckt. Dieses Band würde bei übermässiger Dehnung des Gummiseiles seine voreingestellte maximale Länge erreichen und dann den Dehnverlauf stoppen.

Ein solcher Schutz ist in Deutschland nicht vorgeschrieben. Jochen Schweizer bestätigte im Gespräch mit der SZ, dass diese Vorrichtung den Tod des Mannes verhindert hätte.

Ohne Wasser ab jetzt Dehnschutz

Deswegen, informierte die Jochen Schweizer GmbH, würden an Anlagen, an denen mit einem hohen unteren Umkehrpunkt über Boden gesprungen wird, künftig Seile mit Dehnbegrenzer eingesetzt. Hier bestünde beim theoretischen Seilabriss ein Absturzrisiko aus großer Höhe.

An Bungeeanlagen, an denen über Wasser gesprungen wird, würden keine Veränderungen vorgenommen. Der Punkt, an dem ein Seil reißen würde, müsste zwangsläufig der Punkt der größten Dehnung sein - und in diesem Moment sei der Springer sehr nah an der Wasseroberfläche.

Oberschleißheim erste Bungee-Station Deutschlands

Die Bungee-Station an der Regattaanlage Oberschleißheim ist seit 1990 in regelmässigem Betrieb. Sie war die erste stationäre Bungeeanlage in Deutschland, und einer der Ausgangspunkte des modernen Bungeespringens weltweit. Im Vergleich zu Dortmund, wo aus 152 Metern Höhe abgesprungen wird, wird in München von einem Kran aus einer relativ niedrigen Höhe von 50 Metern und über Wasser gesprungen.

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