Von Susi Wimmer, Dominik Hutter und Bernd Kastner

Während die CSU zusätzliches Wachpersonal im Untergrund fordert, warnt die Polizei vor "Hysterie".

Die Taktik der Polizei, mit Videos der Gewalttaten in Münchner U-Bahnen massiv an die Öffentlichkeit zu gehen, zeigt ungeahnte Wirkung: Nach Diskussionen über Abschiebung ausländischer Täter und ein schärferes Jugendstrafrecht geht es jetzt auch darum, wie sicher der öffentliche Nahverkehr überhaupt noch ist.

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Schon fordert die Münchner CSU mehr Aufsichtspersonal im Untergrund. "Wir wollen keine Hysterie schüren", heißt es aber bei der Polizei. "Unsere U-Bahnen sind sicher."

Heftiger Widerspruch zur offiziellen Polizeihaltung kam am Montag von der Gewerkschaft der Polizei (GdP): Da es anders als früher kaum noch Aufsichtspersonal mehr gebe, würden Bus-, U-Bahn- und Tramfahrten "immer mehr zu einem Albtraum".

Der GdP-Vorsitzende Konrad Freiberg fordert daher die Verkehrsbetriebe auf, mehr Personal einzusetzen. Es sei "unverständlich", dass zwar "Heerscharen von Fahrkartenkontrolleuren" unterwegs seien, die Fahrgäste aber nicht vor Überfällen geschützt werden könnten. Die CSU-Stadtratfraktion forderte sogar, in sämtlichen U-Bahn-Zügen einen Angestellten der U-Bahnwache mitfahren zu lassen.

Die MVG wies die Vorwürfe zurück. Man habe die U-Bahnwache erst jüngst um 20Prozent aufgestockt. Um alle Züge zu bewachen, seien - bei Beibehaltung der Zweier-Streifen - je Schicht 164 Leute notwendig.

Die U-Bahnwache hat derzeit 104 Wachleute, demnächst sollen es 124 sein. Grünen-Fraktionschef Siegfried Benker kritisierte die CSU, der es nur um Wahlkampf gehen. Sie tue so, "als ob die sichere Münchner U-Bahn ein Vorortzug in der New Yorker Bronx wäre".

Vier Übergriffe innerhalb von zwei Wochen - eine Häufung, "über die man nur spekulieren kann", sagt Christian Schmidt-Sommerfeld, Leiter der Staatsanwaltschaft München I. Der Oberstaatsanwalt mutmaßt, die Gewalttaten könnten mit den Weihnachtsfeiertagen in Zusammenhang stehen. "Viele freie Tage und der Weihnachtskonsum, der auf der Seite der sozial Schwachen ganz anders erlebt wird." Und der Alkohol, sagt Schmidt-Sommerfeld, habe wohl in allen Fällen eine Rolle gespielt.

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