Während die CSU zusätzliches Wachpersonal im Untergrund fordert, warnt die Polizei vor "Hysterie".
Die Taktik der Polizei, mit Videos der Gewalttaten in Münchner U-Bahnen massiv an die Öffentlichkeit zu gehen, zeigt ungeahnte Wirkung: Nach Diskussionen über Abschiebung ausländischer Täter und ein schärferes Jugendstrafrecht geht es jetzt auch darum, wie sicher der öffentliche Nahverkehr überhaupt noch ist.
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Schon fordert die Münchner CSU mehr Aufsichtspersonal im Untergrund. "Wir wollen keine Hysterie schüren", heißt es aber bei der Polizei. "Unsere U-Bahnen sind sicher."
Heftiger Widerspruch zur offiziellen Polizeihaltung kam am Montag von der Gewerkschaft der Polizei (GdP): Da es anders als früher kaum noch Aufsichtspersonal mehr gebe, würden Bus-, U-Bahn- und Tramfahrten "immer mehr zu einem Albtraum".
Der GdP-Vorsitzende Konrad Freiberg fordert daher die Verkehrsbetriebe auf, mehr Personal einzusetzen. Es sei "unverständlich", dass zwar "Heerscharen von Fahrkartenkontrolleuren" unterwegs seien, die Fahrgäste aber nicht vor Überfällen geschützt werden könnten. Die CSU-Stadtratfraktion forderte sogar, in sämtlichen U-Bahn-Zügen einen Angestellten der U-Bahnwache mitfahren zu lassen.
Die MVG wies die Vorwürfe zurück. Man habe die U-Bahnwache erst jüngst um 20Prozent aufgestockt. Um alle Züge zu bewachen, seien - bei Beibehaltung der Zweier-Streifen - je Schicht 164 Leute notwendig.
Die U-Bahnwache hat derzeit 104 Wachleute, demnächst sollen es 124 sein. Grünen-Fraktionschef Siegfried Benker kritisierte die CSU, der es nur um Wahlkampf gehen. Sie tue so, "als ob die sichere Münchner U-Bahn ein Vorortzug in der New Yorker Bronx wäre".
Vier Übergriffe innerhalb von zwei Wochen - eine Häufung, "über die man nur spekulieren kann", sagt Christian Schmidt-Sommerfeld, Leiter der Staatsanwaltschaft München I. Der Oberstaatsanwalt mutmaßt, die Gewalttaten könnten mit den Weihnachtsfeiertagen in Zusammenhang stehen. "Viele freie Tage und der Weihnachtskonsum, der auf der Seite der sozial Schwachen ganz anders erlebt wird." Und der Alkohol, sagt Schmidt-Sommerfeld, habe wohl in allen Fällen eine Rolle gespielt.
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Die neueste Antwort
Wenn man in Neuperlach-Zentrum abends aussteigen muss oder Dülferstr. - es gibt für 9.90 Euro CS-Gas - sehr wirksam - 2 Meter Radius. In alten Ruhrpott-Kampfzeiten wohl erprobt. Gerade für Frauen empfehlenswert, die nicht XY-Fälle werden wollen...
Äh, auf welcher Welt lebt der GDP-Vorsitzende? Ist er in den letzten Jahren überhaupt mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren? Dann würde er erstens wissen, dass man teilweise monatelang fahren kann, ohne einem einzigen Kontrolleur zu begegnen, und dass zweitens U-Bahnfahren kein Alptraum ist. Es liegt natürlich im Interesse der Polizeigewerkschaft, die Hysterie zu schüren und überall mehr Überwachung zu fordern, aber das ist dann doch etwas arg durchsichtig...
Meiner Meinung nach ist das ein in erster Linie von der Presse und der öffentlichen Meinung produziertes Phänomen. Der erste Vorfall mit dem brutal zusammengeschlagenen Rentner, der danach in Lebensgefahr schwebte, war wirklich außergewöhnlich und bedauerlich, aber seitdem wird über jede einzelne Schlägerei in der U-Bahn haarklein berichtet. Davon gab's davor auch genug, nur wurden sie nicht so breitgetreten.
Das Preis/Ticket-System in München mag für Auswärtige und Seltenfahrer schwer zu durchschauen sein. Dafür ist unser Verkehrsnetz, trotz der jüngsten Vorkommnisse, sehr sicher und pünktlich. Jedenfalls im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten und erst recht im internationalen Vergleich, auch wenn die neue U-Bahn in Istanbul noch sicherer und gut bewacht ist.
Auch gegen 16-Jährige, die illegal einreisen und dann mehrfach auffällig werden, u.a. wg. räuberischer Erpressung, ist übertriebene Rücksicht nicht angemessen.
16-Jährige, die im Orient aufgewachsen sind, kann man nicht mit den gleichaltrigen halben Kindern bei uns vergleichen. Die Anwendung des Jugendstrafrechts wird zwar nicht nur vom Alter abhängig gemacht, greift aber bei diesem Alter immer. Daher sollte das mögliche Strafmaß voll ausgeschöpft werden, mit anschließender Abschiebung. Eine sofortige Abschiebung käme einem Freispruch gleich, denn der Bursche ist dann wahrscheinlich in einer Woche wieder im Land. Ich würde gerne wissen, ob verschärfte Aufsicht, zum Schutz der Mitgefangenen, in der Jugendhaft angeordnet werden kann. Die wäre notwendig.
Den überlasteten Gerichten ist es wahrscheinlich zuzuschreiben, dass ein räuberischer Erpresser (Schulkindern wahrscheinlich Geld und/oder Kleidung abgenommen?) frei herumläuft und in seinem Tun nicht gestoppt wird, weil man einen noch Minderjährigen nicht in U-Haft stecken will oder kann.
Wenn ich sehe, wie oft Strafzettel wegen des Überschreitens roter Ampeln oder dem Radfahren ohne Licht vergeben werden, bekomme ich den Eindruck, dass die Münchener Polizei nicht gerade überbeschäftigt ist....
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