Nach den Terroranschlägen in der britischen Hauptstadt herrscht auf dem Flughafen München "business as usual".
Einen Tag nach den Anschlägen in London herrscht am Flughafen München "business as usual". Etliche Passagiere befinden sich am Freitag am Check-In von Lufthansa und British Airways, um in die britische Hauptstadt zu fliegen.
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Darunter sind drei Engländerinnen, die in München Kurzurlaub gemacht haben. "Wir haben uns große Sorgen um unsere Freunde und Verwandten gemacht", sagt eine der drei jungen Frauen. "Wir haben gezittert bis wir erfahren haben, dass bei uns zu Hause alles in Ordnung ist", schildert die 23-Jährige ihre Situation.
"Davon dürfen wir uns nicht einschüchtern lassen"
Bei Gesprächen unter den Passagieren sind oft die Stichworte Blair, G 8, Olympische Spiele und Irak zu hören. Die Menschen in der Schlange von Flug LH 4765 diskutieren über die Ereignisse in London.
Ein älterer Mann sagt: "Davon dürfen wir uns nicht einschüchtern lassen." Die Dame neben ihm nickt. "Wir haben den Flug nach London seit langem geplant", betont sie.
"Um den Passagieren ein Gefühl der Sicherheit zu geben, haben wir mehr Polizei als üblich im Einsatz", sagt Flughafen-Sprecher Robert Wilhelm. Ansonsten herrsche Routine. "Freitags ist immer mehr Flugverkehr", sagt Wilhelm. "Doch es verläuft alles ganz normal."
Aufregung wegen eines roten Koffers
Nach Angaben des Sprechers haben Flüge von und nach England schon lange die gleiche Sicherheitsstufe wie Flüge von und in die USA. "Die Passagiere müssen die Schuhe ausziehen und auch kleinste Nadeln oder ähnliche Gegenstände abgeben", sagt Wilhelm.
Dies sei seit dem Irak-Krieg "Routine". Dieses Verfahren werde nach den Vorfällen in London "selbstverständlich" beibehalten.
Etwas Nervosität kommt in der Warteschlange auf, als über einen Lautsprecher eine Dame auffordert wird, den "roten Koffer, der am Ausgang C abgestellt wurde, sofort abzuholen". Doch nach kurzer Zeit hat sich die Aufregung bereits wieder gelegt.
Mulmiges Gefühl beim Check-In
Gedränge herrscht am Schalter von British Airways. Viele Menschen stehen Schlange, einige haben eine Menge Gepäck dabei. Die drei Damen, die am Schalter jeweils auf Deutsch oder Englisch den Passagieren Auskunft geben, sind stark beschäftigt.
Auf die Frage, ob es viele Umbuchungen oder Stornierungen gebe, winkt eine der drei Frauen ab. "Keine Auskunft", sagt sie freundlich, aber bestimmt.
Beim Check-In der Lufthansa steht eine dreiköpfige Familie aus München in der Schlange. Etwas mulmig sei ihr, sagt die kleine Tochter und drückt sich an die Mutter. "Wegen den Terroristen", fügt diese hinzu.
Der Vater betont, die Familie habe sich lange auf das verlängerte Wochenende in London gefreut. Man wolle dort Freunde besuchen und shoppen gehen. Natürlich werde man die Innenstadt meiden. Aber den Spaß an dem Familientrip wolle man sich nicht nehmen lassen.
Kaum Umbuchungen oder Stornierungen
Ein Lufthansa-Sprecher sagt auf Anfrage, alle Flüge nach London vom 7. und 8. Juli hätten kostenlos umgebucht werden können. "Aber wir hatten kaum Stornierungen oder Umbuchungen zu verzeichnen", betont er.
Auch seien die Sicherheitsvorkehrungen nicht extra verstärkt worden. "Diese sind seit dem Irak-Krieg ohnehin schon sehr hoch", fügt der Sprecher hinzu.
Eine Jugendgruppe sitzt in der Nähe des Check-In und unterhält sich über London und die Anschläge. Viele von ihnen fliegen das erste Mal nach England. "Ein bisschen nervös bin ich schon", sagt die 14-jährige Melinda und fügt hinzu: "Aber ich werde in London trotzdem mit der U-Bahn fahren."
(ddp/Manuela Gotthartsleitner)
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