Bisher sind die Fahrgastzahlen stabil, doch die MVG stellt sich auf finanziell schwierige Zeiten ein. Es wird Einschnitte im Nahverkehr geben.
Bei der MVG richtet man sich auf klamme Zeiten ein: Der jüngste Tarifabschluss, der in den nächsten 18 Monaten laut Unternehmenschef Herbert König Mehrausgaben von rund zehn Millionen Euro bedeutet, die auf Wunsch der Politik ausgebliebene Tariferhöhung im Juli, und dann noch die Wirtschaftskrise, die erfahrungsgemäß auch den Nahverkehr nicht ungeschoren lässt - dies alles zusammen dürfte in den kommenden Monaten ein Millionenloch in den Haushalt reißen.
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Zwar gibt es derzeit noch keinen dramatischen Fahrgastschwund. "Bisher hat sich aber noch jede Krise auf den Nahverkehr ausgewirkt", berichtet König, der nun auf der Ausgabenseite die Reißleine zieht. Zunächst noch zaghaft, die Fahrgäste werden nichts merken. Denn die MVG verzichtet schlicht auf Verbesserungen, die sie eigentlich vorhatte - dichtere Takte auf einigen Linien etwa. König: "Unter diesen Umständen ist es nicht verantwortbar, kostenintensive Leistungsausweitungen vorzusehen, wenn deren Finanzierung zur Zeit nicht gesichert werden kann."
Zum Fahrplanwechsel im Dezember, das kündigt die MVG heute schon an, wird es dann aber erste Einsparungen geben. So soll die Linie U4 in der Stoßzeit grundsätzlich an der Theresienwiese enden - bisher rollte zumindest jeder zweite Zug weiter zur Westendstraße. Bei der U6 entfallen an Freitagen in den Ferien die Verstärkerzüge zwischen Münchner Freiheit und Fröttmaning. Und, ärgerlich für die Freunde der Nacht, von Dezember an beginnt der 20-Minuten-Takt im Spätverkehr der U-Bahn 20 Minuten früher als bislang gewohnt - zwischen 23.40 und 0.40Uhr. Immerhin: Die neue Tramlinie 23 nimmt wie versprochen zum 13. Dezember ihren Betrieb auf.
Kein Einstellungsstopp bei U-Bahn und Tram
Bei der Personalpolitik schlägt die MVG einen versöhnlicheren Kurs ein - König hatte, wie berichtet, in der harten Phase des Tarifkampfes einen Einstellungsstopp und eine Überprüfung befristeter Arbeitsverträge verkündet. Nun dürfen zumindest bei U-Bahn und Tram wieder neue Fahrer angeheuert werden. Busfahrer mit befristeter Anstellung erhalten das Angebot, auf die Schiene zu wechseln.
Bei den Bussen bleibt der Einstellungsstopp dagegen bestehen. In die entstehende Lücke sollen die privaten Partnerunternehmen vorstoßen. Sie sind nicht an den Tarifvertrag für Kommunalunternehmen gebunden, sondern zahlen niedrigere Gehälter. Die Einstiegslöhne der MVG sind König zufolge nach dem jüngsten Tarifabschluss nicht mehr wettbewerbsfähig.
Die "Umschichtung" des Personals auf die Schiene hat einen einfachen Hintergrund: Bei U-Bahn und Tram gibt es keine private und daher kostengünstigere Konkurrenz.
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(SZ vom 09.04.2009/brei)
Kapitalabzug aus Südeuropa
Die neueste Antwort
Mir erschließt sich der Sinn der Argumentation in dem Beitrag nicht. Gerade wenn weniger Geld zur Verfügung steht, neigt der Pendler dazu, den MVV zu nutzen.
Ausserdem ist es immer noch so, dass Leistungsverbesserungen mehr Umsatz bringen und nicht Leistungsreduzierungen. Als zufriedener U-Bahn-Nutzer freue ich mich über saubere, intakte Wagen und freundliche Fahrer/innen, die in der Lage sind, sich verständlich zu artikulieren. Gerade heute wieder habe ich mir gedacht: "Bei dem Genuschel möchte ich kein Ausländer sein, der auf eine Ansage angewiesen ist". Aber es gibt durchaus Fahrer/innen, die einen geschulten Eindruck machen.
Ääähm, ich weiß es nicht sicher, aber ich glaube mal gehört zu haben, dass die Bahnhöfe gar nicht der MVV gehören...
Und mal ehrlich: Der Nachtverkher in München ist doch eh geil. Die ganzen interessanten Clubs sind doch eh zwischen Bermudadreieck und Haidhausen. Das kann man doch bitte erlaufen, oder? Da wird man wieder nüchtern...
Einen Posten könnte man ganz sicher reduzieren:
Die des MVV's bzw. der MVG für den MVV bzw. die MVG.
Weder die Insassen einer U-Bahn, noch die Wartenden an der Haltestelle müssen vom ÖPNV überzeugt werden. Diese Kunden erfreut man mit Pünktlichkeit und Sauberkeit (was wir Kunden natürlich auch selbst in der Hand haben - zumindest teilweise), die Anwohner der Fahrwege können mit Lärmschutz- und Erschütterungsschutzmaßnahmen erfreut werden.
Diese Riesen-Plakate an den Haltestellen kosten eine Unmenge an Geld und haben einen sehr beschränkten Nutzen - wenn schon Werbung, dann Werbung von anderen Unternehmen. Das bringt bares Geld in die Kasse und damit könnten dann die Preise für die Fahrkarten gesenkt werden ... ja, ich geb's zu, der Schluß ist nicht mehr ganz realistisch ...
Die Preise sind hier schon astronomisch, die Zugfahrer mürrisch.
Und ehrlich gesagt, wofür wird das Geld eingesetzt??? Es bestand überhaupt keine Notwendigekeit den U-Bahnhof Münchner Freiheit zu sanieren. Ist doch egal wie der aussieht; wenigstens hatte die alte Version sowas wie einen mondänden Charme, den die neue Version nicht hat, dafür aber kostet.
Hört endlcih auf die Kohle für die MÜnchenr U-Bahneitelkeit zu verschleudern. Und wir müssen das finanziell mittragen. Ich hab da wirklich kein Interesse. Sollte die Preiserhöhungen weitergehen, wird für mich die Variante Auto/Fahrrad die Zukunft sein. Leider. Dabei sollte der öffentliche Nahverkehr besser, effizienter UND günstiger werden, um Anreize zu schaffen. Oh echt.
Und dann noch den Nachtbetreib einschränken, gehts noch. Willkommen in der Kurstadt München. Herr Ude, es wird langsam Zeit für Sie.