Seit Ende des 19. Jahrhunderts setzt die Stadt auf Straßenbahnen. Nun sollen zehn neue Jumbo-Züge das Angebot für Fahrgäste weiter verbessern.
Das einstige Auslaufmodell ist längst wieder quicklebendig: Die Münchner Trambahn, in den 1970er und frühen 1980er Jahren noch als antiquierte Auto-Bremse diffamiert, ist bei den Fahrgästen so beliebt, dass die MVG nun ihren Fuhrpark aufstockt.
Anzeige
Zehn neue Jumbo-Trams vom Typ Variobahn will MVG-Chef Herbert König bei der Firma Stadler in Berlin-Pankow ordern - zusätzlich zu den vier bereits bestellten, die zum Jahreswechsel 2008/2009 ausgeliefert werden.
Mit den klimatisierten Design-Zügen, in denen bis zu 220 Passagiere Platz haben, will das städtische Verkehrsunternehmen sowohl seinen Mehrbedarf durch Neubaustrecken decken als auch die Takte auf bestehenden Linien verdichten.
Überfüllte Wagen
Plus zehn Prozent lautet die Fahrgastbilanz der vergangenen vier Jahre - und in den ersten sechs Monaten dieses Jahres kamen noch einmal gut vier Prozent oben drauf. Was schön klingt für die MVG, macht sich für die Fahrgäste aber oft recht unangenehm bemerkbar, in Form überfüllter Wagen nämlich.
Denn der Großteil des heutigen Fuhrparks, die Niederflurzüge des Typs R2.2, die seit Anfang der 1990er Jahre angeschafft wurden und Platz für 156 Leute bieten, sind schlicht zu klein fürs heutige Aufkommen - die damals erarbeiteten Prognosen wurden inzwischen weit übertroffen: um 92 Prozent bei den Linien 18 und 19 in der Bayer- und Landsberger Straße (täglich 23.000 statt der vorhergesagten 12.000 Passagiere), die 20/21er kommt im Innenstadtbereich gar auf 138 Prozent mehr (31.000 statt 13.000).
Überlegungen der MVG, die rund 15 Jahre alten R2.2-Züge einfach zu verlängern, sind inzwischen hinfällig. Die Hersteller haben aus wirtschaftlichen Gründen abgewunken. Bleibt als Alternative der Kauf zusätzlicher Züge - für die Fahrgäste ohnehin die attraktivere Lösung, da so die Takte und damit die Wartezeiten an den Haltestellen kürzer werden.
Mit der Bestellung der zehn zusätzlichen Züge, die pro Stück etwa drei Millionen Euro kosten, löst die MVG Teile einer Option ein, die sie bereits bei der Bestellung der ersten Vario-Trams vereinbart hatte. Damals wurden zunächst drei (nach einem unfallbedingten Totalschaden eines R2.2 schließlich vier) neue Züge bestellt - plus Option auf 18 weitere.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
FKK-Slackliner Alexander Schulz
Die neueste Antwort