Nach dem Aus für die Moschee in Sendling gibt es neue Pläne eines Penzberger Imams - und diesmal ist selbst die CSU überzeugt.
Vor zwei Wochen erst mussten die Türken in Sendling ihre Moschee-Pläne am Gotzinger Platz beerdigen. Nach jahrelangem Gezerre um Bebauungspläne und Finanzierung und viel emotionalem Widerstand einiger Sendlinger gaben sie auf. Nun sieht es so aus, als käme dafür ein anderer zum Zug: der Penzberger Imam Benjamin Idriz.
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Der Penzberger Imam Benjamin Idriz arbeitet seit drei Jahren an dem Projekt "Zentrum für Islam in Europa - München". (© Foto: Alessandra Schellnegger)
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Seit drei Jahren arbeitet der gebürtige Mazedonier, der seit 1995 in Deutschland lebt, an einem Projekt, das sich "ziem" nennt: "Zentrum für Islam in Europa - München". Das Zentrum soll bestehen aus einer großen und attraktiven Moschee, aus Gemeinderäumen mit Kindergarten und Seniorenbereich, einer öffentlichen Bibliothek und einem islamischen Museum.
Geplant ist auch eine Akademie, in der angehende muslimische Seelsorger und Religionslehrer eine fundierte theologische Ausbildung erhalten und dabei einen liberalen, europäischen Islam vermittelt bekommen sollen.
Das Projekt, sagt Stefan Jakob Wimmer, der stellvertretende Vorsitzende des Trägervereins, richte sich "gegen die Fehlentwicklungen einer bisher nicht geglückten Integration und gegen eine weitere Ausbreitung aggressiver und traditionalistischer Richtungen in Deutschland". Kurz: Die Muslime in der Stadt sollen mit ihrem Glauben im Europa des 21. Jahrhunderts ankommen.
Dafür, dass dieses Zentrum Realität wird, haben sich am Freitag fraktionsübergreifend SPD, Grüne und FDP ausgesprochen - und sogar die CSU, die die Sendlinger Moschee noch abgelehnt hatte, ist diesmal mit an Bord. In Sendling, sagt CSU-Fraktionschef Josef Schmid, sei vieles schief gelaufen: falscher Ort, falsche Architektur. Die Anwohner seien von den ditim-Leuten nicht rechtzeitig in die Planung einbezogen worden.
Ditim ist der Münchner Ableger des Verbandes Ditib, welcher der türkischen Regierung nahesteht. Die CSU hatte sich von Rot-Grün bei der Planung überrumpelt gefühlt; die rot-grüne Rathauskoalition warf ihr Populismus auf dem Rücken der Muslime vor. Ziem aber, sagt Schmid, sei nun "das richtige Projekt": initiiert von Muslimen, die einen europäischen Islam vertreten, Deutschland als ihre Heimat sehen, ein Projekt, das "vorhandene Gräben zuschütten wird".
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