Interview: Beate Wild

Das DJ-Projekt Munk ist jetzt eine Live-Band und tritt am Samstag erstmals auf. Bandchef Mathias Modica erzählt, was er vom Münchner Publikum hält.

Das DJ-Projekt Munk ist den Münchnern schon seit langem ein Begriff. Vor allem durch die Donnerstage in der Ersten Liga, bei denen sie regelmäßig auflegen, sind sie bekannt geworden. Völlig neu ist jedoch, dass Munk jetzt als Live-Band auftritt. Am Samstag haben die vier Musiker ihren ersten Münchner Live-Act in der Registratur.

Bild vergrößern

Mathias Modica: Mit seinem Projekt Munk seit neuestem live unterwegs. (© Foto: oh)

Anzeige

Mathias Modica ist nicht nur DJ und Bandchef von Munk, sondern auch Besitzer des Münchner Plattenlabels Gomma. Mit uns sprach der 34-Jährige über die Qualität von Live-Auftritten und das Münchner Publikum.

sueddeutsche.de: Munk spielt am Samstag in der Registratur, zum ersten Mal live als Band. Woher kommt diese neue Idee?   Mathias Modica: Für mich ist das nicht so neu. Ich habe jahrelang in Live-Bands gespielt, bevor ich mich dann auf das DJing (Platten auflegen; Anm. d. Red.) und das Produzieren elektronischer Musik konzentriert habe. Früher hab ich sogar klassisches Klavier studiert und danach war ich in Punkbands zugange. Nach fünf Jahren Pause spiele ich jetzt wieder live.   sueddeutsche.de: In der elektronischen Musik ist es ja zurzeit in Mode, als Live-Act aufzutreten.   Modica: Stimmt, aber bei den meisten sogenannten Live-Acts ist die Musik trotzdem nicht handgemacht. Bei uns kommt nichts aus der Konserve. Da kann man schon auch mal einen Fehler hören (lacht).   sueddeutsche.de: Wie kam die Band zustande?   Modica: Wir sind alte Freunde. Ben Mono an der Gitarre und Jens Dohle am Schlagzeug, beide aus Berlin. Am Bass ist Pollyester, eine Münchnerin, und ich am Keyboard. Den Gesang übernehmen Pollyester und ich.   sueddeutsche.de: Ist das der allererste Auftritt der Band?   Modica: In München schon. Wir haben aber bereits in Paris, Hamburg, Berlin und anderen Städten gespielt. Unser Plattenlabel Gomma ist zwar aus München, aber komischerweise verkaufen wir die meisten Platten in England, Frankreich und Japan.   sueddeutsche.de: In München kennt man Munk bisher nur als DJ-Projekt?   Modica: Genau, wir haben unseren eigenen Resident-Abend, immer donnerstags in der Ersten Liga. Wenn wir selbst nicht in der Stadt sind, legen unsere Freunde vom Label Gomma auf.

sueddeutsche.de: Was werden die Münchner am Samstag zu hören bekommen?

Modica: Eine gute Mischung aus progressiver Disco-Musik. Also keinen schleimigen Pop, sondern richtig "dreckigen" Sound (lacht). Im Grunde bringen wir die Songs unserer beiden Alben "Aperitivo" und "Cloudbuster".

sueddeutsche.de: Sind Sie stolz als Münchner jetzt hier in der Stadt zu spielen?

Modica: Wir freuen uns riesig. Es ist ja bekannt, dass das Münchner Publikum sehr offen und aufgeschlossen ist. Viele internationale Bands haben in München ihre ersten Deutschlandkonzerte gegeben. Und natürlich ist München unsere Stadt, wir haben viele Freunde hier.

sueddeutsche.de: Munk steht am Samstag mit zwei anderen Bands auf der Bühne. Keine Angst vor der Konkurrenz?

Modica: Whomadewho aus Kopenhagen und die Italo-Disco-Band Rodion aus Rom treten mit uns auf. Beide Bands sind auch bei meinem Label Gomma unter Vertrag, also kann man nicht von Konkurrenz reden. Wir sind Freunde, die sich einmal im Jahr treffen und zusammen Musik machen.

sueddeutsche.de: Wann kommt das dritte Munk-Album?

Modica: Das produzieren wir gerade in Rom, es erscheint aber erst im Herbst oder Winter.

sueddeutsche.de: Wird es Munk künftig häufiger live geben?

Modica: Auf jeden Fall, unser Hauptding ist jetzt eineinhalb Stunden live schwitzen. Wir gehen demnächst auf Italien- und England-Tour. Und irgendwann steht auch München wieder auf dem Plan.

17. Januar 2009, ab 23 Uhr: Registratur, Blumenstr. 28

Leser empfehlen 

(sueddeutsche.de/jja)