Munich Mash ersetzt die X-Games Höher, schneller, weiter

Der Pilot Mike Mason in der Disziplin Moto X Speed and Style bei den X-Games 2013.

Nach dem Aus der X-Games findet im Juli zum ersten Mal der Munich Mash statt. Die Stadt lässt sich das Actionsport-Event "eine gute Million" kosten und will damit ein junges Publikum ansprechen. Die Veranstalter wollen in vielen Kategorien vor allem eines: den Vorgänger toppen.

Von Ralf Tögel

Bruno Hoffmann kam stilecht in den Raum: auf Krücken. Damit dürften schon die meisten Klischees bedient worden sein, schließlich ging es um Extremsport. Die Olympiapark München GmbH (OMG) hatte in den Vip-Raum der Eishalle gebeten, der Munich Mash wurde der Presse vorgestellt. So heißt die Nachfolgeveranstaltung der X-Games, der Olympischen Spiele der Extremsportarten, die nach ihrer erfolgreichen Premiere völlig überraschend vom amerikanischen Sportsender und X-Games Erfinder ESPN trotz Dreijahresvertrages eingestellt wurde.

Hoffmann ist BMX-Fahrer, einer der besten der Welt, er hat sich im Training den Mittelfuß gebrochen. Und Hoffmann ist Teil des Konzeptes, mit dem nicht nur an die X-Games angeschlossen werden soll, sondern nach Möglichkeit sollen gleich neue Maßstäbe gesetzt werden. Denn eines gelte es zu vermeiden, erklärte Frank Seipp, der Organisationschef der Veranstaltung: dass der Munich Mash als Abklatsch der X-Games gesehen wird.

Daher Sportler wie Hoffmann, der in "vier, fünf Wochen", wie er meinte, die Vorbereitung auf den Mash wieder aufnehmen kann. Die Besten in ihren Disziplinen müssen es schon sein, Hoffmann ist BMX-Weltmeister, gewann zuletzt die Silbermedaille bei den X-Games in Barcelona. Und ein Favorit für den Street-Wettbewerb, für den eine Strecke in die Eishalle modelliert wird.

So soll der Munich Mash 2014 im Olympiapark aussehen.

Und er ist Deutscher, die Veranstalter legen Wert darauf, dass in jeder Disziplin ein Identität stiftender Lokalheld an den Start geht. Denn dieses Mal soll nicht nach einem Versuch Schluss sein, wie OMG-Geschäftsführer Ralph Huber erklärte. Man habe nach dem Aus kurz unter Schock gestanden, erinnert sich Huber, dann aber sofort nach Ersatz gesucht. Und nach einem starken Partner, denn noch traut sich die OMG nicht zu, ein Event dieser Größe und in dieser Kategorie zu stemmen.

Der Partner war schnell zur Stelle: Red Bull. Der österreichische Spaßgetränke-Riese tummelt sich als Sponsor des ortsansässigen Eishockey-Erstligisten seit geraumer Zeit in München, hat sich zudem als Erfinder, Organisator und Sponsor im Bereich der Extremsportarten einen Namen gemacht.

Die Strecke der X-Fighters soll noch spektakulärer werden

Die Zusammenarbeit gestalte sich bislang harmonisch, das ist von beiden Seiten zu hören, wenngleich die Österreicher völlig autark agieren. Sie steuern den spektakulärsten Programmpunkt der drei Disziplinen bei: die X-Fighters. Das ist eine Freestyle-Motocross-Serie, die Stopps in der ganzen Welt hat und am Ende einen Champion kürt. Die X-Fighters gelten als die qualitativ hochwertigste Serie dieser Art. Schon 2012 lockten die X-Fighters 30 000 Zuschauer ins Olympiastadion, dieses Mal ist die Strecke weitaus spektakulärer.

Mit Pontons - Arbeitsplattformen, die zum Beispiel in Häfen Verwendung finden und aneinander befestigt werden - wird eine schwimmende Bahn in den See gebaut, mit Schanzen, Wellen und Kickern. So etwas hat es noch nie gegeben, was ganz dem Geist solcher Veranstaltungen entspricht. Für Deutschland geht der erst 16-jährige Luc Ackermann ins Rennen, der als jüngster Fahrer bisher einen Rückwärtssalto gesprungen hat.

Die dritte Disziplin ist Mountainbike-Slopestyle, dafür wird ein Kurs in den Olympiapark gebaut, der mit einer riesigen Rampe am Rande des Olympiastadions beginnt und mit einer nicht minder spektakulären Schanze auf dem Coubertinplatz endet. Wie Seipp sagt, werden diverse Sprünge den Fahrern "viel Airtime" bescheren, local Hero ist Peter Henke, Zehnter der Weltrangliste und schon bei den X-Games in München am Start.

Mit dem Rad aufs Olympiadach

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Die Stadt lässt sich das Spektakel "eine gute Million" kosten, erklärt OMG-Pressechef Arno Hartung, kalkuliert werde mit 40 000 Besuchern. Das ist recht zurückhaltend, zu den X-Games kamen 120 000 Besucher. Allerdings wird die Veranstaltung von vier auf zwei Tage gestrafft: Los geht es am Freitag, 18. Juli, mit einem Eröffnungskonzert. Die X-Fighters werden am folgenden Samstag über den See fliegen, am Sonntag sind die Entscheidungen beim BMX und Mountainbike.

Gleich bleibt dagegen die Idee, dass das ganze Olympia-Gelände mit Veranstaltungen aus den Bereichen Musik, Kultur und Sport einbezogen wird. Auch für Zuschauer ohne ein Ticket für die Wettbewerbe "ist sehr viel geboten", erklärt OK-Chef Seipp. Der Kartenvorverkauf startet am 12. März, die OMG will vor allem den Lifestyle der Szene in den Park bringen. Das ist ein ganz zentraler Punkt, bekräftigt Geschäftsführer Huber, die Stadt will junge Leute in den Olympiapark bringen.