Von Anna Fischhaber

Bedürftige Tierhalter erhalten bei der Tiertafel in Giesing kostenlos Futter. Trotz des Ansturms steht das tierische Projekt jetzt vor dem Aus - die Tierfreunde brauchen dringend ein neues Zuhause.

Drei Hunde und zwölf Katzen - Silvia Globig-Kaltenecker hat ein Herz für Tiere. Seit 2004 ist die 43-Jährige arbeitslos. Obwohl Harz IV kaum für ihr eigenes Überleben reicht, kann sie sich nicht vorstellen auf eines ihrer Tiere zu verzichten. "Lieber esse ich selbst nichts mehr", erklärt sie mit Nachdruck, während die Schlange vor ihr langsam die Ausgabetheke der Münchner Tiertafel erreicht. Bernhardiner Sammy kläfft ungeduldig. Wie jeden Mittwochnachmittag holt er gemeinsam mit Frauchen seine kostenlose Ration hier ab.

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Eine halbe Tonne Tierfutter wechselt in einer Giesinger Tiefgarage jede Woche den Besitzer. (© Foto: Anna Fischhaber)

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17 solcher Tafeln für hungrige Haustiere gibt es inzwischen deutschlandweit. Eine halbe Tonne Futter, meist von Tiernahrungsherstellern gestiftet, wechselt allein in München wöchentlich den Besitzer. Über hundert bedürftige Tierhalter kommen jeden Mittwoch in die Tiefgarage eines Giesinger Hotels in der Balanstraße 238. "Vor allem zum Monatsende werden wir förmlich überrannt", erzählt Marion Aschenbrenner, ehrenamtliche Pressesprecherin der Tiertafel in München.

Zum Klientel gehören Hunde, Katzen, ein Beo und neuerdings auch zwei Degus

Mehr als 400 Rentner, Harz-IV-Empfänger und Obdachlose fasst die Kartei der Organisation bereits - Tendenz steigend. "Für viele ist das Haustier ein Ersatz für den Partner", sagt Aschenbrenner. "Wenn diese Menschen auch noch ihr Tier verlieren, weil sie sich das Futter nicht mehr leisten können, ist das eine Katastrophe."

Dass es auch Menschen in München an allen Ecken und Enden fehle, werde oft übersehen. Wieso Tieren helfen, wenn anderswo Kinder verhungern - diese Frage bekommt die Tiertafel-Sprecherin immer wieder gestellt. "Aber dass sie Menschen in einem Land wie Deutschland kein Haustier leisten können, dass ist eine Schande", sagt Aschenbrenner.

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