Von Jan Bielicki

Die Winterspiele sollen auf drei Standorte konzentriert werden - auch die Grünen akzeptieren das Konzept.

Die Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2018 kann sich im Münchner Stadtrat weiter auf eine breite Mehrheit stützen. Mit den Stimmen aller großen Partei stellten sich die Stadträte hinter das Konzept der Olympiaplaner, die Spiele ausschließlich in München, Garmisch-Partenkirchen, Oberammergau und am Königssee auszutragen.

Der Münchner Stadtrat ist mit dem Olympiakonzept zufrieden - die Skispringer würden demnach in Garmisch fliegen. (© Foto: ddp)

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Auch die grüne Ratsfraktion begrüßte dieses im Planerjargon so genannte Zwei-Cluster-Konzept, das innerhalb der Öko-Partei sehr umstritten ist. "Das Ergebnis finden wir sehr gut", darum sei es "logisch und schlüssig, an der Bewerbung weiter festzuhalten", sagte die grüne Stadträtin Sabine Krieger.

Zuvor hatten Richard Adam und Bernhard Schwank, die beiden Geschäftsführer der Bewerbungsgesellschaft München 2018, vehement für ihre Pläne geworben, die Spiele auf München und den Raum Garmisch zu konzentrieren. Daneben auch noch Oberstdorf und Ruhpolding olympisch zu machen, bringe nicht nur München um seine Chancen, den Zuschlag zu erhalten.

Ein solches dezentrales Konzept, wie es die Grünen im Landtags und an der Münchner Basis sowie Naturschutzverbände fordern, bringe auch für die Umwelt "keinen gravierenden Vorteil", argumentierte Adam.

So würden zusätzliche Olympische Dörfer in Oberstdorf und Ruhpolding mit Kantinen, Technikräumen und Polikliniken zusätzlich mehr als 20000 Quadratmeter Fläche versiegeln. Sportler, Betreuer, Funktionäre, Helfer, Journalisten und Zuschauer müssten sehr viel weiter fahren - und zwar auf der Straße: "Dezentrale Spiele", so Adam, "finden in erster Linie auf der Straße statt." Das könne auch auf Kosten der Schiene gehen und den Ausbau der Strecke von München nach Garmisch "zumindest gefährden".

Im übrigen müssten auch in Oberstdorf nach den Spielen abbaubare Tribünen errichtet werden, wie sie nun an den nordischen Skilaufstrecken in Oberammergau geplant sind. Und schließlich sollten Olympische Spiele "mehr sein, als die Abwicklung mehrerer Sportwettbewerbe an dezentralen Stätten".

Es sei "sehr klar, dass in der Praxis das Konzept Vier plus Eins nicht ökologischer wäre" als die Zweier-Kombination München/Garmisch, urteilte auch die Grüne Krieger. Endgültig wollen die Rats-Grünen jedoch erst entscheiden, wenn die Olympiabewerber ein Umwelt- und Nachhaltigkeitskonzept vorlegen. Für dieses Papier ist in der Bewerbungsgesellschaft Boris Schwartz zuständig, der für die Grünen im Stadtrat sitzt.

Obwohl im Stadtrat nur Linke und ÖDP gegen die Bewerbung stimmten, griff OB Christian Ude die Olympia-Gegner scharf an und warf ihnen "Kirchturm-Politik" vor. Sollte München den Zuschlag nicht erhalten, sei "der Eingriff in die eine Welt überall größer als in Garmisch", sagte Ude.

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(SZ vom 15.07.2009/sonn)