Auch Birgit Herrmann (Name von der Redaktion geändert) weiß von ähnlichen Erfahrungen zu berichten. Die 45-Jährige ist seit zwei Jahren "Müsi"-Mitglied. Nachdem ihre 19-jährige Ehe scheiterte, machte sie sich auf die Suche nach neuen Bekanntschaften.

Anzeige

Von den "Müsis" ist sie zwar begeistert, weil sie so viele nette Leute für gemeinschaftliche Unternehmungen kennengelernt hat. Doch einmal, als ein User unbedingt noch bei einem Kinoabend dabei sein wollte, die Teilnehmerliste aber bereits geschlossen war, drohte der Mann mit einem Amoklauf. Der User musste gesperrt werden. "Vor allem bei Events in Privatwohungen sollte man vorsichtig sein", sagt Herrmann. Man wisse schließlich oft nicht, wen man sich da in die Wohnung hole.

Obwohl das Netzwerken bei den meisten "Müsis" gut zu funktionieren scheint, gibt es auch enttäuschte Stimmen. Einer schreibt geknickt im Forum: "Kein Date, kein Sex, warum bin ich dann hier?". Und ein anderer stellt fest: "Tagsüber müllen einen die pubertären, frustrierten Singles zu, und nachts kommen die Besoffenen dazu."

Auf negative Erfahrungen angesprochen schüttelt Lisbeth Müller heftig ihren Lockenkopf. Nein, bisher könne sie nur Positives berichten. Der letzte "Volltreffer", wie die 38-Jährige ihre Männerbekanntschaften bezeichnet, hätte sie sogar über ein verlängertes Wochenende an die Côte d'Azur eingeladen. "Gut", gibt sie zu, "gehalten hat bisher noch keine der 'Müsi'-Beziehungen." Aber wenn eine Liaison gescheitert ist, könne man sich sofort wieder auf Events und Bekanntschaften stürzen. "Für Nachschub ist quasi immer gesorgt."

Sie sind jetzt auf Seite 4 von 4

  1. Sex oder Schafkopfen
  2. München ist Single-Hauptstadt
  3. Lieber Bad-Boy als Weichei?
  4. Sie lesen jetzt Manche ticken aus
Leser empfehlen 

(sueddeutsche.de/sonn)