Münchner Sicherheitskonferenz Was bei der Siko auf die Polizei zukommt

SZ-Grafik: Keller; Quelle: Polizeipräsidium München

680 Teilnehmer im abgeriegelten Bayerischen Hof, mehrere tausend Demonstranten in der Innenstadt - die Einsatzkräfte haben am Wochenende viel zu tun.

Von Martin Bernstein

Im Nieselregen steht Marcus da Gloria Martins am Freitagmorgen vorm Hotel Bayerischer Hof. Und erzählt zum dritten, vierten Mal binnen weniger Minuten einem TV-Journalisten, was die 53. Münchner Sicherheitskonferenz so besonders macht: Dass es nämlich so viele Teilnehmer sind wie noch nie (680), dass unter ihnen so viele Schutzpersonen sind wie noch nie (nämlich mehr als hundert Staats- und Regierungschefs und Minister), dass es also auch so viele Eskorten gibt wie noch nie, und dass deshalb so viele Polizisten auf den Beinen sind wie noch nie.

4000 Beamte hat das Polizeipräsidium München in den drei Tagen der Sicherheitskonferenz im Einsatz - das geht nur mit Unterstützung aus ganz Bayern und aus anderen Bundesländern. Die Bahnhöfe und -strecken werden zusätzlich von 200 Bundespolizisten gesichert.

Für die Münchner bringt das zahlreiche Einschränkungen. Immer wieder müssen Straßen gesperrt werden, wenn Gäste von Polizeieskorten zum Bayerischen Hof, zu ihren Hotels oder zu einer der vielen Veranstaltungen außerhalb des Sicherheitsbereichs gebracht werden - etwa am Samstagabend, wenn Ministerpräsident Horst Seehofer ein Abendessen für die Teilnehmer in der Residenz gibt. Außerdem gibt es am Samstag zahlreiche Demonstrationen.

Die mit 4600 Teilnehmern größte beginnt um 12.30 Uhr am Stachus. Die Empfehlung der Polizei: Auto daheim lassen und mit U- oder S-Bahn fahren. Die Absperrungen werden erst am Sonntag um 15 Uhr wieder abgebaut. Bis dahin gilt auch an den mit 650 Sperrgittern gesicherten Zugängen: so viele Polizisten wie nie. Am Freitagvormittag mussten sie im Regen stehen.

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