Es ist die "Stunde der Entscheidung". Ein Nordtunnel für die Münchner S-Bahn sei nicht wirtschaftlich, heißt es in einer neuen Studie. Ein "Experten-Hearing" im Landtag soll Klarheit schaffen.
Die zweite S-Bahn-Röhre hat sich auch im Vergleich mit dem Nordtunnel als die bessere Variante durchgesetzt. Eine Studie des Freistaats, die auf Wunsch Stammstrecken-kritischer Landtagsabgeordneter erstellt wurde, beziffert den Nutzen-Kosten-Faktor des umstrittenen Tieftunnels zwischen Laim und Ostbahnhof auf den im Nahverkehr beachtlichen Wert von 1,7. Der Nordtunnel dagegen kommt je nach Variante nur auf 0,9 bis 1,1 - bei deutlich höheren Kosten.
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Der zweite Stammstreckentunnel kommt dem Freistaat billiger. Hier könnten zusätzliche S-Bahnen und ein Flughafen-Express fahren. (© Foto: Alessandra Schellnegger)
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"Nun muss endlich die Stunde der Entscheidung kommen", mahnt Oberbürgermeister Christian Ude (SPD), der sich durch das Ergebnis in seiner seit Jahren vertretenen Haltung bestätigt fühlt. "Ich denke, dass inzwischen alle erdenklichen Varianten gutachterlich untersucht sind". Weitere Verzögerungen dürfe es nicht geben. Der grüne Landtagsabgeordnete Martin Runge will dagegen auch das Ergebnis dieser Studie nicht akzeptieren. Das Papier sei "voller Fehler."
Das Gutachten, das an diesem Donnerstag im Landtag vorgestellt wird, berücksichtigt erstmals den Verkehrswert sowohl für die S-Bahn als auch für die Anbindung des Flughafens.
Bislang war der zweite Stammstreckentunnel ausschließlich der S-Bahn, der Nordtunnel dagegen der Flughafenanbindung zugerechnet worden. Da aber beide Bauwerke beiden Zwecken dienen sollen, haben die Experten diesmal eine Art "All-Inclusive"-Wert errechnet.
Demnach kommt der zweite Stammstrecken-Tunnel, durch den neben zusätzlichen S-Bahnen auch ein Flughafen-Express sowie diverse Regionalzüge rollen könnten, den Freistaat deutlich billiger als das Konkurrenzprojekt Nordtunnel - obwohl Letzteres für die Studie bereits auf eine preisgünstigere Variante reduziert wurde.
Schuld am besseren Abschneiden des Stammstrecken-Tunnels sind den Gutachtern zufolge dessen höhere Attraktivität für die Fahrgäste, kürzere Reisezeiten zu den meisten Zielen sowie die niedrigeren Kosten: 2,935 Milliarden Euro.
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Wir Münchner (und insbesondere Freisinger und andere armen Schweine) wollen nicht noch mehr Krach und Dreck, nur weil Augsburger in Urlaub oder zum Kunden fliegen wollen.
Sowas nennt Münchener egotistisch - unglaublich.
Ich wohne derzeit in Augsburg und muss sagen dass die Anbindung Augsburgs, immerhin 265.000 Menschen alleine im Stadtgebiet, an den münchner Flughafen mißerabel ist. Es ist eigentlich nicht zu verstehen dass es keine Direktverbindungen vom augsburger Hauptbahnhof zum münchner Flughafen gibt, per ICE natürlich. Wo es für Münchner schon relativ lange Fahrtzeiten gibt, da die S-Bahn unterwegs x-mal hält, so addieren sich die Fahrtzeiten für die anderen Bewohner ganz Südbayerns (für die MUC der wichtigste Flughafen ist) natürlich noch weiter.
Ich bemängele dass in allen "Varianten" dass dies viel zu wenig berücksichtigt wird. Es handelt sich zwar um ein Bauprojekt in München, aber mit weit überregionalen Auswirkungen. Jedes Bauprojekt bei dem keine Direktverbindungen per Bahn an den münchner Flughafen ermöglicht werden halte ich für ein Scheitern.
der Stadtrat könnte mehr tun, aber für ein Verkehrskonzept, dass bis zum Flughafen und darüber hinaus Mühldorf, Ingolstadt, Rosenheim etc. reichen müsste ist er sicherlich nicht der alleinige Ansprechpartner. Auch trägt er nicht die Verantwortung, dass über zu lange Zeit, ohne Planungsalternative mit dem Transrapid herumoperiert wurde, bis er schliesslich an einer falschen Berechnungsgrundlage scheiterte ... Er könnte aber zusammen mit dem Freistaat die Initiative ergreifen und eine Task Force auf die Beine stellen, die alle Beteiligten einschliesst und einen Zeitraum von mindestens 30 Jahren zugrunde legt.
Was die Studien betrifft: Gibt es eigentlich eine Erfolgskontrolle? was man prognostizieren kann sollte man auch nachrechnen können. Mich würde mal interessieren bei welchen Projekten der Vergengenheit und nach welchen Zeiträumen die ominösen 1,0 über- bzw. unterboten wurden. ..
... dass die bahn-mitarbeiter am ostbahnhof dann auch nur dumme sprüche parat haben, wenn man sie darauf anspricht -- anstatt die kundenbeschwerden an die vorgesetzten weiterzugeben. ich habe das gefühl, dass die verantwortlichen des nahverkehrs in münchen völlig überfordert sind und es mit der schulung der mitarbeiter vor ort auch nicht weit her ist.
normalerweise steige ich am sendlinger tor richtung giesing um. gestern bin ich dummerweise bis marienplatz gefahren, weil ich genug zeit gehabt hätte die S7 dort noch zu erreichen. würden bahn und mvv besser zusammenarbeiten, hätte man bei einfahrt zum sendlinger tor eine entsprechende durchsage in der u-bahn gemacht, dass die leute richtung ostbahnhof die u-bahn bis giesing nutzen sollen. aber nichts war's. stattdessen stehen am marienplatz tausende leute am bahnsteig und versuchen in die einzige s-bahn einzusteigen, die nach langer zeit mal durch den tunnel kommt.
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