Das Bild des Münchner Kindls hat sich gewandelt: In der Kutte des Mönches, der einst die Rechte zum Schwur erhob, steckt heutzutage eine junge Frau, hoch zu Ross, die in der Hand eine Wiesnmaß hält.
Das Münchner Kindl hat wirklich keinen einfachen Job. Das ganze Jahr über ziert es Straßenbahnwagen, Kanaldeckel, Postkarten, Bierkrüge, Bierflaschen oder Plakate. Einmal im Jahr, beim Münchner Oktoberfest, nimmt es menschliche Gestalt an und muss zwei Tage lang auf einem Kaltblüter daherreiten und freundlich lächeln.
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Immerhin hat das Münchner Kindl in den vergangenen Jahrzehnten eindeutig an Attraktivität gewonnen: Während es früher als Mönch in schwarzer Kutte und roten Schuhen daherkam, in der Linken ein Eidbuch haltend, die Rechte zum Schwur erhoben, steckt in der Franziskanerkutte heutzutage eine junge Frau zwischen 20 und 29 Jahren, die statt des Buches einen Radi, immer öfter aber eine Maß Bier halten darf.
Seit 1972 führt das Münchener Kindl den Einzug der Wiesnwirte des Münchner Oktoberfestes an und begleitet den Trachten- und Schützenzug. Gewählt wird es vom Münchner Festring-Verein. Die jungen Damen stammen meist aus einer Münchner Wirtefamilie oder sind Töchter von Schaustellern oder Brauereiunternehmern.
Da das Münchner Kindl auch als eine Art "Botschafterin" Münchens gilt, muss es Fähigkeiten mitbringen, die denen einer Schönheitskönigin gar nicht unähnlich sind: Fremdsprachenkenntnisse, gepflegte Umgangsformen und eine gute Allgemeinbildung zu München und Bayern sind unverzichtbar.
In diesem Jahr wird neben Christian Ude die Wirtstochter Stefanie Krätz stehen, wenn der OB das Oktoberfest mit einem "O'zapft is!" eröffnet.
(sueddeutsche.de)
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