Münchner Innenstadt Explosion in Arztpraxis - drei Verletzte

Feuerwehrmänner und ein Sprengstoffexperte vor einer Arztpraxis in der Innenstadt von München. Hier gab es eine Explosion.

(Foto: dpa)

Eine Explosion hat die Praxis eines Schönheitschirurgen in der Münchner Innenstadt erschüttert - schlagartig war dort sehr viel Sauerstoff entwichen. Ein Patient erlitt schwere Brandverletzungen.

Von Florian Fuchs und Anna Fischhaber
  • Bei einer Explosion in einer Arztpraxis werden drei Menschen verletzt, einer davon schwer.
  • Inzwischen ist das Haus im Tal, in der sich die Praxis des Schönheitschirurgen befindet, wieder freigegeben.

Schlagartig sehr viel Sauerstoff entwichen

Von außen ist am Montagvormittag an dem Haus im Tal nichts mehr von der Explosion zu sehen, Menschen gehen ein und aus. Nur im dritten Stock sind alle Fenster geöffnet, leichter Rauchgeruch liegt in der Luft.

Eine Explosion hatte am Morgen eine Arztpraxis in dem Haus in der Münchner Innenstadt erschüttert. Nach Angaben der Polizei wurden drei Menschen verletzt, einer davon schwer. Der Patient, der an diesem Tag operiert werden sollte, hatte sich gerade auf der Toilette befunden, als das Feuer ausbrach.

Die Praxis eines Schönheitschirurgen liegt über einem Möbelhaus im Tal nahe dem Marienplatz. Eine Arzthelferin hatte am Morgen eine Narkose vorbereitet und dafür eine 50-Liter-Sauerstoffflasche aufgedreht, schlagartig entwich offenbar sehr viel Sauerstoff. Eine Stichflamme setzte die Einrichtung in Brand. Auch eine daneben gelagerte Flasche wurde schwer beschädigt.

Feuerwehr kann Brand schnell löschen

Gegen 7:43 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert. Bei deren Ankunft, drang dichter, schwarzer Rauch aus einem Fenster im dritten Stock. Alle Personen hatten bereits das Gebäude verlassen - unter ihnen auch der schwer verletzte Patient.

Die Polizei sperrte den Hauszugang großflächig ab. Die Feuerwehr konnte den Brand schnell löschen, die anderen Stockwerke wurden nach einer Stunde wieder freigegeben. "Mit Hilfe eines mobilen Belüftungsaggregates drückte die Feuerwehr den giftigen Brandrauch aus den Praxisräumen und dem Treppenraum ins Freie", hieß es in einer Mitteilung.

Schwer verletzter Patient in Spezialklinik gebracht

Bei der Explosion wurde die Mitarbeiterin mit der Sauerstoffflasche leicht verletzt, ebenso eine weitere Angestellte. Sie erlitten Rauchgasvergiftungen, beide Frauen wurden ins Krankenhaus gebracht. Der 37-jährige Patient erlitt bei der Flucht vor dem Feuer schwere Verbrennungen an Armen und im Gesicht. Er ist nun in einer Spezialklinik.

Polizei ermittelt

Wodurch der Funken entstanden ist, der das Feuer ausgelöst hat, ermitteln nun Brandfahnder. Die erste Vermutung der Fahnder ist, dass die eingeschaltete Beleuchtung im Raum der Auslöser für den Brand war. Ein Gutachter soll klären, ob es ein technischer Defekt oder ein Bedienfehler war.

Sicher ist: Die Druckwelle hat den Eingangsbereich der Praxis komplett zerstört. Der dritte Stock des Gebäudes brannte beinahe vollständig aus. Wären nicht vor Monaten bei Umbauten neue Brandschutzwände eingezogen worden, hätte das Feuer in dem Haus, in dem auch ein Möbelgeschäft und zahlreiche andere Arztpraxen untergebracht sind, wohl weit größeres Chaos angerichtet.

So sprechen Polizei und Feuerwehr von einem Schaden von etwa 100 000 Euro. Die Praxis für plastische Chirurgie, die unter anderem Gesichtsstraffungen und Brustvergrößerungen anbietet, wird wohl einige Zeit geschlossen bleiben.

Anmerkung der Redaktion: Wir haben den Abschnitt über die mögliche Brandursache nachträglich geändert. In einer früheren Version klang es missverständlicherweise so, als hätte sich der Sauerstoff selbst entzündet. Das war natürlich nicht der Fall, Sauerstoff ist lediglich brandfördernd, aber nicht entzündbar.