Münchner CSU nominiert OB-Kandidat Zweiter Anlauf für Josef Schmid

Josef Schmid hat bereits erduldet, was für einen CSU-Politiker eher selten ist - eine herbe Niederlage gegen einen Sozialdemokraten. Das war 2008 bei der Münchner Oberbürgermeisterwahl gegen Christian Ude. Jetzt haben die Christsozialen ihn offiziell zum zweiten Mal ins Rennen geschickt. Seine Gegner sind diesmal andere.

Von Dominik Hutter und Silke Lode

Josef Schmid kann sich seit Montagabend ganz offiziell Oberbürgermeister-Kandidat der CSU nennen. Zwar tourt der Rathaus-Fraktionschef schon länger in dieser Rolle durch die Stadtviertel. Die formale Bestätigung lieferten aber erst die 136 CSU-Delegierten bei der Aufstellungsversammlung im Künstlerhaus am Lenbachplatz.

Schmid bekam bei der Wahl, bei der er keinen Gegenkandidaten hatte, fast 95 Prozent aller Stimmen. Vier Delegierte votierten gegen ihn, drei Stimmzettel waren ungültig. In seiner Wahlrede betonte er, die CSU habe am 16. März 2014 erstmals seit 23 Jahren realistische Chancen, die OB-Wahl in München zu gewinnen. "Durch München muss ein frischer Wind gehen", rief Schmid und beschwor einen Wechsel. Seine Partei forderte er auf, die Chance zu nutzen und mit ihm zu kämpfen.

Schmid scheiterte 2008 mit 24,4 Prozent

Schmid tritt bereits zum zweiten Mal für die CSU an. 2008 verlor er mit 24,4 Prozent gegen Amtsinhaber Christian Ude (SPD). Münchens CSU-Chef Ludwig Spaenle würdigte Schmid daher als Politiker, der "auch die Mühsal der Ebene" kenne. Zugleich führte Spaenle ihn als Beispiel für den "Weg der Verlässlichkeit" an, den die Münchner CSU seit 2006 gehe.

Die Gegner des 43-jährigen Rechtsanwalts stehen bereits fest: Für die SPD tritt Wirtschaftsreferent Dieter Reiter an, die Grünen schicken die Stadträtin und Verkehrsplanerin Sabine Nallinger ins Rennen. Dem FDP-Kandidaten Michael Mattar werden allenfalls Außenseiterchancen eingeräumt.