Es wird eng in der Stadt: Experten schätzen, dass nur noch 50.000 Wohnungen gebaut werden können. Das Problem wird sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen.
Es ist eines der größten Probleme im Großraum München, aber noch zieren sich viele Verantwortliche, gemeinsam nach Lösungen zu suchen: Der immense Siedlungsdruck in und um München macht das Wohnen immer teurer. Aus Sicht des Regionalen Planungsverbandes werden sich die Städte und Gemeinden in der Region damit abfinden müssen, dass noch mehr Menschen als bisher aus der Landeshauptstadt ins Umland ziehen. Deshalb müssten alle Kommunen besser zusammenarbeiten, so das Fazit einer kürzlich vorgestellten Studie des Münchner Mietervereins sowie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) - ein Gedanke, mit dem sich aber nur wenige Bürgermeister anfreunden wollen.
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Experten schätzen, dass in München nur noch etwa 50.000 neue Wohnungen entstehen können; in 15 bis 20 Jahren ist dieses Potential erschöpft. "München braucht Entlastung", heißt es daher in der Studie. Im Umland müssten "konsequent Entlastungsstädte ausgebaut werden" - nicht wie die Trabantenstädte der 1960-er und 1970-er Jahre, "sondern als selbständige, multifunktionale und vielfältig strukturierte Städte".
Als Standort für eine Entlastungsstadt zu dienen, ist allerdings keine Aussicht, für die sich Umlandpolitiker begeistern wollen. "Es kann auf keinen Fall die kommunale Planungshoheit in Frage gestellt werden", sagt Unterschleißheims Bürgermeister Rolf Zeitler (CSU) - ein Argument, das so oder ähnlich viele Rathauschefs ins Feld führen. Von ihnen will sich keiner vorschreiben lassen, wo ein neues Wohngebiet ausgewiesen werden soll. Bislang kann kein übergeordnetes Gremium verbindliche Konzepte erarbeiten; es gibt lediglich Gesprächsrunden, in denen unverbindlich Ideen gesammelt werden, wie die Arbeitsgruppe Moro, in der sich Kommunen des Großraums überlegen, wie der übermäßige Flächenverbrauch zu stoppen ist.
Mancherorts zumindest deutet sich ein Umdenken an. In Dachau etwa berichtete Landrat Hansjörg Christmann (CSU) kürzlich, auf einem Treffen der Landkreis-Bürgermeister mit Vertretern des Planungsverbands sei klar geworden, dass München in zehn bis 15 Jahren nicht mehr wachsen könne. Diese Herausforderung sei nur zu lösen, wenn die Kommunen künftig in der Wohn- und Gewerbepolitik eng zusammenarbeiteten.
Allerdings hat erst Ende 2010 ein Ratsbegehren in Karlsfeld, das an München grenzt, das Konfliktpotential offengelegt. CSU und SPD wollten dort ein weiteres Gewerbegebiet durchsetzen. Die Bürger stimmten in der Mehrheit dagegen - sie sehen ihre Gemeinde an der Grenze des Wachstums angelangt.
In München planen Mieterverein und DGB nun, das Wohnraumproblem zum Thema einer Kampagne zu machen, die sich das ganze Jahr über hinziehen soll. Geplant sind unter anderem diverse Experten-Diskussionen. Den Auftakt macht an diesem Mittwoch eine Runde über die Bedeutung von Wohnungsbaugenossenschaften. Zumindest die Veranstalter sehen eine Renaissance dieses Zweigs der Wohnungswirtschaft und wollen ausloten, wie weit Genossenschaften dem Problem entgegenwirken können.
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(SZ vom 17.01.2011/bica)
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Wiesn-Nachrichten
Die Stadt München betreibt einen Städtebau, der nur noch als Stückwerk zu bezeichnen ist. Hier eine freiwerdende (Ex) Kasernenfläche und dort ein frei werdendes Industriegelände (die er dann gerne auch gleich als neue „Stadtviertel“ hochstilisiert). Dann kommen die „Developer“ und bauen Büros und ein paar Hausmeisterwohnungen dazu. Dass das nicht gut gehen kann, kann sich doch jeder an einer Hand abzählen.
Es fehlt der ultimative Wurf in der Stadtplanung. Doch Herr Ude, der Schönwetter-Bürgermeister, war nie in der Lage eine machbare Vision zu entwickeln. Er hätte doch die besten Chancen gehabt, aber leider sind die von ihm zu erntenden Früchte mager bis nicht vorhanden.
Wer hatte jemals schon die Chance fast 20 Jahre die Geschicke der Stadt zu steuern? Und jetzt, wo bei fast gleich bleibender Einwohnerzahl die Wohnungen fehlen, schiebt er die Verantwortung in die „Provinz“. Ja, so einfach kann das Bürgermeisteramt manchmal sein.
Und dabei haben wir noch gar nicht gesprochen, ob sich diese, seine Projekte die Stadtgestalt positiv weiterentwickelt. Udes Hochhauspolitik war fehlgeschlagen, und das war gut so. Und man muss auch sagen, dass dieses Hochhauskonzept auch nur eine Verlegenheitsaktion war, als er merkte, dass München immer weiter zurückfällt.
Ein echter und guter OB muss „Gras fressen“, wenn es um seine Stadt geht, er muss auf Investoren zugehen und für seine Visionen (sofern er sinnvolle hat) werben. Leider ist das nie passiert.
jede Gemeinde im Umland ihr eigenes Süppchen kochen darf, wird sich an der Situation kaum etwas ändern. Sie sollten ein Mitspracherecht behalten, aber nicht alleine entscheiden können, dann könnte ein Gesamtkonzept erstellt werden. Die Leidtragenden sind die Häuslebauer und Mieter.
Sollte München weiterhin so attraktiv bleiben wie jetzt, dann wird es keine anderen Alternativen geben, als ins Umland auszuweichen. Ich möchte hier ausdrücklich auf Paris hinweisen. Die Bevölkerung der Innenstadt kann nicht wachsen, auch nicht in die Höhe, es sei denn man verschandele die Stadt. Also wächst das Umland, wobei man hier in Bayern die Fehler der Franzosen vermeiden kann, deren Schlafstädte entsetzlich sind. Wer nach Paris kommt, egal von woher, kann das mit Grausen feststellen. Gewachsene "Unterstädte" können auch besser ein Zusammengehörigkeitsgefühl entwickeln lassen.
hat aber keinen mehr in der Breite, warum wird dann nicht die Bauhöhe erweitert?
Keine Hochhäuser bauen, weil die sind ja so greislig, aber gleichzeitig irgendwelche Entlastungsstädte in das Umland pflanzen, ja gehts eigentlich noch.
Wenn München wachsen will dann bitte in die Höhe, wir im Umland brauchen keine weiteren Schlafstädte mit Schlafbürgern.
Ich finde es auch unpassend, dass Frau Merk (Stadtbaurätin) heute in der SZ über Visionen schwafelt wie München 2050 aussieht, mit Minaretten und mit Häusern, die ihre eigene Energie erzeugen. Eine Abbildung zeigt eine grüne Wiese und ein unscharfes Glashochhaus. Genauso unscharf scheint Frau Merks Vision zu sein.
Im Übrigen, warum kümmert sich die Frau nicht um kurz- und mittelfristige Stadtplanung; fällt ihr dazu nichts ein??? Herr Ude und Frau Merk sind eine gewaltige Fehlbesetzung. Herr Ude hat in seinen ganzen 20 Jahren Amtszeit kein nachhaltiges Wohnbaukonzept vorgelegt.
Die Altstadt wird verschandelt (kommerzialisiert) um einen Wandel oder eine Zukunft vorzutäuschen. Hierdurch wird doch nur verschleiert, dass München vor sich hindümpelt. Herr Ude sagt ja gerne, München sei eine wachsende Stadt, aber das ist falsch. Die Einwohnerzahl liegt seit den 70igern immer bei etwa 1,3 Mio.
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