Von Lars Brunckhorst und Michael Tibudd

Gegen verkaufsoffene Sonntage formiert sich eine breite Front - Gemeinden im Umland halten zu Münchens Ärger daran fest

Es ist einer der großen Konflikte zwischen München und seinem Umland: Über die Frage, ob man verkaufsoffene Sonntage erlauben soll oder nicht, streiten seit Jahren Kommunalpolitiker aus der Landeshauptstadt und insbesondere östlichen Umlandgemeinden.

Verkaufsoffener Sonntag in Halle Bild vergrößern

Verkaufsoffene Sonntage sind laut bayernweit gültigem Ladenschlussgesetz an traditionellen Markttagen erlaubt. (© sz.sonstige)

Anzeige

Eine Entscheidung des Münchner Verwaltungsgerichts aus der vergangenen Woche stärkte nun den Gegnern der Sonntagsöffnung den Rücken: Die "Allianz für den freien Sonntag" aus Kirchenvertretern und Gewerkschaftern will alle Beteiligten an einen Tisch bringen. Die Politiker streiten unterdessen weiter.

Grundlage des Konflikts ist ein Passus im bayernweit gültigen Ladenschlussgesetz. Demnach dürfen Kommunen verkaufsoffene Sonntage an traditionellen Markttagen erlauben. Ob ein Markt traditionell ist oder nicht, darüber wird allerdings schon vor Ort gerne gestritten - und an dieser Frage orientierte sich auch das Verwaltungsgericht München in seiner jüngsten Entscheidung.

"Nicht der Jahrmarkt ist der Grund für die Sonntagsöffnung, sondern die Verkaufsöffnung des Möbelhauses XXXLutz", hieß es. Die Gemeinde Aschheim hatte Lutz das Öffnen zuvor stets erlaubt, erst das Landratsamt München widersetzte sich dem - das Verwaltungsgericht folgte der Argumentation.

Weil die Gemeinde Taufkirchen zu einer ähnlichen Ansicht kam, verbot sie dem Ikea-Haus im vergangenen Herbst die Öffnungen. Zumindest das für Segmüller zuständige Landratsamt Ebersberg sieht indes die Voraussetzungen dort als gegeben, am 25. Juli steht der nächste Sonntagsmarkt an.

Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite

  1. Sie lesen jetzt Kampf um Marktanteile
  2. Die Standfestigkeit der Politik unterschätzt
Leser empfehlen