Die Gehege für Löwen und Giraffen im Zoo sollen im kommenden Jahr vergrößert werden. Einige Tiere sollen umziehen, allerdings aus anderen Gründen.
Im Tierpark Hellabrunn stehen in den nächsten Jahren umfangreiche Modernisierungen und Umbauten an. Wichtigstes Projekt ist der Bau eines neuen Giraffenhauses samt einer größeren Außenanlage. "Bei den Giraffen ist die Haltung momentan grenzwertig, da wird es richtig eng", sagte Zoodirektor Andreas Knieriem im Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Knieriem ist seit einem Jahr der Chef in Hellabrunn.
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Die Giraffen sollen nächstes Jahr ein größeres Gehege bekommen, kündigte Zoodirektor Andreas Knieriem an. (© Robert Haas)
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Mit dem Giraffenhaus würden auch die Elefanten in ihrer Innenanlage mehr Platz bekommen, den sie, so Knieriem, "dringend benötigen". So habe Hellabrunn bis jetzt keinen Mutter-Kind-Stall, weswegen eine Elefanten-Geburt im Zoo "ein echtes Risiko" sei. Auch der Elefanten-Bulle habe im Innenraum zu wenig Platz, "wie jeder Laie sieht".
Für die Löwen will der neue Zoodirektor ebenfalls einen neuen Platz finden. Die Löwenanlage sei "viel zu klein", was ein "Ärgernis" sei, weil sie noch gar nicht so alt sei. Bereits sein Vorgänger Hennig Wiesner habe beklagt, "dass man hier zu sehr gespart hat". Gegenwärtig gebe es in Hellabrunn zwei sehr alte Löwen, die sich in dem Gehege wohl fühlten, "Jungtiere würde ich dort aber nicht mehr unterbringen".
Der neue Zoochef will es aber nicht nur bei Neubauten und Verlegungen belassen, sondern auch den Platz für die einzelnen Tierarten neu zuschneiden. Bestimmte Tierarten wie die Auerochsen, Tarpane und Mesopotamische Damhirsche hätten sehr große Freiflächen, anderen dagegen, wie den Giraffen, fehle der Platz.
Verlegen will Knieriem bestimmte Tiere auch aus einem anderen Grund: Er will das Konzept des Geozoos wieder deutlicher sichtbar machen, wo die Tiere nach ihrer geografischen Verbreitung zusammen leben. Dadurch kann der Besucher gewissermaßen einen Spaziergang durch die einzelnen Erdteile machen. Hellabrunn ist der älteste Geozoo der Welt, aber dieses Prinzip sei "aufgeweicht worden, weil man kurzfristig Platz brauchte".
So sei etwa das Polarium "ein Mischmasch", der südamerikanische Humboldtpinguin gehöre dort gar nicht hin, weswegen für die Tiere jetzt eine neue Anlage geschaffen werde. Ganz entschieden trat Knieriem Befürchtungen entgegen, aus Hellabrunn solle ein Erlebniszoo nach dem Beispiel Hannovers werden, wo er vorher tätig war. Das wolle er in Hellabrunn "auf gar keinen Fall, das passt überhaupt nicht zu uns".
Auch der mehr als 30 Jahre alte Kinderzoo müsse dringend modernisiert werden. Für wichtige Neubauprojekte will Knieriem bei der Stadt um gelegentliche "einmalige Hilfe" werben. Wichtig für den Zoo seien auch die privaten Spenden. Ansonsten sei Hellabrunn bisher aber mit dem Zuschuss der Stadt von jährlich zwei Millionen Euro ausgekommen. "Das soll auch so bleiben", sagte Knieriem.
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(SZ vom 27.11.2010/isa)
Wiesn-Nachrichten
Die Zucht in Gefangenschaft sorgt für einen Überschuss an Tieren. Babys sind nämlich Kassenmagneten und ziehen massenweise Besucher an, die zusätzlich zum Eintrittsgeld auch noch Geld in den Geschenkeshops und Snackbars der Zoos ausgeben. Zoos können vielleicht größere und feudalere Anlagen bauen, aber es sind und bleiben doch Gefängnisse. Viele "Verbesserungen" sind eher kosmetischer Art und dienen eher den Besuchern als den Tieren. Die meisten Tiere in Gefangenschaft leiden unter Frustration und Langeweile. Anstatt Millionen darauf zu verschwenden, Unmengen an Tieren einzusperren, sollten wir uns für die Erhaltung und Wiedereinrichtung dessen einsetzen, was wir Menschen den Tieren genommen haben: ihren ursprünglichen Lebensraum.