An diesem Wochenende haben die Künstler wieder Leopold- und Ludwigstraße zur autofreien Zone erklärt: Es ist Streetlife-Festival.
Der Mann in der Lederhose und den Wadlstrümpfen hat es nicht leicht: Er versucht seine Vorstellung von einer sauberen Umwelt unters Volk zu bringen, doch die meisten Passanten strömen an ihm vorbei zu den Ständen mit den Wurst- und Käseangeboten. Wie jedes Mal, wenn Streetlife-Festival und "Corso Leopold" die Strecke zwischen Odeonsplatz und Münchner Freiheit in eine Kunst- und Kulturmeile verwandeln, kommt es hier zum Duell zwischen Politik und Vergnügen, zwischen Appellen an die Vernunft und kulinarischen Versprechungen.
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Erstmals auf dem Streetlife: Kräftemessen auf dem Rugby-Feld.
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Das Erstaunliche dabei: Es läuft alles so stressfrei ab, wie man sich sonst vielleicht nur noch Vorstandswahlen in einem Kegelclub vorstellt. Kein Streit, alles harmonisch. Odeonsplatz, Samstagabend: Die Temperatur ist noch lau und die Bierbänke vor der Bühne an der Feldherrnhalle sind komplett belegt. Ein Pärchen sucht mit seinen zwei Flaschen Radler Unterschlupf im kleinen Verkaufszelt eines Raumausstatters. Neben den Stühlen liegen Stoffproben, wahrscheinlich aus fair gehandelter Alpaka-Wolle, denn so ist alles hier auf dem Straßenfest, ein bisschen öko und ein bisschen besonders. Und der Besitzer des Zeltes lässt die beiden gewähren. Er macht nur ein paar Scherze, kein Geschimpfe, kein Gezeter. So eine entspannte Stimmung gibt es nicht einmal auf dem Tollwood-Festival.
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