Emotionen, Argumente und ein Loblied auf die Partystadt an der Isar: Olympia-Kandidat München versucht, vor den IOC-Funktionären mit einer stimmungsvollen Präsentation zu punkten - und hängt den französischen Kontrahenten Annecy ab.
Sie hatten an alles gedacht, die Münchner Olympia-Organisatoren. Sogar die Bundeskanzlerin war in Acapulco zugegen, als die deutsche Bewerbung den Mitgliedern des Internationalen Olympischen Komittees vorgestellt wurde - wenn auch "nur" per Video-Botschaft. Es war eine symbolische Botschaft, die Angela Merkel nach Acapulco schickte. In ihrem Beitrag berichtete die Kanzlerin nicht von Sportstätten - ihr ging es um die politische Unterstützung, die das Vorhaben in der Bundesrepublik genießt.
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Eislauf-Star Katarina Witt, das Gesicht der Bewerbung, präsentierte in Acapulco das Münchner Olympia-Vorhaben. (© dpa)
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20 Minuten dauerte die Präsentation - und danach stand fest: München hat seine erste internationale Bewährungsprobe bestanden. Und: Die deutsche Bewerbung hat das erste Europaduell vor der olympischen Familie gegen den französischen Mitstreiter Annecy gewonnen und braucht sich vor dem südkoreanischen Favoriten Pyeonchagng zumindest nicht verstecken.
In der Präsentation, so hatten es sich Organisatoren überlegt, sollte München mit einer Mischung aus Emotion und Argumenten punkten. Zu den Filmaufnahmen schwärmten IOC-Vize Thomas Bach, Frontfrau Katarina Witt, Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) und Bewerbungschef Bernhard Schwank abwechselnd von den Vorzügen der Münchner Kandidatur. "Ich bin sehr stolz auf unser Team", strahlte Witt.
Bach freute sich über das "positive Feedback zum Start der internationalen Kampagne". Im Gegensatz zur finanzschwachen Bewerbung Annecys, die ihren Rückstand im Dreikampf um den Milliardenpreis Olympia 2018 mit einer ordentlichen Vorstellung auch in Acapulco nicht verringern konnte, unterlief den Münchnern kein Fehler.
Ude schwärmt von der Partystadt München
Pyeongchang baut hingegen auf seine Erfahrung von zwei erfolglosen Versuchen, Olympia-Ausrichter zu werden, und setzte auf das "kompakteste Konzept der Geschichte". Witt prophezeite dagegen eine der "feierlichsten Stimmungen in der Geschichte des Wintersports".
Das kompakte Sportstätten-Konzept in München, Garmisch-Partenkirchen und am Königssee, die deutsche Wintersport-Begeisterung, die umweltfreundlichen Spiele und die Nachhaltigkeit durch die Nutzung von Olympiastätten der Sommerspiele 1972 sollen ein "Festival der Freundschaft" - so der neue Slogan - garantieren.
München wäre die erste Olympiastadt überhaupt, in der nach Sommer- auch Winterspiele ausgetragen werden. "Es ist unser Traum, die Welt zu unserem Fest der Freundschaft einzuladen, in eine Welt, in der der Winter und Wintersport zelebriert werden", sagte Witt.
Der Münchner Oberbürgermeister lobte anschließend die Party-Atmosphäre und die touristischen Vorzüge der bayerischen Landeshauptstadt mit 60 Theatern, 45 Museen und jährlich zehn Millionen Übernachtungen. Und Bach versprach in seinem Schlusswort, eine positive Olympia-Stimmung wie bei der begeisternden Fußball-WM 2006.
Am 6. Juli 2011 wird im südafrikanischen Durban entschieden, wer die Olympischen Winterspiele im Jahr 2018 ausrichten darf. Bis dahin warten auf die Münchner noch fünf ähnliche Präsentationen auf internationalem Parkett. "Klar ist, dass wir vor Durban nicht unser ganzes Pulver verschießen", sagte Witt, aber klar sei auch, man bekomme niemals "eine zweite Chance für einen guten ersten Eindruck."
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(sueddeutsche.de/dpa/tob)
Kanzlerin Merkel und die Macht
Wiesn-Nachrichten
250 Aktive (dafür lohnt sich bestimmt eine milionenteure Rodel- und Bobbahn)
wie das IOC; toll, wie die immer wieder an den schönsten Flecken der Erde ihre "Geschäfte" erledigen. ;-)
Was soll das mit den "Winterspielen" in München/Bayern? Für Unternehmen, Hoteliers und Politiker ist es wie eine Lizenz zum Gelddrucken; aber für den "normalen" Bürger, der das ja auch zum Teil mitbezahlen soll, was bringt es denn? Allein, was das Bewerbungsverfahren kostet, egal ob man gewinnt oder verliert, ist unglaublich.
Die Schäden für die Natur sind irreversibel! Und schon jetzt sind Infrastruktur und Beförderungsmittel in den 16 Wies'ntagen überfordert! Es gibt zudem Menschen, denen es schlichtweg egal ist, ob einer auf zwei "Brettern" um ein paar hundertstel Sekunden schneller den Berg runterrutscht als der andere!
Tja, aber es geht halt wie immer ums Geld! Ohne Rücksicht auf Verluste - von Vernunft mal ganz abgesehen.
Ich lach mich kaputt. München bekommt den Zuschlag, aber es gibt in 2018 keinen Schnee mehr. Es werden die schneetrockensten Spiele seitdem es Winterolympiaden gibt. Der Kliomawandel läßt grüßen.
Trost: aber die die Bewerbung war gut.
Was macht eigentlich Herr Ude dort?
Wäre nicht auf Grund seiner arroganten Art, die ganze Bewerbung beinahe schon ins Wasser gefallen?
Ich hoffe, der Spuk hat bald ein Ende.
geht es dem unbestechlichen IOC mal wieder in erster Linie um Sachargumente!