Mord, Totschlag, oder Körperverletzung mit Todesfolge: Die Anklage hat im Prozess um den Tod von Dominik Brunner eine klare juristische Einordnung geliefert. Daran ändert auch die Herzkrankheit des Opfers nichts.
Bei dieser Verhandlung geht es nicht darum, ob Dominik Brunner ein ganzer oder ein halber Held ist. Es geht auch nicht darum, ob er nach dem Lehrbuch der Kriminalistik und nach den Handzetteln für Zivilcourage ganz optimal gehandelt hat, ob er gelassen genug war und ob er sein Risiko richtig kalkuliert hat. Er war ein mutiger Mann. Aber auch darum geht es nicht. Das Gericht ist nicht der Ort, an dem ein Denkmal errichtet oder weggeräumt wird. Das Gericht fällt das Urteil über Täter, die sich wüst aufgeführt, andere bedroht und einen Helfer, der einschritt, totgeschlagen haben.
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Handakte der Staatsanwaltschaft im Brunner-Prozess: Es geht nicht um optimales Handeln nach dem Lehrbuch der Kriminalistik. (© dpa)
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Das Gericht entscheidet, ob sie als Mörder, als Totschläger oder "nur" wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu bestrafen sind. Am verbrecherischen Charakter der Tat ändert der juristische Name nichts, den das Verbrechen trägt.
Die Staatsanwaltschaft hat bei dem einen der beiden Täter auf Mord, beim anderen auf Körperverletzung mit Todesfolge plädiert, weil sie bei dem einen den Tötungsvorsatz klar und beim anderen knapp nicht bejahte. Dagegen ist juristisch wenig einzuwenden.
Das Faktum, dass das Opfer infolge der Schläge an Herzversagen starb, ändert an der Einordnung der Tat als Mord gar nichts; und die Tatsache, dass das Opfer die bedrohten Jugendlichen und sich selbst offensiv verteidigt hat, steht der Bewertung als Mord nicht unbedingt entgegen. Das Recht braucht dem Unrecht nicht zu weichen. Es muss Schläge nicht einfach einstecken, es kann auch welche austeilen.
Gewiss: Die Staatsanwaltschaft hätte klüger agieren können; sie hätte die Herzkrankheit des Opfers vor dem Prozess publik machen sollen. Empören muss man sich aber darüber nicht. Empören muss man sich über eine grausame Tat.
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(SZ vom 25.08.2010/hai)
FKK-Slackliner Alexander Schulz
Wiesn-Nachrichten
ein skandal ist allenfalls, dass sie hier ungestraft ihre merkwürdigen theorien verbreiten dürfen.
Das war eine Art Wirtshausschlägerei mit der Folge des Todes eines Herzkranken. Nicht mehr und nicht weniger.
Die geforderten Strafen der Staatsanwaltschaft von 10 und 8 Jahren kommen schon einem Justizskandal gleich. Die Urteile werden darunter, aber nicht weit darunter liegen.
Das bedeutet, dass die 2 Burschen jeweils 2-4 Jahre länger im Knast sitzen werden, nur damit Innenminister Herrmann und Justizministerin Merk ihre politische Denke mit Hilfe der Medien durchdrücken können.
Ein Skandal. Nicht der erste dieser 2en. Sollten mal lieber mit Merz, Schily, Koch, Clement, Sarrazin, .... etc. eine Partei rechts der CDU gründen. Dann sieht das die Öffentlichkeit klarer.
Und selbst wenn es ohne Abstriche so wäre, wie Sie es darlegen, wünsche ich mir keine Kampfsportler, die meinen, Sie müsssten den Burschen Benehmen beibringen, per Gewalt notabene.
"ich glaube, bei dieser Auseinandersetzung am Bahnsteig ist eines schiefgelaufen. Auf beiden Seiten."
Ich glaube, schon die Wortwahl ist falsch. Sie tun so, als habe es sich um eine Art Unfall gehandelt. Sie nehmen nicht zur Kenntnis, dass solche "Auseinandersetzungen" sich häufen und dass es dabei in der Regel mehrere sehr aggressive jugendliche Angreifer gibt, die grundlos oder aus nichtigem auf ein relativ oder völlig unbeteiligtes Opfer losgehen. Das ist das Schema, nach dem solche "Auseinandersetzungen" regelmäßig ablaufen.
@georgE: Das müssen Sie den zutändigem Richter des entsprechenden Falls fragen. Mir erscheint das Urteil gegen die Ärztin falsch.
Aber was hat der von Ihnen erwähnte Fall mit diesem zu tun?
Wir sind nicht in Amerika wo sich das Strafrecht aus der Ansammlung vorangegangener Urteile zusammensetzt, sondern wo es Gesetze gibt. Und wenn in einem Fall ein seltsames (vielleicht ungerechtes) Uurteil gefällt wid - warum soll dann in einem anderen Fall auch falsch geurteilt werden?
@ganzkleingeist: Helden sind gefährlich. Helden sind Götzenbilder und dienen nur Schwachen, die nicht selbst denken können.
Wohin Heldenverehrung führt hat die deutsche Geschichte des 20. Jhdts. eindrucksvoll bewiesen.
Paging