Eine Stadt in Orange: Die Sprizz-Sucht nimmt immer bedenklichere Züge an. Kann die Männerschorle die Münchner "heilen"?
Egal, in welchem Viertel man sich dieser Tage abends herumtreibt, in sämtlichen Bars und auf jedweder Terrasse Münchens dominiert ganz klar eine Farbe: orange.
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Sprizz, wohin man blickt: Auch José Garcia Hernandez, Barchef im Hotel Mandarin Oriental, serviert das Münchner Modegetränk. (© sz.sonstige)
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Nein, keine Sorge, es handelt sich nicht um eine Invasion Holländischer Fußballfans oder einen Streik der Müllmänner. Wir reden hier von Getränkefarben. Genauer gesagt von dem Münchner Sommergetränk: dem Sprizz. Vor ein paar Jahren zu uns aus Italien herübergeschwappt, nimmt die Sprizz-Manie der Münchner mittlerweile immer bedenklichere Ausmaße an.
Überall wird das süße Gesöff aus Aperol mit Prosecco oder wahlweise Weißwein konsumiert. Dass Sprizz im Hugos und im P1 erhältlich ist, braucht hier gar nicht extra erwähnt werden, das versteht sich ja fast von selbst. Doch auch düstere Studentenkneipen, bayerische Wirtschaften, spanische Tapasbars und beinharte Techno-Clubs haben kollektiv nachgezogen. Manche Bars schenken das Zeug mittlerweile schon in Pappbechern zum Mitnehmen aus, wie im Schall & Rauch in der Maxvorstadt gesehen. "Sprizz to go" heißt das dann auf neudeutsch. Ja, sogar in den typischen Münchner Boazn, wie dem Ungewitter in Schwabing, steht der Sprizz wie selbstverständlich auf der Kreidetafel hinter der Bar.
Sollte man sich etwa ernsthafte Sorgen machen, ob dieser Soft-Cocktail nicht gar das heimische Bier zu verdrängen beabsichtigt? Man möge sich vorstellen, der Stammtisch-Bruder im Wirtshaus am Eck bestellt am Abend zur Schafkopfrunde mit seinen Spezln nicht mehr ein paar Halbe Bier, sondern ein paar Gläschen Sprizz. Da schrillen doch die Alarmglocken des bayerischen Traditionalisten und Brauchtumshüters.
Sollte man dagegen nicht etwas unternehmen? Vielleicht ein Volksbegehren? Steckt möglicherweise ein Komplott des italienischen Likörherstellers dahinter? Denn der macht alleine mit den Münchnern bestimmt schon die Hälfte seines Jahresumsatzes.
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schon klar, man darf sich nicht kritisch zu der journalistischen "Arbeit" bestimmter SZ-Redakteure und Kolumnisten bezüglich Inhalt, Schreibstil und Wahrheitsgehalt äußern. Insbesondere wenn es sich um den München & Lifestyle Teil handelt. Sorry, hatte ich ganz vergessen, kommt nicht wieder vor.
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Har har. Ja das Getränk nimmt Überhand. Aber genau wie bei den monströsen Sonnenbrillen, die vor 2 Jahren ziemlich hip waren nimmt der Reiz eines Trends mit der Anzahl dessen Jünger ab. Und so denke ich wird auch dieser Trend spätestens dann abflachen, wenn es das Gesöff in Flaschen fertig gemixt gibt oder Wodka mit Karottensaft als neues Insidergetränk aufbegehrt.
Abgesehen davon hat z.B. der Schumann das Getränk schon ewig in seinem Buch "American Bar" gelistet. Es brauchte nur eine Gruppe hipper Trendsetter um eine relativ einfache Mischung zum explodieren zu bringen.
Übrigens, die Kolumne wird langsam besser...