Die Leitung der städtischen Klinikgesellschaft gerät unter Druck. Offenbar sollten die Probleme mit verschmutzten OP-Bestecken vertuscht werden. Staatsanwaltschaft beschlagnahmt indes OP-Siebe.
Im Hygiene-Skandal an den Krankenhäusern Bogenhausen und Neuperlach gerät die Leitung der städtischen Klinikgesellschaft zunehmend unter Druck. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung wurde über Monate hinweg versucht, die Probleme mit verschmutzten OP-Bestecken zu vertuschen. Dass der Aufsichtsrat informiert wurde, ist offenbar nur dem Verantwortungsbewusstsein eines Betriebsratsmitglieds zu verdanken. Operiert wird in den Häusern voraussichtlich auch in den nächsten Tagen nicht. Die beiden für Hygiene zuständigen Abteilungsleiter wurden am Freitag vom Dienst suspendiert.
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Krankenhaus Bogenhausen: Hygiene-Skandal an zwei Münchner Kliniken. (© Catherina Hess)
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Am Abend bestätigte Aufsichtsratsvorsitzender Hep Monatzeder, dass die Staatsanwaltschaft das Klinikum Neuperlach durchsucht und Akten, OP-Siebe und Computer beschlagnahmt hat. Bei der Staatsanwaltschaft haben sich inzwischen mehrere Patienten gemeldet, die über Infektionen nach Operationen in Bogenhausen oder Neuperlach klagen.
Ermittelt wird derzeit noch gegen Unbekannt - wegen möglicher Verstöße gegen das Medizinprodukte- und das Infektionsschutzgesetz, aber auch wegen Körperverletzung. Im schlimmsten Fall droht den Verantwortlichen eine Haftstrafe, wobei laut Thomas Steinkraus-Koch, dem Sprecher der Staatsanwaltschaft München I, noch nicht klar ist, ob sich Einzelpersonen schuldig gemacht haben oder aber ein sogenanntes Organisationsversagen vorliegt.
In den beiden Kliniken sind, wie berichtet, seit Mittwochabend keine Operationen mehr zulässig. Lediglich Notfälle werden noch behandelt. Dass an den OP-Instrumenten teilweise mit bloßem Auge sichtbare Verschmutzungen hafteten und in einigen Fällen die für den Arzt bestimmten Besteck-Körbe fehlerhaft oder unvollständig bestückt waren, hätte die Klinikleitung allerspätestens am 18. Mai zum Handeln zwingen müssen. An diesem Tag kam ein Gutachten der Firma "Simicon" heraus, das eben worden war, weil schon zahlreiche Beschwerden vorlagen.
Ärzte der betroffenen Kliniken beklagen sich aber bereits seit August 2009 über nicht steriles OP-Besteck, behauptet der CSU-Stadtrat Robert Brannekämper. Die zuständigen Stellen hätten jedoch auf warnende E-Mails nicht reagiert. Für die gesundheitspolitische Sprecherin der CSU-Stadtratsfraktion, Eva Caim, ist auch die Rolle des Qualitätsmanagements und der Hygieneabteilung fragwürdig: "Die haben ihre Pflicht offenbar sträflich vernachlässigt."
Ein Insider, der die Verhältnisse genau kennt, aber seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, wird noch konkreter mit den Schuldzuweisungen: "Das Personal ist überlastet. Aber das ist nicht das grundlegende Problem. Der zuständige Chefarzt für Hygiene hat komplett versagt."
Der Chefarzt habe die Zustände in der Zentralsterilisation über Monate akzeptiert, obwohl gegen gesetzliche Vorschriften verstoßen wurde. Die Ärzte vom Gesundheitsamt hätten hingegen unverzüglich gehandelt "und die Sterilisation sofort geschlossen".
Das Gesundheitsamt wurde freilich nur tätig, weil der Aufsichtsrat bei seiner Sitzung am Freitag vergangener Woche, also erst nach sechs Wochen, auf inoffiziellem Wege über das Gutachten informiert wurde. Dies geschah nach SZ-Informationen über den Betriebsrat. Geschäftsführer Reinhard Fuß berichtete dem Aufsichtsrat daraufhin mündlich über die Vorfälle - in einem so beschwichtigenden Tonfall, dass ein Teilnehmer später von "Laissez-faire" sprach.
Vorwürfe aus der CSU, auch der Aufsichtsrat hätte eigentlich viel früher reagieren müssen, wies dessen Vorsitzender, Bürgermeister Hep Monatzeder (Grüne), zurück. Die im vergangenen Herbst in die Öffentlichkeit gekommenen Beschwerden über Hygienemängel hätten mit OP-Bestecken nichts zu tun gehabt.
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(SZ vom 10.07.2010/bica)
Brasiliens Präsidentin Roussef
Wiesn-Nachrichten
Sie dürfen nicht vergessen, dass die rot-grüne Stadtelite in dieser Zeitung von Morgen bis Abend verhätschelt wird.
Da kann man schon mal locker über so einen Skandal hinwegsehen.
Ich bin ja direkt überrascht, dass man jetzt was dazu geschrieben hat.
Lies sich wohl nicht mehr vertuschen...
Eigentlich dürfte es jetzt nicht bei den zwei "Hygienedirektoren" bleiben, es müssten eine völlige Neustrukturierung und dabei auch eine Überprüfung des Personals in Qualität und Umfang erfolgen. Denn es gab ganz offensichtlich mehrere Hygieneprobleme und die gesamte Ärzte- und Pflegerschaft hat dazu geschwiegen.
Ich bin nur gespannt mit welchen Argumenten nun alles heruntergespielt wird. Kontraproduktiv ist jedoch die Schuldzuweisung an die Stadtspitze, die hat reagiert als ihr das Problem bekannt wurde - höchstens eine fehlende "Dauerkontrolle" könnte ihr vorgeworfen werden.
So etwas passiert nicht von heute auf morgen - das schaut deutlich nach gewohnheitsmäßiger Schlam.perei aus.
Wer eigentlich machte in diesen Kliniken eigentlich noch seinen Job richtig ?
So verantwortungslos und fachlich und moralisch verlo.ddert kann man nur werden, wenn einem alles schn.urz ist.
wo geht das ganze Geld hin?
Denke ich an Deutschland egal wann, tragen alle Poilitiker und Wirtschaftsbosse Pinocchio Nasen und spielen den ganzen Tag das große Fressen von Ferreri nach.
was soll man da sagen? Selber war ich vor drei Jahren in Bogenhausen, habe wegen Personalmangelbesetzung ( Sparen, sparen) beinahe mein Leben verloren.
Aber nicht nur zu sparsam eingesetztes Personal, auch noch mit Schwächen in der Fachkenntnis. Auf dem Flur habe ich mehrmals Streit von Patienten und Angehörigen mit dem Klinikpersonal erlebt, wegen Hygienemängel oder anderer Dinge, meine Zimmernachbarin durfte ich "mitbekümmern". Diese war nach einer OP vom OP Tisch gefallen....
Meinem Arzt war selbst als Privatpatient in derselben Abteilung fast das selbe wie mir passiert, nur ein paar Wochen vorher.
Beschwerde beim Beschwerdemanagment? Dieses Beschwerdemanagment verdient seinen Namen nicht, es war ganz offensichtlich so, daß dieses Kundenmanagment nur eingerichtet ist, um die Patienten und deren Beschwerden abzuschmettern.
Als diese Geschichten im Bekanntenkreis die Runde machten, kam nur zurück, das wäre halt Bogenhausen, da wäre das normal....
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