Die ohnehin schon hohen Mietpreise in München steigen, allerdings langsamer als bisher. Dennoch ist das Planungsreferat besorgt - weil es zu wenige günstige Wohnungen gibt.
Die Mietpreise in München steigen weiter - jedoch deutlich langsamer als bisher. Laut dem aktuellen Wohnungsbarometer, das das Planungsreferat anhand der Mietannoncen in der Süddeutschen Zeitung erstellt hat, kostet die Münchner Durchschnittswohnung derzeit 12,11 Euro pro Quadratmeter und damit rund ein Prozent mehr als 2009. Wer in einen Neubau zieht, zahlt 13,22 Euro, das ist ebenfalls ein sehr moderates Plus.
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Wohnungen in der Messestadt Riem: Die Mietpreise in München steigen und steigen. (© Alessandra Schellnegger)
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Von Entspannung will in der Verwaltung dennoch niemand reden - dazu ist das Sortiment an günstigen Wohnungen einfach zu klein. Da zudem immer mehr Münchner für Sozialwohnungen vorgemerkt sind, rechnet das Planungsreferat damit, dass sich in den nächsten Jahren die Situation vor allem für Arbeitslose sowie Beschäftigte in unsicheren Arbeitsverhältnissen zuspitzt.
Derzeit profitieren Münchens Mieter von einer vergleichsweise gedämpften Nachfrage nach Wohnungen. Hintergrund ist noch immer die Wirtschafts- und Finanzkrise, der Wohnungsmarkt folgt der wirtschaftlichen Entwicklung zumeist mit ein oder zwei Jahren Verzögerung. Dazu kommt, dass zwar immer mehr Leute ihr Vermögen in Immobilien investieren und deren Kaufpreis somit ansteigt. Offenkundig haben aber viele aus den Raffzahn-Erfahrungen der vergangenen Monate gelernt und erwarten keine astronomische Rendite mehr.
Münchner Wohnungen bleiben dennoch die mit großem Abstand teuersten in Deutschland. Die Statistiker des unabhängigen Beratungsunternehmens "Empirica" haben für Bayerns Metropole den (geringfügig von der Zahl des Planungsreferats abweichenden) Durchschnittspreis von 12,35 Euro pro Quadratmeter für Neubaumieten ermittelt. In der bundesweiten Nummer zwei, Frankfurt am Main, müssen Mieter "nur" 11,59 Euro aufbringen. Hamburg kommt auf 11,03 und Köln auf 10,13 Euro. Berliner können für 8,07 Euro pro Quadratmeter logieren - wobei die Hauptstadt im negativen Sinne stark aufgeholt hat: Lag sie im Mietpreisindex 2005 noch auf Rang 56, ist sie inzwischen auf Platz 31 aufgerückt. Im Süden herrscht mehr Konstanz - München war bereits vor fünf Jahren der teuerste Wohnungsmarkt des Landes und hat diese Position eisern gehalten.
Aber auch innerhalb Münchens herrschen - erwartungsgemäß - große Preisunterschiede. Am teuersten wohnt es sich in der Altstadt und im Lehel zu einem Quadratmeterpreis von mehr als 15 Euro. Kleinere Wohnungen bis 40 Quadratmeter kosten im Lehel sogar 17,78 Euro. Wer lieber in der Isar-, Ludwigs- und Maxvorstadt, in Schwabing oder Haidhausen residiert, kommt nicht unter 13 Euro weg. Am preisgünstigsten sind Ramersdorf (10,13 Euro) und Feldmoching/Hasenbergl (10,24).
Leicht sinkende Mietpreise haben die städtischen Statistiker bei großen Wohnungen über 100 Quadratmeter festgestellt. Sie liegen bevorzugt in guten Wohnlagen wie Bogenhausen, Obermenzing, Harlaching oder auch der Altstadt. Und in Feldmoching/Hasenbergl - allerdings auf einem anderen Preisniveau. Dort nutzen vor allem größere Familien die Räume, in den "besseren Vierteln" handelt es sich oft um Luxusobjekte.
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(SZ vom 02.09.2010/tob)
Wiesn-Nachrichten
Ich bin Münchnerin und vor 10 Jahren ausgewandert. 2006 kehrte ich nach München zurück, hatte Glück mit dem Job - durchschnittliches Angestelltengehalt - und begab mich auf Wohnungssuche. Unmöglich mit dem Gehalt eine einigermassen bezahlbare und nicht zu weit abgelegene 2-Zimmer Wohnung zu finden. Über die Hälfte meines Monatslohns wären dabei draufgegangen. Ohne Nebenkosten wohlgemerkt. Ich habe es nach einem halben Jahr vorgezogen, das Land wieder zu verlassen. Lieber habe ich weniger Gehalt und muss mich nicht durch völlig überzogene Mietkosten frustrieren lassen.
Dem ist wenig hinzuzufügen.
Areale sind da, genug Mieter auch. Die Situation hat sich auch nicht von heute auf morgen ergeben, nein, das Wohnungsproblem köchelt seit Jahren vor sich hin. Böse Zungen mögen behaupten, das habe System, um Münchens "Qualität" zu erhalten.
"Wer lieber in der Isar-, Ludwigs- und Maxvorstadt, in Schwabing oder Haidhausen residiert, kommt nicht unter 13 Euro weg."
Dazu muss ich sagen das ist schon etwas übertrieben. Es gibt sie schon noch und nicht wenige von den 60er-Jahre-Wohnungen um die 10,50.
...hergehen und die Wohnungsknappheit und die Preissteigerungen ausschließlich mit der Wirtschaftskrise in Zusammenhang bringen. Es gibt doch eine Historie und die geht so. In München werden seit Jahren zu wenige Wohnungen gebaut, Punkt. Lediglich vereinzelt werden Ex-Bundeswehrareale in Wohngebiet umgewandelt (das mehr schlecht als gut). Schuld daran ist die verfehlte Stadtplanungspolitik hier in München unter Herrn Ude und Frau Merck (Stadtbaurätin).
München ist immer noch begehrt und wächst, und soll auch wachsen. Aber es gibt hier in München - trotz "Super-OB-UDE" und Stadtbaurätin - absolut KEIN Wachstumskonzept. Riem und Freimann sind doch nur Tropfen a.d.h.S.
Man muss endlich erkennen, dass das Wachstum auch eine riesige Chance ist, um NACHHALTIGEN Städtebau zu betreiben. Nirgendwo in DE gibt es diesen Bedarf, und seltsamerweise geschieht hier nichts.
Laut Frau Merk und Ude soll München "nachverdichtet" werden: das ist der Untergang der Stadtplanungpolitik. Es gibt hier keinen Masterplan, keine Vision. Das ist alles eingeschlafen und man rettet sich von einem frei werdeneden Kaserenenhof zum nächsten.
Im übrigen: Wer wohnt denn noch in der Altstadt. Die wird ja systematisch in einen gigantische ShoppingMall verwandelt, Wohnungen haben da keinen Platz. Und die Altstadt verliert ihr Gesicht und es ist kein Licht am Ende des Tunnels. Obwohl man eher wieder die Altstadt rekultivieren sollte und Menschen dort leben bzw. die Altstadt beleben sollten.
Herr Ude ist eben nur ein Sonntage-Vorzeige-OB und keiner der sich für die Stadt d.A. aufr..., ob sich die Stadt diesen Luxus wirklich leisten soll wage ich zu bezweifeln.