Wohlfühlfaktor und exotisches Essen: Mit dem ersten Seychellen-Restaurant Münchens will das Ehepaar Schachner an der Dreimühlenstraße überzeugen.
Das Haus an der Dreimühlenstraße mit der Nummer 30 hat einigen Gastronomen einfach kein Glück gebracht. Alleine in den vergangenen drei Jahren haben - trotz einer vermeintlich guten Lage - drei Wirte ihre Lokale schon nach kurzer Zeit wieder zugesperrt. Erst das "Pur Pur", dann das "Tinello", als drittes das "il Porcile".
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Eine Nuss als Symbol der Seychellen: Die Restaurant-Inhaber Simone Fußeder und Tobias Schachner mit einer orginal Coco de Mer. Nach der Frucht haben die beiden auch ihr Lokal benannt. (© Stephan Rumpf)
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Jetzt, nach einem Asiaten, zwei Italienern - und einem relativ kurzen Leerstand - gibt es dort ein neues Restaurant. Tobias Schachner, 46, und seine Frau Simone Fußeder, 34, haben sich an der Ecke Ehrengutstraße mit dem "Coco de Mer" einen lange gehegten Wunsch erfüllt. Es ist das erste Lokal Münchens, das sich explizit der "Kisin Seychellois" widmet - der für den Inselstaat östlich von Afrika typischen kreolischen Küche.
Dass sie sich ausgerechnet die Seychellen ausgesucht haben, hat vor allem damit zu tun, dass die beiden vor einem Jahr dort geheiratet haben - barfuß, am Strand. Der Name des Lokals soll an eine bestimmte Kokosnussart erinnern, die auf den Seychellen heimisch ist. Auf Inseln, wo sie nicht wachsen, werden sie regelmäßig an den Strand gespült, so dass man lange glaubte, sie wachsen im Meer.
Tobias Schachner erzählt diese Geschichte mit einer Begeisterung, die offenbar nur von seinem Optimismus übertroffen wird. Denn der erfahrene Gastronom, der an der Leopoldstraße seit sieben Jahren die Green Room Bar betreibt, weiß, dass die Ecke, die er sich für seinen neuen Laden ausgesucht hat, kein einfaches Pflaster ist. "Aber ich trage das unternehmerische Risiko", sagt er und: "Wir sind von unserem Konzept überzeugt."
In der Tat wirkt das Coco de Mer mit seiner hellen Einrichtung, bunten Stühlen und vielen - selbst gemachten - Fotos an der Wand freundlicher als seine Vorgänger. Ein wirkliches Konzept ist nicht zu erkennen, und Schachner erklärt auch, warum das so ist: "Wir haben es hier so eingerichtet, wie wir uns wohlfühlen würden", sagt der Wirt, der im Übrigen Bairisch spricht und sich als "Ur-Neuhauser" bezeichnet.
Mit seiner aus Niederbayern stammenden Frau teilt er die Leidenschaft sowohl für Berg- als auch für Strandurlaube. Und für exotisches Essen. Auf den Seychellen seien beide nicht nur von Land und Leuten begeistert gewesen - sondern vor allem auch von der Art zu kochen und zu würzen. Indische, afrikanische und französische Einflüsse prägen die Küche der Seychellen.
Auf Speisekartendeutsch liest sich das dann zum Beispiel so: "Kreolische Blätterteigtaschen, gefüllt mit pikantem Currygemüse, dazu Tageschutney und Beilagensalat" oder "Gebratene Thunfischfilets" an Passionsfrucht-Sauce mit Jahreszeitengemüse und frittierten Jamswurzelstreifen".
Im etablierten Restaurant "Makassar", das nur wenige Häuser weiter schon seit Jahren erfolgreich ebenfalls französisch-kreolische Gerichte auftischt, sieht Schachner keine Konkurrenz - auch nicht in den Lokalen in unmittelbarer Nachbarschaft, wo bayerisch, italienisch, türkisch, vietnamesisch und japanisch gespeist wird. Das Coco de Mer soll ein Lokal für alle sein.
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(SZ vom 16.11.2010/zinn)
Wiesn-Nachrichten
von einem Freund wurde mir das erst vor wenigen Wochen eröffnete coco de mer empfohlen, weil er wußte, dass meine Familie und ich auf frische, bekömmliche und auch exotisch gewürzte Küche stehen. Da ich mit kreolischer Küche bisher noch nichts zu tun hatte, wuchs meine Neugier und ich ging am Wochenende der Empfehlung nach.
Beim betreten der Räumlichkeiten hat mich sofort die Mischung aus rustikal und modern angesprochen. Dabei fallen bei dieser Mischung besonders die freundlichen Farben auf. Was das nette Ambiente jedoch besonders abrundet sind die vielen Seychellen-Fotos an den Wänden, die eine persönliche und gemütliche Note erzeugen.
Das Servicepersonal hat uns sofort freundlich empfangen, was bei einer Familie mit drei Kindern in München leider nicht mehr so häufig vorzufinden ist. Auch ansonsten war der Service sehr gut und die Sonderwünsche unserer Kinder wurden promt und freundlich erfüllt.
Aber nun zum Essen, weswegen wir ja eigentlich gekommen waren:
Kurz gesagt war das Essen wirklich sehr gut, schmackhaft und leicht exotisch gewürzt, frisch zubereitet und auch liebevoll angerichtet. Besonders die portionsweise frische Zubereitung hat meine Kinder fasziniert, da ein Blick in die Küche vom Gastraum aus möglich ist.
Der Besitzer kam am Ende mit uns in ein sehr nettes Gespräch. Dabei erzählte er uns, dass er mit diesem Restaurant sein Hobby und seine Leidenschaft, gutes Essen und gute Weine zu genießen, zu seiner Profession gemacht hat. Genau diese Leidenschaft, Freundlichkeit und persönliche Note ist überall zu spüren.
Wir werden mit Sicherheit noch öfter hier essen oder auch mal abends die vielversprechend aussehende Bar zu zweit genießen.
Als Dreimühlenstraßler hatte ich mir mit dem sehr einladenden Wirtshausschild "Coco de mer" ein "hübsches" Lokal erwartet das in dieses inzwischen gentifizierte Stadtteil zu dem erwähnten Makassar, Monsieur Hu, Bavarese, Roecklplatz etc. gefreut. Seychellisch ganz was neues - die Speisekarte auf der Webside hat sehr gut geklungen.
Und dann das Wagnis doch mal zum Essen zu gehen und diese Wohlgenüsse zu erschmecken. Um die seychellische Küche auszuprobieren wurde "All You Can Eat" gewählt. Aber oh Graus – jedes Kantinenessen ist ein Gaumenschmaus; ein großer Topf mit Yamsuppe – abgestanden und unappetitlich; Rotkrautsalat – undefinierbar; Fischsalat mit Gurken – zäh aber wenigstens gut gewürzt; Pickelsteiner-Eintopf mit verkochtem Gemüse; undefinierbarer Kartoffelauflauf mit Roten Rüben – absolut geschmacklos; Dessert? Obstsalat aus der Dose mit minderwertigen faseriger Ananas und ein „Mehlpapp“ sollte so was sein wie seychellischer Kaiserschmarrn; ach ja noch was besonders Seychellisches billigste kalte Nudeln mit ein bisschen Tomatensauce und eine Billig-Wurstplatte direkt von Lidl.
Wirklich ein Fraß – am Nachbartisch wurde an Rinderlenden-Streifen gekaut und wieder ausgespuckt; wirklich eine Frechheit; noch dazu von ungelerntem Personal schlecht bedient zu werden.
Ich fühlte mich abgezockt, wie selten; eine wahre Frechheit.
....peinlich. und so wenig authentisch wie auch nur irgendwie akzeptabel gut.
ein bayer soll halt bayrisch kochen, ein italiener italienisch, ein vietnamese vietnamesisch, und es nicht mit weichgespültem scheiß probieren.
genau das bekommt man hier. reis mit gemüse. das hat mit den seychellen reichlich wenig zu tun und das ist auch gut so.
ich bin zuversichtlich, daß so ein peinliches restaurant schnell wieder verschwindet.