Kein Vertrauen, keine Mitgliedschaft: Der Missbrauchsskandal der katholischen Kirche zeigt in der Erzdiözese Wirkung - die Zahl der Austritte hat sich in den letzten Monaten verdreifacht.
Beim Kirchentag hatten die Veranstalter das Thema Missbrauch noch schnell ins Programm aufgenommen - auch, um darüber zu beraten, wie man nun verfahren soll in der viel zitierten "Vertrauenskrise".
Ein Werbeplakat fordert zum Kirchenaustritt auf. (© Foto: ddp)
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Viele Katholiken wollen diesen Klärungsprozess jedoch offenbar nicht abwarten. So sind die Austrittszahlen in der Stadt München in den vergangenen zwei Monaten rapide in die Höhe geschnellt. Allein im April gingen 1614 Münchner auf ein Standesamt, um schriftlich zu erklären, dass sie ihre Kirche verlassen wollen.
"Papst-Bonus" eingebüßt
Im März lag die Zahl noch höher: 1909 Austritte verzeichnet das Statistische Amt - fast dreimal so viele wie in den Monaten vor der Krise. Im Januar waren 616 Münchner aus der katholischen Kirche ausgetreten, im Februar 684. Das entspricht noch in etwa den Vergleichszahlen des Vorjahres.
Dass es Schwankungen nach oben wie nach unten gebe, sei normal, heißt es beim Statistischen Amt der Landeshauptstadt. Im Jahr des Papstwechsels, 2005, oder beim Besuch von Benedikt XVI. in seiner bayerischen Heimat im September 2006 waren die Austritte deutlich zurückgegangen.
Viele Katholiken verbanden mit dem neuen Papst offenbar Hoffnung und ließen sich von der Jubelstimmung während der Papstreise mitreißen. Diesen Bonus hat die Kirche nun eingebüßt. Die Austrittszahlen stufen selbst Mitarbeiter im Statistischen Amt als "sehr, sehr hoch" ein.
Ob diese Austrittswelle das gesamte Erzbistum, das bis nach Berchtesgaden und Landshut reicht, erfasst hat, ist unklar. Für April lägen keine gesicherten Zahlen vor, sagte der Finanzreferent des Erzbistums, Klaus-Peter Franzl. Die Daten für März und April seien noch nicht bekannt.
Nur eine Zahl für das erste Quartal wurde genannt: Sie liegt bei knapp 6000 Austritten, 200 weniger als im Vorjahr. Man habe aber "Hinweise darauf", dass die Austrittszahlen im zweiten Quartal höher lägen, sagte Franzl bei der Vorstellung des Haushalts der Erzdiözese am Donnerstag.
Keine finanziellen Konsequenzen
Die Finanzsituation des Bistums ist trotz Wirtschaftskrise bislang entspannt. Zwar gab es im Jahr 2009 geringe Verluste bei der Kirchenlohnsteuer, dafür aber einen Anstieg bei der Einkommenssteuer. So konnten die kirchlichen Finanzplaner 2009 überraschend 118 Millionen Euro mehr verbuchen.
Mit dem im Haushaltsansatz nicht eingeplanten Geld wurden Bildungseinrichtungen renoviert: die katholische Stiftungsfachhochschule in Haidhausen (30 Millionen Euro) oder das Kardinal-Döpfer-Haus in Freising (neun Millionen Euro). Weitere 31 Millionen Euro sind für die Sanierung kirchlicher Schulen vorgesehen.
Auch für das Jahr 2010 rechnen die Finanzexperten des Bistums nicht mit einem Einbruch der Einnahmen. Der Haushaltsplan liegt mit 581,6 Millionen Euro sogar um etwa ein Prozent über dem von 2009. Finanzdirektor Franzl führt die günstige Entwicklung darauf zurück, dass das Erzbistum "in einem wirtschaftlich noch immer gesunden Raum" liege.
Andere Bistümer, vor allem im Norden Deutschlands, haben große finanzielle Einbußen zu verkraften. Der Haushalt des Erzbistums ist in diesem Jahr zum ersten Mal in gedruckter Form als Broschüre erschienen, von der es auch eine Kurzfassung geben wird, die in den Pfarreien aufliegen soll.
Auch im Internet (www.erzbistum-muenchen.de, Finanzen) wird er eingestellt. Franzl dankte den Kirchensteuerzahlern, die dazu beitrügen, "dass die Kirche wichtige Dienst leisten kann. Ohne Sie wäre unsere Gesellschaft ein Stück ärmer."
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(SZ vom 21.05.2010/rs)
Studie zur Beliebtheit der Deutschen
Wiesn-Nachrichten
... kommen die Gehälter der oberen drei Führungsebenen bei kath. und ev. Kirche vom Staat.
Auf der Startseite setht direkt unter dieser Meldung als Titelzeile des nächsten Beitrags: "Toooooooooooor!"
... ich hoffe, dass die kirche das auch so sieht und endlich die seit vielen jahren überfällige reform antritt.
Viele Katholiken wollen diesen Klärungsprozess jedoch offenbar nicht abwarten.
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Wo klärt die Kirche bitte? Herr Mixa übernehmen Sie!
richtig: für den Glauben brauchts eigentlich den ganzen Brimboruim nicht. Das Abendmahl war in einem Wirtshaus.
Die meisten Leute sind dabei, weil sie als Baby getauft wurden und - weil alle anderen im Kindergarten auch dabei sind - einfach so auch da mitmachen. Daß sich dann der Kirchenbesuch auf das "Notwendigste" (Übel) beschränkt, darf dann keinen verwundern. So sieht sich der Pfarrer meines Taufpatenkindes genötigt, ein Stempelbuch vor der Kommunion einzuführen: nur wer ... kann die Kommunion empfangen... Seine eigene Predigt war dann dagegen extra dünn und kurz, beschränkte sich auf eine unzusammenhängend schlechte (Discount) Nacherzählung des Evangeliums ohne besondere Interpretation. Ja, Abraham wurde geprüft, hat geglaubt und so und jetzt singt uns noch der Chor...
Hier liegt Mißbrauch vor: Mißbrauch von Geld: dieser Priester sagt lieber nichts zu allem, hat keine Probleme und kassiert ein schönes Gehalt (kein Discount!). Ein Vorbild für Mitschwimmer. Mitschwimmer machen schnell schlapp - da reicht dann schon ein kleines Problem.
Kurz: Die Krise ist strukturell bedingt.
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