München muss Uefa-VIP-Fest zahlen Geheimsache Fußball-Party

Ein teurer Spaß: Die Stadt München zahlt für ein VIP-Fest der Uefa 200.000 Euro - auf Programm oder Gästeliste hat sie keinen Einfluss. Um Gastgeber des Champions-League-Finales zu werden, musste München die Bedingungen der Uefa erfüllen.

Von Silke Lode

So viel Geheimniskrämerei gab es selten um eine Party in München. Promis feiern zwar gerne unter sich - aber sie müssen sich auch um PR in eigener Sache kümmern, deshalb sind gewöhnlich auch Reporter geladen. Bei der Uefa gilt aber: Gewöhnlich gibt's nicht! Die Party, die der Fußballverband am Abend vor dem Champions-League-Finale schmeißt, ist so exklusiv, dass im Vorfeld beinahe niemand von dem Fest gehört hätte - wenn da nicht dieser eine Sponsor wäre.

200.000 Euro gibt dieser Geldgeber für das VIP-Fest aus und bleibt doch völlig im Hintergrund. Er mischt sich nicht ins Programm ein und hat auch bei der Gästeliste nicht viel mitzureden. Allerdings ist er der Öffentlichkeit Rechenschaft schuldig und legt sein Engagement ganz korrekt in öffentlichen Akten dar. Denn dieser großzügige Sponsor ist die Stadt München.

Die Uefa zeigte sich auf Anfrage überrascht und konnte aus dem Stegreif nicht erklären, warum ihre Party aus Steuergeldern bezahlt wird. Die Stadt weiß jedoch ganz genau, wie sie zum Geldgeber wurde: Die 200.000 Euro für die VIP-Party waren Teil des Pakets der Uefa, das München akzeptieren musste, um Gastgeber des Finales zu werden. Deshalb halten sich die Stadtpolitiker jetzt auch mit Kritik zurück. "Mei", sagt SPD-Fraktionschef Alexander Reissl resigniert, "wir haben das akzeptiert, und wenn wir's anders wollen, müssen sich erst alle europäischen Städte einigen, dass in Zukunft sie die Bedingungen diktieren und nicht die Veranstalter." Grünen-Kollege Siegfried Benker findet zwar, der ganze Vorgang habe "etwas Erpresserisches" - doch auch er hat geschluckt, dass die Stadt zahlen muss. "Wir profitieren ja auch ganz ausgesprochen", sagt Benker.

Mindestens 1,4 Millionen Euro muss München insgesamt ausgeben. 440.000 Euro kostet allein der Rollrasen für das Olympiastadion, das Fanfest im Olympiapark ist mit 110 000 Euro fast schon ein Schnäppchen. Die Übergabe der Pokale an die Stadt im April wurde ebenfalls mit einer Zeremonie gefeiert, die München 90.000 Euro gekostet hat.

Bei der VIP-Party am 18. Mai steht nun die Rückgabe der Pokale durch OB Christian Ude an. Ansonsten ist die Uefa schweigsam, was den Abend anbelangt: "Es wird einen roten Teppich geben, ansonsten gibt es keine weiteren Informationen. Das ist kein öffentliches Event", sagte ein Sprecher des Fußballverbands. Wer komme, werde nicht bekanntgegeben. Nur so viel verrät die Uefa noch: "Dieses Dinner findet traditionell vor jedem Champions-League-Finale statt."

Auf Umwegen ist zu erfahren, dass die Party ab 18 Uhr im Postpalast steigt. Die Präsidenten des FC Bayern und des FC Chelsea werden unter den Augen von Uefa-Präsident Michel Platini Wimpel tauschen, es gibt Videos, ein Unterhaltungsprogramm und Essen - kredenzt von Feinkost Käfer. Um PR müssen sich die Promis bei einer anderen Gelegenheit kümmern, Presse ist nicht erwünscht. Nur ein paar Fotos sollen den Medien zu Verfügung gestellt werden, aufgenommen von offiziellen Fotografen, die wissen, wie die Uefa und ihre Gäste ins Bild gesetzt werden wollen.