So früh und schon so lustig: Der Wettbewerb der Münchner Stadtradios am frühen Morgen ist knallhart - die Witzchen der Moderatoren sind umso seichter. Das geht nicht immer gut zusammen.
Sie sind wach, wenn wir noch schlafen. Sie begrüßen uns, wenn wir uns aus dem Bett quälen. Wir treffen sie im Bad, wenn wir mit verkniffenen Augen zur Zahnpastatube greifen. Ihr Tag beginnt mitten in der Nacht, und wenn wir schwerlich ein "Guten Morgen" über die Lippen bringen, sind sie schon seit Stunden live auf Sendung. Sie sind die Morgen-Moderatoren der Münchner Stadtradios, und sie sorgen für gute Laune. Oder für das, was sie dafür halten.
Die Frühaufsteher von Radio Charivari: Moderator Markus Pürzer (links), "Praktikant Schorsch" (Mitte) und Assistentin Susanne Brückner. (© Foto: Radio Charivari/oh)
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"Schorsch nervt! Er hat die Heizung voll aufgedreht, der Depp!", ruft Markus Pürzer in sein Mikrofon. Es ist kurz nach sechs in der Früh, im Münchner Bahnhofsviertel herrscht eisige Kälte. Menschen mit grauen Gesichtern eilen zur Arbeit. Nur allmählich kriecht das Tageslicht aus Richtung Osten in die Innenstadt. Bei Pürzer aber herrscht schon eitel Sonnenschein.
Der ewige Praktikant
Er steht im Studio von Radio Charivari in der Paul-Heyse-Straße und lächelt seine Assistentin an. Die stimmt mit ein: "Himmel, ist das warm hier." Und dann darf auch Schorsch, der Übeltäter, etwas sagen: "Aber die Hendl sind jetzt fast schon durch." Alle drei lachen, bis das rote Licht ausgeht. Dann läuft Musik.
Markus Pürzer ist der Moderator der Morgensendung Markus & Co, die seit sechs Jahren beim Münchner Privatsender Charivari läuft. Gemeinsam mit Susanne Brückner, die nur als "Sendungsassistenz Susanne" firmiert, und dem ewigen Showpraktikanten Schorsch, der seinen wirklichen Namen nicht preisgeben will, bildet er das Team der "Morningshow", wie diese Art von Sendung im Radiodeutsch genannt wird.
Früh ist Trumpf
Es ist die wichtigste Sendung im gesamten Programm. Für viele Münchner gehört das Radio beim Aufstehen, Frühstücken und auf dem Weg zur Arbeit dazu. Die Einschaltquoten erreichen gegen sieben Uhr morgens ihren Höchststand. Entsprechend hoch sind die Werbepreise. In der Marktforschung gilt die Morgensendung nach der Musik als eines der wichtigsten Argumente für den Hörer, wenn er sich für einen Lokalsender entscheidet.
"Wenn ich den Hörer bis neun Uhr nicht für mich gewonnen habe, bekomme ich ihn gar nicht mehr", sagt Thomas Rump, Programmberater aus Freiburg, zu dessen Kunden viele große Radiosender im In- und Ausland gehören. "Deshalb investieren die Sender einen Großteil ihrer Ressourcen in die Morningshow."
Berühmt wie Walter
Der Markt ist entsprechend umkämpft. Radio Energy wirbt in der Münchner Innenstadt mit großflächigen Plakaten für seine Toast Show, Radio Charivari schaltet Anzeigen in den lokalen Boulevardmedien. Radio Arabella bedient ein Publikum weit über München hinaus und Radio 2Day versorgt die Fans gut abgehangener Hits aus den achtziger Jahren.
Der Platzhirsch unter den Stadtradios ist Radio Gong, das mit der Mike-Thiel-Show seit Jahren die höchste Reichweite in München und Umgebung erzielt. In diesem Jahr feiert der Sender, der in einem pittoresken Altbau in Schwabing residiert, 25-jähriges Jubiläum. In seiner Geschichte hat er spätere Show-Stars wie Walter Freiwald (Der Preis ist heiß) und Mediengrößen wie Fernsehproduzent Fred Kogel oder Focus-Chefredakteur Helmut Markwort hervorgebracht.
"Wir sind authentisch"
Der selbst ernannte "Morning Man" knüpft an diese Tradition an: Thiel ist in München längst ein B-Prominenter, der beim Brötchenholen erkannt wird und auf einen Fanclub mit 100 Mitgliedern verweisen kann. "Wir sind authentisch, das zeichnet uns aus", sagt der Moderator, als er um 9.30 Uhr sein zweites Frühstück zu sich nimmt.
Von fünf bis neun Uhr war er auf Sendung, er hatte leichtes Spiel, die Themen ergaben sich von selbst: Real Madrid ist aus der Champions League ausgeschieden, die Bayern sind hingegen eine Runde weiter. Große Freude in München, große Freude im Studio. "Die Dinge, die uns interessieren, sind auch draußen auf der Straße angesagt", sagt Thiel und nimmt einen Schluck Trinkjoghurt.
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.. auch ich breche die Diskussion ab! Hat ja wohl wenig Sinn, mit Dauernörglern zu diskutieren! Insofern noch viel Spaß im Land und in der Stadt des Schreckens!
naja wenns schon bei Lesen scheitert wird mir so einiges klar
An dieser Stelle muß ich allerdings abbrechen, Textverständnis
ist für mich eine Diskussionsvorraussetzung. Eigentlich Schade
Ah, das wird ja immer besser. Jetzt wird auch noch die "ganz große Keule" (Zitat!) ausgepackt: Typisch Deutschland! Jaja, nicht nur München ist schlimm, Deutschland ist noch vieeel schlimmer... Also ich versteh den Herrn nicht. In Deutschland ist es schlimm, in München am allerschlimmsten und dann plant er den Rest seines Lebens hier im furchtbaresten Eckchen zu verbringen... Seltsam, diese Preußen - ich wär da schon lang weg!
Es ging hier ums Radio, da habe ich, wie eigentlich jeder hier gesagt, wie schlecht dieses hier in München wäre (sogar mit einem Augenzwinkern "Wehe man sagt was gegen München")
Im Gegenzug wird die (lächerliche) ganz große Keule ausgepackt,
obwohl anscheinend keine Ahnung vom Berliner Radio.
Typisch deutsch: Anstatt zu sagen besseres Radio: schön für Euch
Ich komm nun mal aus Berlin und kann da nichts für. Die kulturelle Vielfalt ist einfach mal höher dort (mit allen Nachteilen für die Stadt die mal geteilt war und daher vieles doppelt und dreifach hat). Ich empfinde z.B. das Oktoberfest als niveaulos und plump. Die kürzeren Ladenöffnungszeiten sind von Nachteil und habe nichts von der relativen Nachbarschaft zu den Bergen und Italien, beides nicht mein Fall. Ich plane nicht den Rest meines Lebens hier zu verbringen aber solange ich da bin erhebe ich auch meine Stimme und melde mich zu Wort!
Realitätsfern: "etwas weniger Einkommen" wäre dann meist Alg2, es ist immer noch Krise.
Dünnhäutig: "einer der beliebtesten Städte Europas" wer schon mit solchen (SZ) Rankingergebnissen kommt . . .
Mh, ich glaube, da liegt ein grundsätzliches Missverständnis vor. Ich höre mir die Kritik gerne an (soviel zum Vorwurf der Dünnhäutigkeit), ich kann jedoch nicht verstehen, dass Leute - aus welchen Gründen auch immer - ihre ach so tollen Heimatstädte verlassen und ins schreckliche München ziehen und sich dann noch beschweren, dass sie in einer der beliebtesten Städte Europas wohnen. Kritik gerne, genöhle nein. Da frag ich mich einfach, warum diese Leute nicht woanders hinziehen?! Und wenn's hier so schlimm ist, dann zieh ich eben mit etwas weniger Einkommen woanders hin, oder?
Und die Landesbank? Was hat das mit München zu tun? Ich glaube, Sie erliegen da einem weit verbreiteten Missverständnis? München und Bayern, Stadt und Staat, das sind zwei Dinge - das ist was anderes als in Berlin!
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