Der mutmaßliche Mörder Rainer H. erschoss sein Opfer mit seiner eigenen Sportpistole. 13 Schüsse hat er abgefeuert.
Die Staatsanwaltschaft hat einen neuen Haftbefehl beantragt: wegen Mordes in Alleintäterschaft. Mittlerweile glauben die Ermittler, dass der 40-jährige Hausmeister Rainer H. ohne Komplizen und von langer Hand geplant hatte, den Manager Dirk von P. beim Kauf von dessen Auto kaltblütig zu erschießen.
Die von der Polizei versiegelte Garage des Hausmeisters auf der Rückseite des Anwesens in Laim. Hier wurde die Tatwaffe gefunden. (© Foto: Robert Haas)
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Bereits Monate zuvor hatte sich H. eine Prepaidkarte für sein Handy besorgt, ein Vertrauensverhältnis zum späteren Opfer aufgebaut und im Vorfeld des Mordes überlegt, wem er das Verbrechen in die Schuhe schieben könnte. Am 14. Januar lockte er den 36-jährigen Familienvater in seine Garage in Laim, fesselte ihn mit Handschellen und tötete ihn mit 13 Schüssen aus seiner Sportpistole.
Bereits kurz nach dem Mord an Dirk von P. hatten Bekannte des Hausmeisters ausgesagt, Rainer H. habe "vor zwei oder drei Jahren" den Plan geäußert, ein Auto zu stehlen und den Besitzer notfalls zu erschießen. Wann der verschuldete Mann mit der konkreten Planung begann, weiß nur er selbst.
Im September 2009 jedenfalls, so sagt Oberstaatsanwältin Barbara Stockinger, besorgte er sich eine Prepaidkarte für sein Handy. Nur mit dieser Karte nahm er Kontakt zu von P. auf. Und zwar bereits im Dezember. Da hatte der Manager seinen Audi A8 für 53.999 Euro im Internet angeboten.
"Er wollte ein Vertrauensverhältnis aufbauen", meint Stockinger. Im Januar rief Rainer H. erneut bei dem Manager an, bekundete Interesse an dem Auto, man verabredete sich für den 14. Januar zu einer Probefahrt an der Prinzregentenstraße.
Rainer H. war an diesem Morgen wie immer zur Arbeit gegangen, hatte die Utensilien auf dem Schreibtisch so drapiert, als sei er beschäftigt. Tatsächlich schlich er aus dem Haus und fuhr mit der U-Bahn zum Prinzregentenplatz. Dort filmte ihn eine Überwachungskamera gegen 9.10 Uhr beim Aussteigen. Um 9.30 Uhr war er mit Dirk von P. verabredet.
Ob Rainer H. auf direktem Weg seine Garage am Freiburger Platz in Laim ansteuerte, ob er Dirk von P. schon im Auto mit seiner Pistole bedrohte, kann die Polizei nicht sagen. Der Hausmeister hatte nach seiner Verhaftung die Tat geleugnet, "uns zunächst mehrere Versionen aufgetischt, jetzt schweigt er", sagt Barbara Stockinger.
Fakt ist, dass der 40-Jährige am Tattag in Laim von einer Zeugin gesehen wurde. Erwiesen ist durch das rechtsmedizinische Gutachten, dass Dirk von P. am 14. Januar starb. Mit Handschellen gefesselt muss er Rainer H. in der Garage gegenübergestanden haben.
Dieser feuerte zehn Schüsse aus der Sportpistole Ruger, Kaliber 22, mit Schalldämpfer auf sein Opfer, lud nach und schoss noch dreimal. Dann packte er die Leiche in seinen Lieferwagen, parkte diesen sowie das gestohlene Auto vor seinem Wohnhaus und verabredete sich zwei Tage später mit einem potentiellen Autokäufer am Hauptbahnhof.
Dort nahm die Polizei ihn sowie den 54-jährigen Interessenten fest. In der Vernehmung belastete der Hausmeister einen 46-jährigen Weilheimer, dieser schied jedoch schnell als Tatverdächtiger aus. Auch der 54-jährige Gastwirt, der den Wagen kaufen wollte, hatte laut Polizei mit dem Mord nichts zu tun.
Auf dem Audi-Schlüssel, den Fahrzeugpapieren sowie der Geldbörse des Opfers fand die Spurensicherung nur Fingerabdrücke von Opfer und Täter. Die Ermittlungen sind noch nicht ganz abgeschlossen.
Es fehlt das forensisch-psychiatrische Gutachten, auch recherchiert die Polizei noch zum Tatmotiv. "Finanzielle Not bis Desaster", sagt Barbara Stockinger dürften ausschlaggebend für den Mord gewesen sein.
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(SZ vom 30.04.2010/rs)
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Richtig, Sie haben das im Gegensatz zu Nicknoris nicht behauptet. Ich habe Sie beide in dem Post angesprochen, um aufzuzeigen wie die eine Falschinformation gleich die nächste nach sich zieht.
Ich habe auch nicht behauptet, dass der Mord nicht mit einer Schusswaffe begangen wurde. Ich wehre mich nur dagegen, dass ein Mord mit einer illegalen (nach meiner Information war der Hausmeister kein Sportschütze) und zudem verbotenerweise mit einem Schalldämpfer ausgestatteten Waffe hier in der SZ schon wieder mit den Sportschützen in Verbindung gebracht wird.
Im übrigen bestätigt sich hier die Statistik, dass die überwiegende Mehrzahl (mehr als 96%) der Gewalttaten mit illegalen Waffen und eben nicht mit den legalen Waffen der Sportschützen, Jäger und Sammler begangen werden. Da man der illegalen Waffenbesitzer aber kaum habhaft wird, trifft jede Gesetzesverschärfung vor allem die, die nichts dafür können.
Können Sie mir nun folgen?
Nur der Richtigheit halber: Ich habe nie behauptet, dass er Sportschütze sei oder die SZ dies geschrieben hätte. ;)
Für mich bleibt aber der Artikel per se korrekt, auch wenn Ihrer Meinung nach die Ruger keine gute Waffe ist, zum töten aus naher Distanz eignet sie sich vermutlich genauso gut wie jede andere Schusswaffe...
Ich bin raus.
Naja, probieren Sie es doch selbst einmal aus :-)
So war er Sportschütze? Weshalb glauben Sie das? Wo steht es im Artikel?
Genau das ist der Grund, weshalb ich hier gegen unwahre Behauptungen Stellung beziehe.
Die Journalistin recherchiert oberflächlich und bei voreingenommenen Lesern (nicknorris) bleibt genau die Falschinformation hängen. Ich will ihm ja nicht unterstellen, dass er absichtlich lügt.
Ob die Ruger-Pistole im Originalzustand eine Sportpistole war oder nicht ist völlig irrelevant. Nach meiner Einschätzung war sie zumindest keine sehhr gute (für den Sport). Das hat aber irgendeinen kriminellen Geist (ob es der Hausmeister war oder ein anderer illegaler Waffenhändler?) nicht davon abgehalten. diesen Schalldämpfer daran zu bauen. Damit wurde aus einer Pistole, die man mit Einschränkungen irgenwann mal zum Sport hätte verwenden können, ein verbotener Gegenstand im Sinne des Waffengesetzes. Und ein solcher kann niemals eine Sportwaffe sein.
"immerhin in Bayern die Sportart mit den zweitmeisten Mitgliedern nach Fussball"
Man sollte sich Gedanken machen...
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