Mord an der Isar Polizei warnt vor möglichen weiteren Taten

Blumen und Kerzen am Tatort erinnerten an den 31-Jährigen, der durch einen Messerstich an der Isar getötet wurde.

(Foto: Robert Haas)

Es besteht "erhebliche Gefahr für Leib und Leben anderer Personen und der Allgemeinheit": Fast vier Wochen nach dem Mord an der Isar stuft die Polizei den unbekannten Täter als hochgefährlich ein. In einem Ärzteblatt bitten die Ermittler um weitere Hinweise.

Von Susi Wimmer

Der Mörder von der Isar, der am Abend des 28. Mai an der Erhardtstraße einen 31-jährigen Münchner erstochen hat, ist offenbar weitaus gefährlicher als die Münchner Polizei bislang eingeräumt hat: "Es besteht angesichts der Gesamtumstände und der Vorgehensweise eine erhebliche Gefahr für Leib und Leben anderer Personen und der Allgemeinheit", schreiben Polizei und Staatsanwaltschaft in einem Inserat in einem Ärzteblatt. Das heißt, Ermittler und Profiler kommen zu dem Schluss, dass der Messerstecher, der immer noch frei herumläuft, "weitere massive Straftaten" verüben könnte.

Bei der Suche nach dem Täter ist die Mordkommission bislang schon ungewöhnliche Wege gegangen. So wurden psychiatrische Einrichtungen angefragt, ob man Patienten zum Speicheltest bitten könnte. Die Profiler stufen den Täter wohl als psychisch krank und hochgefährlich ein. Der Mann hatte am 28. Mai eine vorbeifahrende Radlerin an der Isar unvermittelt angespuckt. Als ihr Freund ihn zur Rede stellen wollte, hatte er ein Messer gezückt und mehrfach zugestochen.

Am Tatort fand die Spurensicherung auch das Blut des Täters. Er hatte sich bei dem Messerangriff selbst verletzt. Deshalb inseriert nun die Polizei im Ärzteblatt und bittet um Mithilfe, ob Mediziner nach dem 28. Mai einen Patienten "mit Schnitt- und/oder Stichverletzungen im Bereich der obereren Extremitäten" behandelt haben.

Die Polizei bittet um Mithilfe und weist gleichzeitig darauf hin, dass Ärzte "bei besonders schwerwiegenden Delikten" laut Gesetz nicht an ihre Schweigepflicht gebunden seien. Auch anonyme Hinweise an Staatsanwaltschaft oder Kripo seien möglich.