Mögliche Kostensteigerungen Ude geht auf Distanz zu S-Bahn-Tunnel

Ist der zweite S-Bahn-Tunnel durch die möglichen Kostensteigerungen nicht mehr finanzierbar? Oberbürgermeister Christian Ude schließt ein Scheitern der geplanten Röhre nicht mehr aus - und greift die Staatsregierung scharf an.

Oberbürgermeister Christian Ude schließt ein Scheitern der geplanten zweiten S-Bahn-Röhre nicht mehr aus. Durch die möglichen Kostensteigerungen könne die Lage entstehen, dass der Tunnel nicht mehr finanzierbar sei, sagte Ude am Donnerstag in der SPD-Zentrale am Oberanger. Mit dieser Frage werde er sich auch im Falle eines Wahlsiegs bei der Landtagswahl als Ministerpräsident beschäftigen. Dann müsse es aber eine Ersatzlösung geben. Ude: "Eine zweite Stammstrecke braucht es auf jeden Fall."

Ude sprach von einer möglichen "Umfahrung" - dafür würde der eigentlich verworfene Südring infrage kommen. Ude griff auch die Staatsregierung scharf an. Diese müsse endlich Klarheit über die Kostenentwicklung schaffen. Bisher gebe es nur nebulöse Äußerungen. Die bislang von der Bahn angegebenen offiziellen Baukosten liegen bei knapp über zwei Milliarden Euro, in internen Papieren war allerdings schon von Mehrkosten von 400 Millionen Euro die Rede.

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Ude wollte sich auf keine Höchstsumme für das Projekt festlegen. Das "Ende der Fahnenstange" bei den vertretbaren Baukosten sei jedenfalls noch nicht erreicht, sagte er. Für Ude ist das Tunnelprojekt auch einer der Dissenspunkte mit seinen möglichen Koalitionspartnern im Land, den Grünen und den Freien Wählern.

Der Chef der Landtags-Grünen, Martin Runge, warf Ude vor, er verfahre weiter nach dem Motto "Augen zu und durch". Die Freien Wähler verlangten von Stadt und Staat, "bei den Kosten endlich ehrlich zu den Bürgern zu sein". Die Pendler bräuchten statt der zweiten Stammstrecke kurzfristige Lösungen, erklärte FW-Generalsekretär Michael Piazolo.