Die Mietpreisspirale dreht sich weiter. Bogenhausen, Schwabing und Lehel sind die teuersten Pflaster - günstigen Wohnraum gibt's nur noch in Randbezirken.
München ist die Großstadt mit den teuersten Mieten Deutschlands: Die Zahlen zu diesem von vielen in der Stadt seit Jahren beklagten Superlativ liefert regelmäßig das Marktforschungsinstitut des Immobilienverbands IVD. Zweimal im Jahr veröffentlicht das Institut Statistiken zu Preisen neu vermieteter Wohnungen.
Die Mieten gehen weiter nach oben. (Um die Grafik vergrößert anzusehen, klicken Sie auf das Bild!) (© Grafik: SZ)
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Den Werten liegen jeweils Umfragen unter Maklern und Hausverwaltern über ihre Vermietungen im vergangenen Halbjahr zugrunde. Das Ergebnis ist damit das verlässlichste kontinuierlich fortgeschriebene Mietpreis-Barometer der Stadt, derer sich auch städtische Behörden für ihre eigenen Statistiken bedient.
Die Zahlen sind dabei natürlich jeweils Durchschnittswerte. Als typischen Fall nehmen die Marktforscher dabei Wohnungen um die 70 Quadratmeter als Grundlage. Kleinere sind im Verhältnis meist teurer. Zudem wird nach dem Alter der Gebäude unterschieden: Bestandsbauten aus der Zeit nach 1949 sind in der Regel günstiger als komplett neue Gebäude.
Je älter, desto günstiger gilt dabei freilich nicht generell: Besonders sanierte Altbauten sind begehrt und damit am teuersten. Ende 2009 gab es einen neuen Rekordwert: 13,10 Euro kostete es durchschnittlich, einen Quadratmeter Altbau mit gutem Wohnwert zu mieten.
"Guter Wohnwert" ist auch die Kategorie, die den Zahlen über die Bestandsbauten in der Grafik zugrunde liegt. Der IVD meint damit Wohnungen des gehobenen Durchschnitts, Kennzeichen: Sie liegen in einem ruhigen Wohngebiet, befinden sich in gutem Zustand und sind modern ausgestattet. Stadtweit lag der Durchschnittswert im Dezember 2009 hier bei 12,10 Euro für Bestandsgebäude.
Für exakt 10 Euro gab es hingegen im Durchschnitt ein Objekt mit "mittlerem Wohnwert" - hier gehört eine Zentralheizung noch zum Standard sowie zeitgemäße Bad- und WC-Räume, die Umgebung ist etwas weniger ruhig. Der "einfache Wohnwert" wird immer seltener - fehlende Zentralheizungen als Unterscheidungsmerkmal werden vielerorts bei fälligen Sanierungen nachgerüstet.
Auch wenn es die wenigsten Münchner wohl mitbekommen haben dürften: Es gab auch schon Jahre, in denen die Preise für Neuvermietungen wieder sanken - als direkte Folge von Rezessionen. Zuletzt passierte das in den Jahren 2003 bis 2005.
Dass sich die aktuelle Wirtschaftskrise kaum dämpfend auf die Mieten auswirkt, liegt daran, dass Immobilien als recht sicheres Anlageobjekt gehandelt werden. Die Nachfrage ist dementsprechend hoch.
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(SZ vom 16.03.2010)
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Die neueste Antwort
...in München hat sich schon lange abgezeichnet. Damals noch günstige Altbauten wurden im großen Stil von Investoren gekauft, luxussaniert und die einzelnen Wohnungen dann an Steuerberater Rechtsanwälte und Ärzte etc., mit hohem Gewinn weiterverkauft.
So werden die seit Jahrzehnten gewachsenen Bevölkerungs-strukturen in München aus der Stadt vertrieben. Das Ergebniss ist Anonymität, eine monotone, charakterlose Gesellschaft und völlig überzogene Preise (nicht nur bei den Mieten).
Ich selbst habe auch für 43 Jahre in München Stadtmitte gewohnt und gearbeitet aber irgendwann habe ich nicht mehr eingesehen, nur noch für die Mieten 10 Stunden am Tag und auch am Wochenende zu arbeiten ohne dass dann noch Geld und Zeit übrigblieb, die kulturellen angebote Stadt überhaupt noch nutzen zu können.
Nur von dem Gefühl in einer schönen Stadt zu wohnen kann niemand leben und das Umfeld war es mir dann auch irgendwann mal nicht mehr wert, auf sovieles verzichten zu müssen.
Hallooo? Ist London wirklich ein Maßstab? Meines Wissens ist (oder wohl eher war) dort das Einkommensniveau auch wesentlich höher als in München. Für die Leute, die unter den Toverdienern sind, mag es ja kein Problem sein, die Münchner Mietpreise zu bezahlen. Die, die nicht auf der Gewinnerseite stehen, würden wohl manchmal lieber in einer wirtschaftlich nicht so gut gestellten Stadt wohnen und realistische Mietpreise bezahlen. Ich kann mir - obwohl ich nicht sagen kann, dass es mir finanziell schlecht geht - zumindest nicht leisten, im Monat 1300,- für Miete auszugeben. Und wohl die wenigsten können das...
Diese Jammerei wegen den Mietpreisen in München ist einfach nicht nachvollziehbar.
Früher in London hab ich für meine 18qm knapp Euro 1300 gezahlt. Und trotzdem gelebt.
Schon allein aus dieser Perspektive ist die Jammerei unverständlich. Und was wäre denn die Alternative? Eine wirtschaftlich am Boden liegende Stadt ohne Arbeitsplätze, dafür aber Quadratmeterpreise von 3 bis 4 Euro? Dann doch lieber Münchner Verhältnisse.
Die horrenden, ja unverschämten Preise für Wohnraum haben mich letztlich in der Entscheidung bestärkt, von München wegzuziehen. Das kann ja kein Mensch mehr bezahlen. Für eine 3-Zimmer-Wohnung in der Weltenburger Strasse (Arabellapark) habe ich 1500 Euro gezahlt. ich frage mich, wie "einfache" berufe wie Zahnarzthelferin etc. in München so über die Runden kommen, beid en Mietpreisen. Besonders bei kleinen Wohnungen wird hier nämlich zugelangt.
letzte woche gab es zum thema wohnraum in münchen einen guten bericht auf br3. ich frag mich auch: wieso die politik oder die stadt nichts dagegen unternimmt, dass investmentfirmen wohnhäuser kaufen, komplett neu errichten und danach bis zum 4-fachen der vorherigen miete zu erwarten ist. und das alles im herzen von münchen (schwabing)...einfach unglaublich...
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