Die Preise für Wohnraum in München steigen kontinuierlich und erreichen einen neuen Höchststand - jetzt schlägt der Mieterverein Alarm.
Die Wohnungsmieten in München steigen nach wie vor, Altbauwohnungen sind teuer wie nie: Die Quadratmetermiete ist auf 12,50 Euro geklettert, was einer Steigerung um knapp 15 Prozent einspricht. Einen "historischen Höchststand" haben nach Angaben des Immobilienverbands Deutschland (IVD) auch die Mieten für Reihenhaushälften und Doppelhäuser erreicht.
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Altbauten sind gefragt wie nie: Die Quadratmetermiete ist auf 12,50 Euro geklettert - und damit fast so hoch wie für Neubauwohnungen. (© Foto: Robert Haas)
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Nach dem neuesten Marktbericht des IVD muss für einen Altbau inzwischen nahezu der gleiche Mietpreis wie für eine Neubauwohnung gezahlt werden. Diese ist pro Quadratmeter mit 12,70 Euro nur noch um 20 Cent teurer als die Miete für einen Altbau, der gut in Schuss ist. "Das Angebot ist knapp, und Wohnungen mit Stil, Flair und Geschichte sind sehr gefragt", begründet Stephan Kippes vom IVD-Marktforschungsinstitut das neue Rekordniveau. Als Altbau zählt der IVD Wohnraum, der vor dem Zweiten Weltkrieg gebaut worden ist.
Hoch wie nie sind auch die Mieten für Reihenhäuser und für Doppelhaushälften. "In diesen Segmenten ist das Angebot ebenfalls knapp, da meistens für den Eigenbedarf gebaut wird", erklärt Kippes. So betrug die Monatsmiete für ein Reihenhaus im vergangenen Frühjahr 1610 Euro - das sind zehn Euro mehr als der bisherige Höchststand, der im Jahr 2002 erreicht worden war. Auch Doppelhaushälften haben den bisherigen Höchststand übertrumpft: Im Herbst 2007 waren deren Eigentümer noch mit einer Monatsmiete von 2100 Euro zufrieden, jetzt sind es 2130 Euro. Selbst im letzten Boomjahr 2002 waren es nur 2035 Euro gewesen.
Trend zurück: Vom Umland in die Stadt
Nicht jeder kann sich gleich ein Häuschen leisten, doch auch für die Münchner, die in normalen Wohnungen - der IVD bezeichnet sie als "Bestand" - leben, enthält die neueste Marktanalyse Sprengstoff. Mietwohnungen, die zwischen 1950 und 2007 gebaut wurden, sind ebenfalls deutlich teurer geworden, je nach Wohnwert zwischen 6,7 und 9,0 Prozent. Kippes nennt vier Faktoren, die den Druck auf den Münchner Mietwohnungsmarkt verstärken: die nach wie vor ungebrochene Attraktivität Münchens, die florierende Wirtschaft in der Region, die durch immer mehr Ein-Personen-Haushalte steigende Wohnfläche je Einwohner - und der Trend zurück vom Umland in die Stadt.
Von einer "Landflucht" will Kippes zwar noch nicht sprechen, aber vor allem ältere Menschen zieht es zurück in die City. "Die Kinder sind aus dem Haus, das Eigenheim im Umland ist verkauft, und in der Stadt wird dann eine Wohnung gemietet", beschreibt Kippes einen typischen Umzugsgrund.
Auf der anderen Seite ist das Angebot an neuen Wohnungen in der Stadt weiterhin knapp: Im Jahr 2007 wurden in München nur 4200 Wohnungen fertiggestellt, was im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 42 Prozent bedeutet. Um den Wohnungsbau zu beleben, schlägt Kippes zwei Maßnahmen vor: "Klassische Bestandhalter wie große Versicherungen müssen wieder dazu gebracht werden, ihre Wohnungskontingente zu halten und auszubauen. Und private Anleger, die in Wohnraum investieren, müssen steuerlich wieder vernünftig gefördert werden." Kippes traut sich auch zu, eine Prognose für die Zukunft abzugeben: "Die Mieten werden weiter steigen."
Beim Münchner Mieterverein sorgen die neuesten Zahlen und Prognosen für Alarmstimmung. "Es ist zwar noch nicht so, dass 30 oder 40 Interessenten bei einer Besichtigung Schlange stehen, aber die Situation wird sich sicherlich noch verschärfen", fürchtet Tobias Vollmar, Rechtsberater beim Mieterverein. Dazu kommt, dass auch die Nebenkosten für Heizung und Erdgas wegen der steigenden Energiepreise weiter nach oben gehen werden. "Das wird ein schmerzhaftes Erwachen, wenn Anfang nächsten Jahres die Abrechnungen kommen."
(SZ vom 29.07.2008/af)
Partyzone Flußufer
Die neueste Antwort
Dass der Mieterverein "Alarm schlägt" ist lachhaft. Gerade Mietervein und die mieterfreundliche Rechtsprechung sorgen erst dafür, dass jeder Vermieter lieber Büroraum vermietet als Wohnraum. Es ist wirtschaftlicher, Gewerberaum leerstehen zu lassen und erst nach Jahren einen neuen finanziell potenten Mieter zu finden, als an eine Privatperson zu vermieten, die nicht zahlt und die erst mit tausenden von Euro an finanziellem Aufwand und jahrelangem Rechtsstreit geräumt werden kann.
... abschaffen!!!
dann wird auch wieder Wohnraum gebaut.
Aber die Spekulanten verdienen sich ja Dumm und dämlich dami.
...Landeshauptstadt wird so schnell kein Kraut wachsen, denn die von @newfunast angesprochenen Wegzüge sind noch lange nicht stark genug, als dass sie schon ernsthaft zum tragen kämen, und mir ist mehr als eine Stelle bekannt, die vor kurzem unter der Voraussetzung besetzt wurde (Vertragsbestandteil), dass dem Bewerber zum Antritt eine familientaugliche Wohnung zum festgeschriebenen Preis garantiert wurde, da sonst der erforderliche Wohnortwechsel nicht in Frage gekommen und die Stelle mithin nicht zu besetzen gewesen wäre.
Viel problematischer ist der Bereich der Bus- und U-Bahn-Fahrer, der Müllabfahrer, Schreiner, Installateure, Theatergarderobieren und Taxler, ohne die eine Stadt irgendwann aufhört zu funktioniéren, die aber ebenfalls wegziehen müssten, weil sich's selbst als hier beheimateter Facharbeiter nicht mehr "lohnt", in seine Arbeit zu gehen.
Der vorgeschlagenen Massnahme "Abschreibungsunterbrechung bei Leerstand" sowie der guten alten Zwangsbewirtschaftung von beispielsweise umwandelbaren Büroleerständen sollte man sich wohlwollend widmen, die Rechtslage müsste derartiges eigentlich hergeben.
Solange in der Stadt München immer mehr leerstehende Bürogebäude gebaut werden, wird sich diese Situation weiter verstärken. Nur ein Gesetz was die Abschreibungsmöglichkeiten von leerstehenden Gebäuden verhindert, kann Abhilfe bringen.
die Privatvermieter ziehen sich konsequent zurück. Wie hier schon erwähnt: eine Folge von Rechtsprechung und Politik. Steuererhöhungen, verschärfte Verordnungen - die Politik hat alles getan, um das Bauen zu verteuern. Die Mieten dürfen aber nicht (im gleichen Maße) erhöht werden.
Die großen Strategen in den internationalen Kapitalgesellschaften können wohl besser rechnen als unser Bundesumweltgabriel oder BundesbauTiefensee. Deutschland ist NICHT ausreichend mit Wohnraum versorgt. Ein Ende der Mietsteigerung ist nicht in Sicht.
Die Wohnung in Mecklenburg ist leider nicht in Bayern, die Wohnung in Waldkirchen (liegt im bekannten bayerischen Wald, sagt schon der Name) ist zwar in Bayern, aber nicht in Regensburg und München.
Was tun?
Nicht da hingehen, wo alle hinmüssen, dort Wohneigentum (=Häusl) bauen. Mit einem kleinen Auto lassen sich nach wie vor die hohen Energiepreise abfedern: keiner zwingt den vielgscholtenen Pendler zu einem Riesenschiff.
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