Von Michael Tibudd

Rekorde bei den Mieten: Die Stadt bleibt trotz Finanzkrise begehrt. Noch nie war das Wohnen in München so teuer wie zurzeit.

Rekorde bei den Mieten: Noch nie war das Wohnen in München so teuer wie zurzeit. Im vergangenen Jahr stiegen die Preise um bis zu 9,1 Prozent. Historische Höchststände gibt es bei Altbauwohnungen, Nachkriegsbauten sind wieder so teuer wie beim bisherigen Hoch 2002. Und eine Linderung ist nicht in Sicht: Der Immobilienverband Deutschland Süd (IVD) geht trotz Finanzkrise davon aus, dass die Preise tendenziell weiter steigen werden.

Die Nachfrage ist deutlich größer als das Angebot, der Wohnungsbau kommt nicht hinterher. Die Folge: Die Mieten werden 2009 so hoch wie nie zuvor sein. (© Foto: Haas)

Anzeige

"Folgen der Finanzmarktkrise kann man im Münchner Mietwohnungsmarkt überhaupt nicht erkennen", sagte Stephan Kippes vom IVD-Marktforschungsinstitut bei der Vorstellung von dessen Herbstgutachten. Im Gegenteil: Wer aktuell in eine Altbauwohnung ziehen will, zahlt dafür durchschnittlich einen Euro mehr Kaltmiete pro Quadratmeter als noch vor einem Jahr - 13 Euro ermittelten die IVD-Marktforscher, ein Anstieg um 8,3 Prozent.

Für Wohnungen in "Bestandsbauten" seit der Nachkriegszeit, die zwischen etwa 1950 und 2007 erstellt worden sind, werden im Schnitt zwölf Euro fällig. Das ist ebenfalls ein Euro mehr als Ende 2007, der Anstieg liegt hier bei 9,1 Prozent. Bei den Bestandsbauten ist damit allerdings gerade die Marke aus dem Frühjahr 2002 erreicht, dem bisherigen Höchststand auf diesem Sektor.

Mit diesen Werten legt der Münchner Markt im bundesweiten Städtevergleich noch ein gutes Stück drauf. Bei den Mieten führt die Stadt dort laut IVD ohnehin mit weitem Abstand vor Stuttgart, Heidelberg und Mainz. Die nächste Millionenstadt ist Hamburg auf Rang fünf.

Der IVD ermittelt die aktuellen Zahlen auf der Basis von Informationen, die bayernweit 225 Marktbeobachter zusammentragen. Sie bilden die Entwicklung bis einschließlich Oktober ab. "Da ist die Finanzkrise also schon mit drin", sagt Kippes. Außerdem zeige sich auch bis jetzt im Dezember keinerlei Entspannung auf dem Markt. Bei etwas so Existenziellem wie einer Mietwohnung "kann man nicht einfach ein wenig sparen". Als Folge der Krise könnten zwar manche Mieter eine Entscheidung zum Umzug in eine größere Wohnung aufschieben. Das sei aber auch das einzige, was Milderung bringen könnte.

Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite

  1. Sie lesen jetzt Teuer, teurer, München
  2. Teuer, teurer, München
Leser empfehlen