Der bayerische Ministerpräsident fordert von den öffentlich-rechtlichen Medienanstalten mehr Sparsamkeit. Die geforderte Erhöhung der Rundfunkgebühren passe nicht in eine Zeit, in der die Renten gekürzt werden.

ARD und ZDF könnten "nicht einfach kostentreibende Entscheidungen treffen" und dem Gebührenzahler die Rechnung präsentieren. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten befänden sich nicht auf einer "Insel der Glückseligen", betonte der CSU-Chef.

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Er forderte zudem mehr deutsche Musik im Radio und mehr Regionalbezug in den Nachrichten. "Die Wahrung nationaler und regionaler Identität gewinnt im Zeitalter der Globalisierung an Bedeutung", betonte der Ministerpräsident. Die Bürger bräuchten Orientierung, ermahnte der CSU-Chef die Medienmacher. Die Qualität der Programme habe Vorrang vor der Quantität der Produktionen.

Zugleich begrüßte Stoiber, dass mit dem neuen Mehrheitsgesellschafter der ProSiebenSat.1 Media AG, Haim Saban, erstmals ein US-Amerikaner ein großes deutsches Fernsehunternehmen übernommen habe. Er teile die Kritik mancher an dieser Entwicklung nicht. Von Saban erhoffe er sich "neue Impulse" für die deutsche Medienbranche. Innovative und mutige Unternehmer seien "der Treibstoff" für die Medienlandschaft, sagte der Ministerpräsident.

Saban bemängelt Werbeeinnahmen von ARD und ZDF

Saban hingegen beklagte, ARD und ZDF bekämen aus den Rundfunkgebühren 6,5 Milliarden Euro pro Jahr. Die Werbeeinnahmen der privaten Fernsehsender betragen nach seinen Angaben insgesamt lediglich 4 Milliarden Euro.

Von den zusätzlichen Werbeeinnahmen von ARD und ZDF könnten 20 private Sender profitieren, rechnete der US-Amerikaner vor. Auch beim Productplacement seien die Regeln für die öffentlich-rechtlichen Sender offensichtlich laxer. Bei den Privatsendern werde Schleichwerbung hingegen strikt geahndet.

Saban machte deutlich, dass er sein Engagement langfristig sehe. Er glaube an einen wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland. Dies sei jedoch ein Marathonlauf und kein Sprint. Falls sein Engagement bei der Sendergruppe ProSiebenSat.1 Fortschritte mache, sei er zu weiteren Investitionen bereit. Dadurch könnten dann auch neue Arbeitsplätze entstehen.

(sueddeutsche.de/ddp)

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