Marienplatz Wer nicht absteigt, muss jetzt zahlen

Viele Radler fahren weiterhin über den gesperrten Marienplatz.

(Foto: Stephan Rumpf)
  • Zwischen Rindermarkt und Marienplatz müssen Radfahrer derzeit absteigen.
  • Grund sind die Bauarbeiten am ehemaligen Hugendubel-Haus.
  • Wer erwischt wird, muss 15 Euro zahlen.
Von Marco Völklein

Seit Mitte Februar gilt eine Durchfahrtssperre für Radler zwischen Rindermarkt und Marienplatz. Weil das ehemalige Hugendubel-Haus komplett umgestaltet wird, musste die Straße vor dem Alten Peter verengt werden. Die Stadt erließ deshalb die Durchfahrtssperre. Seither heißt es: Radfahrer bitte absteigen! Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) hatte in den vergangenen Wochen immer wieder blau-uniformierte Mitarbeiter dort postiert, die die Radler mit freundlichen Worten auf das Durchfahrtsverbot hinwiesen.

Inzwischen aber wird nicht mehr nur freundlich ermahnt, sondern auch kassiert: Seit Dienstag verlangen die Verkehrsüberwacher ein Verwarnungsgeld von 15 Euro von denjenigen, die trotz des Verbots die Straße passieren. Bereits Mitte April hatte KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle angekündigt, dass nach einer zweimonatigen Kulanzzeit die Radfahrer nicht mehr damit rechnen können, nur noch ermahnt zu werden.

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Immerhin wurden nach einer Erhebung des KVR seit Mitte Februar mehr als 17 000 Radfahrer "aufgeklärt" und auf die neuen Regeln vor dem Alten Peter hingewiesen. Sobald allerdings keine uniformierten Kräfte der Stadt dort stehen, sagt KVR-Sprecherin Daniela Schlegel, "besteht bei vielen Radlern die deutliche Tendenz, einfach durchzuradeln". Daher sei "deutlich mehr Sensibilität seitens der Radlerinnen und Radler wünschenswert und erforderlich".

Bereits am Dienstag verhängten die städtischen Verkehrsüberwacher nach Angaben der Sprecherin 120 Mal das Verwarnungsgeld von 15 Euro, am Mittwoch mussten exakt 119 Radler zahlen. Zudem versuchten zwei Autofahrer, sich über den Gehwegbereich auf Höhe der Baustelle zu schlängen - sie mussten ein Verwarnungsgeld von jeweils 20 Euro entrichten.

Die Sperrung aufgrund der Baustelle ist nur der Beginn einer weit umfangreicheren Maßnahme. CSU und SPD hatten im November beschlossen, auch langfristig den Radverkehr, die Taxis und die Busse der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) vom Marienplatz fernzuhalten.

Seither gibt es Proteste dagegen: Umweltverbände und die Rathaus-Grünen fordern, die Strecke für den Radverkehr wieder zu öffnen, Fahrgastvertreter und einige Bezirksausschüsse wollen nicht akzeptieren, dass die MVG-Busse nicht mehr bis zum Rathaus dürfen. Eine Petition mit 5500 Unterschriften hatten die Bus-Fans im April an die Stadtspitze überreicht, Ende Mai will die Radfahrer-Lobby eine Unterschriftenliste übergeben.

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