Marie Nasemann nach der Casting-Show Model mit Ambitionen
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Marie Nasemann ist nach der Casting-Show "Germany's Next Top Model" auch außerhalb Münchens bekannt. Doch in ihrer Heimat zieht sie eine Welt abseits der roten Teppiche vor.
Die Leute springen nicht auf, als Marie Nasemann das Café im Glockenbachviertel betritt. Kein Mädchen kreischt hysterisch oder bittet um ein Autogramm. Lediglich die Bedienung kennt Marie persönlich. Eine freundliche Begrüßung, kein Hype, gar nichts.
Modelt seit Heidi Klums Show "Germany's Next Top Model": die Münchnerin Marie Nasemann.
(Foto: Robert Haas)Marie ist Model, Topmodel, wenn man so will, und seit 2009 auch außerhalb Münchens bekannter. Sie war Finalistin in Heidi Klums Model-Show "Germany's next Topmodel" - und auch wenn es für den ersten Platz nicht gereicht hat, hält die dezente Prominenz seitdem an. Die 22-Jährige legt es aber auch nicht darauf an, erkannt zu werden. Am häufigsten werde sie bei "Mc Donalds" erkannt, sagt sie. Man gewöhne sich daran - mehr ist aus Marie zu diesem Thema nicht heraus zu holen. Ein Topmodel im Fastfood-Restaurant? Es ist nicht die einzige Eigenheit, die Marie von ihren Kolleginnen unterscheidet.
Seit 2009 betreibt Marie den Model-Job quasi hauptberuflich. Für sie habe sich durch die Show einiges verändert: "Mir wurden viele Türen geöffnet", sagt sie. Eine Sache war ihr besonders wichtig in der Klum-Sendung, in der die Zuschauer hin und wieder den Eindruck gewinnen können, dass junge Frauen weitgehend grundlos heulend über den Bildschirm getrieben werden - am Fernseher kann man sich dann entweder daran ergötzen oder Empathie für die Models in Ausbildung empfinden.
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Marie war in der Show eine Ausnahme: kein Lästern über die anderen Mädchen, kein Geheule vor der Kamera. "Ich bin froh, dass ich mich daran gehalten habe. So habe ich mich nicht zum Affen gemacht", sagt sie im Rückblick. Und tatsächlich scheint die junge Münchnerin nicht der Typ zu sein, der sein Innenleben in einer Prime-Time-Sendung mit Gewalt nach außen kehren möchte. Man könnte das als Glaubwürdigkeit bezeichnen.
Interessant an der 22-Jährigen ist nicht unbedingt ihr Model-Dasein. Beziehungsweise nicht in erster Linie. Frauen Anfang 20, die sich für bestimmte Labels vor Kameras räkeln und deren Fotos man dann in Hochglanz-Magazinen begutachten kann, hat das Land wahrlich genug. Zwar reizt Marie ihre Arbeit auch aus "inhaltlichen" Gründen, wie sie es nennt. Sie genieße die Teamarbeit, die das Modeln mit sich bringe. Besonders wichtig sind Marie zudem die Auslandserfahrungen, die sie sammelt, wann immer es geht.