"Das ist ein alarmierender Trend": Immer mehr Mädchen ziehen sich Alkoholvergiftungen zu.
Mädchen betrinken sich mittlerweile fast genauso oft exzessiv wie das auch junge Männer tun - das ist das Ergebnis einer Auswertung, die die Suchtberatungsstelle Condrobs in München vorgenommen hat. Unter 344 Jugendlichen, die in den vergangenen anderthalb Jahren wegen zu viel Alkoholkonsums in Münchner Kliniken gebracht wurden, waren 157 weiblich. Das sind 47 Prozent in einer Altersgruppe zwischen 12 und 17 Jahren. "Es gibt einen alarmierenden Trend", fasst Condrobs zusammen. "Es gibt mehr und mehr Mädchen mit Alkoholvergiftungen."
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Mädchen und Alkohol: "Wenn konsumiert wird, dann ist es meistens einzelnes starkes Rauschtrinken." (© Foto: ddp)
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Seit Dezember 2007 betreut Condrobs alkoholisierte Jugendliche im Rahmen des Programms "Hart am Limit" (Halt). Bei diesem Modellprojekt, das in vielen deutschen Städten läuft, kümmern sich Fachleute um solche Heranwachsende, die nach exzessivem Alkoholkonsum in ein Krankenhaus gebracht worden sind. Das besondere an München und bundesweit einmalig: Drei Kliniken in der Stadt kooperieren dazu mit Condrobs - kommt ein alkoholisierter Jugendlicher in das Krankenhaus, verständigt das Personal sofort einen Mitarbeiter des Suchthilfevereins. Dieser versucht, spätestens dann zur Klinik zu kommen, wenn die Eltern des Jugendlichen ihren Nachwuchs abholen. Wenn alle Beteiligten einverstanden sind, beginnt dann ein mehrstufiger Betreuungsprozess.
Keine tägliche Gewöhnung an Alkohol
Die ganz große Zunahme an Exzessen ist insgesamt allerdings nicht zu beobachten. Condrobs verweist auf bundesweite Zahlen, wonach im Jahr 2008 20,4 Prozent der Jugendlichen im Lauf des letzten Monats einmal stark getrunken hatten - 2004 waren das noch 22,6 Prozent. "Die meisten unserer Fälle kommen im Monat außerdem auf weniger als zehn Trinktage", sagt die therapeutische Leiterin bei Condrobs, Birgit Treml.
Und sie bezieht sich dabei auf jene Jugendlichen, die an einer Umfrage zu ihrem Trinkverhalten teilgenommen haben - nachdem sie zuvor alkoholisiert in eine Münchner Klinik gebracht worden waren. Aus ihren Zahlen entnimmt Treml auch: "Es gibt keine tägliche Gewöhnung an den Alkohol. Wenn konsumiert wird, dann ist es meistens einzelnes starkes Rauschtrinken."
Ein Großteil der Jugendlichen, die in die teilnehmenden Kliniken Harlaching, Schwabing und Rechts der Isar kommen, hat dabei einen Wert von etwa zwei Promille Alkohol im Blut. Vereinzelt seien auch mehr als drei Promille zu beobachten. "Aber es kommen auch welche, die nur 0,2 Promille haben und trotzdem steuerungsunfähig sind", sagt Birgit Treml. Das zeige auch, wie wenig manche Jugendliche an Alkohol gewöhnt seien.
In welcher Form Jugendliche Alkohol zu sich nehmen, hat sich dabei in den vergangenen Jahren erneut geändert. Die sogenannten Alcopop-Mischgetränke spielen kaum mehr eine Rolle. "Heute mischen die Jugendlichen ihre Getränke viel öfter selbst", sagt Tommy Beer von Condrobs. "Zum Beispiel Wodka mit Fruchtsäften." Gut 60 Prozent der Umfrage-Teilnehmer haben sich vor allem mit solchen Mischungen betrunken. Allerdings will auch Beer nicht überdramatisieren: "Viele von denen, die in die Klinik eingeliefert wurden, haben daraus ihre Lektion gelernt."
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(SZ vom 31.03.2009/pfau)
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Und die sinnvollen Konsequenzen wären?
Das ist genau das, was niemand verstehen will. Es war noch NIE anders , dass sich Jugendliche besoffen haben. Zu Großvaters Zeiten halt noch mit Selbstgebranntem,
zwischenzeitlich mal zusätzlich mit anderen Drogen, heute mehr mit Mischgetränken.
Aber dass es getan wurde, das ist fakt. Früher kamen die Alkoholleichen auch nicht
unbedingt auf die Intensivstation, sondern nüchterten an Ort und Stelle aus.
Daher wurde das statistisch auch nicht festgehalten.
Jetzt ists eben eine "erschreckende Entwicklung" , weil die Medien sagen es wäre eine.
Nur war es immer so und so wird es auch bleiben.
Leider gibts immer auch Jugendliche , denen das nicht bekommt, und welche , die sich tatsächlich tottrinken. Hört sich blöd an, aber es gibt eben immer Verluste.
Und? Was willst du uns damit nun sagen?
Du findest Reportagen über ein uraltes bayrisches Volksfest (das "größte" der Welt) wiederlich und magst auch nicht sehn wie sich Ballermanntouristen betrinken - was hat das aber alles mit den Jugendlichen zu tun?! Du kommst nicht auf den Punkt!
Ich denke nicht, dass ein Jugendlicher mehr zum Alkoholgenuss animiert wird wenn er nun Reportagen sieht oder nicht - ich denke es ist vielmehr eine Gruppendynamik die bei Jugendlichen ganz normal ist die den erhöhten Alkoholkonsum begünstigt! Neu ist daran aber nichts...
Was soll das ganze Gejammer über die Alkoholexzesse der Jugend??
Solange jedes Jahr auf´s Neue der Beginn des größten Alkoholexzesses, nämlich der Wies´n, medienwirksam mit der geballten Prominenz aus Medien und Politik groß in Szene gesetzt wird und dann auch 14 Tage mit leicht angesoffenen Moderatoren live übertragen wird, solange sind doch die ganzen Appelle an "die" Jugendlichen nur scheinheilig.
Und jetzt soll mir keiner mit dem dämlichen Spruch kommen, ja aber in Bayern ist Bier doch ein Grundnahrungmittel. Blödsinn!!
Genauso widerlich finde ich die immer mehr in Mode gekommenen "Reportagen" der ganzen privaten Krawallsender über stockbesoffene Leute auf irgendwelchen Volksfesten, das hat nichts mit Information und/oder Aufklärung zu tun, sondern ist billigste Effekthascherei damit die Quote stimmt.
@Sachsen-Paule: Da war neulich ein super Bericht auf dem ZDF. Da zeigten die Filmaufnahmen aus den 70ern... da waren lauter 12-14 Jährige auf einem Spielplatz sturzbesoffen. Und der Moderator meinte auch "ein neues Phänomen, immer mehr Jugendliche trinken sich besinungslos...".
Gabs also damals schon. Was es damals allerdings nicht gab waren die vielen die sich bis ins Krankenhaus saufen. Also entweder wir haben damals mehr vertragen oder wir waren etwas schlauer. Aber betrunken waren wir vor 20 Jahren genauso oft :). Egal ob Evjm oder Cvjm oder Fußballverein, Klassenfahrt.....
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