Noch immer eine Königin der Inszenierung, eine Domina des Pop: Im Münchner Olympiastadion zeigte Madonna eine Mega-Show - doch das war manchmal des Guten zu viel.
Der Münchner Olympiaberg ist bevölkert wie schon lange nicht mehr. Überall stehen am Dienstagabend auf dem Hügel Menschen, die sich kein teures Konzertticket leisten möchten - und die doch herüberblicken wollen ins Olympiastadion.
Durchkomponierte Bühnenshow: Madonna im Münchner Olympiastadion. (© Foto: ddp)
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Dort gastiert Madonna, der Star aus den USA, 51 Jahre alt und seit fast drei Jahrzehnten eine Showgröße. 35.000 wollen im Stadion wissen, was die Frau mit dem bürgerlichen Namen Madonna Louise Veronica Ciccone auf ihrer aktuellen Tournee bietet.
Nach einer ordentlichen Wartezeit - das Publikum wird ungeduldig - geht es um halb zehn Uhr los. Und Madonna spielt wie in all den Jahren zuvor mit den Klischees der Sexualität, mit den Utensilien der SM-Welt. Eine Domina würde nicht anders auf der Bühne erscheinen: Mit gespreizten Beinen, im schwarzen Outfit und Stiefeln, sitzt sie auf einem mit Brillianten besetzten Thron. In der Hand einen schwarzen Stock, mit dem sie herumfuchtelt. Der Song "Candy Shop" eröffnet die musikalische Darbietung.
19 Jahre war sie nicht mehr in München, nun hat sie es mit ihrer "Sticky & Sweet"-Tour doch noch geschafft. Auf den Rängen schauen ihr aufgestylte Blondinen mit Minikleid zu, es sind aber auch Familien, Madonna-Kopien und eine Gruppe der Hells Angels zu sehen.
Dass Madonna immer noch auf der Höhe der Zeit ist, hat sie mit ihrem jüngsten Studioalbum "Hard Candy" bewiesen; es wurde von den derzeit angesagten Produzenten Timbaland und Pharell Williams in die Welt gebracht. Die beiden Genies zeigt sie stolz in ihren Bühnenvideos vor. Mit virtuellen Sängern, zu denen auch Justin Timberlake gehört, trällert sie Duette. Dabei drängt sich der Verdacht auf, dass auch von Madonna selbst ein paar Vocals vom Band kommen. Während sich der Star in Szene setzt, bleibt die zwölfköpfige Band in den Seitenflügeln versteckt.
Madonna verzichtet auf viele alte Hits. Sie setzt auf neuere Songs, die dem breiten, älteren Publikum (geschätztes Durchschnittalter: 40 Jahre) zum Teil fremd sind.
Höhepunkt sind die mit R'n'B, HipHop und Funk angereicherten Stücke wie "Beat Goes On", "Four Minutes" oder "Give It To Me". Bei diesem Sound-Bombast spielt Madonnas Stimme nur eine Nebenrolle. Die kommt am besten bei ruhigeren Stücken wie "Miles Away" oder der Evita-Hymne "You must love me" zur Geltung.
So etwas wie Magie, oder was die Entertainmentindustrie dafür hält, gibt es an diesem Abend auch. Plötzlich stoppt der Madonna-Evergreen "Holiday" - und es kommt tatsächlich ein Michael-Jackson-Double auf die Bühne. Gestylt wie das kürzlich verstorbene Original tanzt ein Tänzer zu einigen "Jacko"-Songs. Das Publikum ist durchaus empfänglich für solche Einlagen, die als Tribut der "Queen of Pop" an den "King of Pop" durchgehen. Bei der Trauerfeier für den verstorbenen Musiker war noch ein Videobeitrag der in Europa tourenden Madonna avisiert worden, der dann nicht zu sehen war.
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Kapitalabzug aus Südeuropa
Die neueste Antwort
Der Erfolg von Madonn ist und bleibt für mich ein Rätsel: Lausige Retortenmusik, das meiste abgekupfert, der Rest von anderen geschrieben oder per Software generiert, peinliche Shows, die nur einem Zweck dienen, nämlich vom eigenen Untalent abzulenken, panische Angst vor dem Altwerden, was sie mit hochpeinlichen Turnübungen zu vertuschen versucht.
Ich wäre nicht erstaunt, wenn wir postum erfahren würden, dass sie noch nie einen Song selber geschrieben hat und auch ihr Gitarrenspiel gefaked war.
Alles schon mehrmals da gewesen.
unsexy, unerotisch, unweiblich und was noch schlimmer ist sie bedient nur sich selbst und nicht diejenigen die sie sehen wollen.
sie hätte vor 10 jahren aufhören sollen
wer nimmt einer 51 jährigen technoeinflüsse ab. es wird sich überall in jeder subkultur bedient ohne zuschauen was dahinter steckt. das wirkt arrogant und selbstgefällig.
aber was solls. sie hat kassiert und is wieder weg. am besten never come back
mein gott, ist das ein larmoyanter artikel, voller pseudokritischer phrasen.. "die frau mit den gespreizten beinen", wie abgeschmackt. jedermann und jedefrau weiß, dass madame ciccione eine diva ist, die klischees bedient und mit einer riesenmaschinerie durch die welt zieht und nicht unbedingt eine intime beziehung zu deutschland oder münchen pflegt. so what! man geht dorthin um eine ikone unserer zeit einen abend zu erleben. dass die musik bei ihrer technischen ausgefeiltheit live nie so geil klingen kann, ist doch auch klar.
madonna ist im wahrsten sinne des wortes cool, allein deswegen, weil sie viele spießer-klischees durchbrochen hat.
gut, dass sie das kleingeistige gemoser hier nicht im mindesten tangiert.
geht doch zum kelly-family-konzert, wenn ihr den m-konzern psychisch nicht verkraftet.
was habt Ihr denn alle erwartet? Dass sie jedem von Euch die Hand schüttelt und fragt, wie er das Konzert denn gerne gestalten will? Hallo - aufwachen!
Das war ne beeindruckende Show von vorne bis hinten.
Man kann aber auch wirklich immer alles zerpflücken bis ins kleinste...
Und dass der Sound im Olympiastadion überwiegend nicht der beste ist, sollte ja wohl bekannt sein mittlerweile.
Die absolute Krönung ist ja dann hier auch noch ein Leserkommentar, dass die Töne auf dem Olympiaberg schief rüber kamen und deswegen viele gegangen sind weil das ja eine Unverschämtheit sei.
Hallo, merkt ihr was? Das ist ja echt nicht zu fassen.
Ich für mich fand es eine geniale Show mit einer super Mischung aus alten und neuen Liedern und bin froh die Domina of Pop ;) endlich mal live gesehen zu haben.
Den Münchnern kann man es offensichtlich nie recht machen ;)
into the grave.
nuff said.
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