Luitpoldpark in Schwabing Bamberger Haus soll offenen Gartenpavillon bekommen

Die Augustiner Brauerei plant ein sogenanntes Salettl, eine Art offenes Gartenhaus mit Platz für 70 Personen.

(Foto: Stephan Rumpf)
  • Die Terrasse des neobarocken Schlösschens mit Restaurants, Festsaal und Biergarten im Schwabinger Luitpoldpark soll besser zur Geltung kommen.
  • Die Stadtteilpolitiker haben Bedenken angemeldet.
  • Die Neuplanung ist aber bereits mit der Stadtverwaltung und dem Denkmalschutz abgestimmt.
Von Ellen Draxel, Schwabing

Das Bamberger Haus, neobarockes Schlösschen mit Restaurants, Festsaal und Biergarten im Schwabinger Luitpoldpark, soll sein charmantes Äußeres künftig besser zur Geltung bringen können. Die Augustiner-Brauerei plant, den Garten rund um die denkmalgeschützte Villa umzustrukturieren. "Wir geben einen Haufen Geld aus, um den Blick auf das schöne Gebäude freizulegen und alles dort ordentlicher und stimmiger zu machen", sagt Martin Leibhard, Geschäftsführer des Augustiner-Bräu. Wie viel genau das Unternehmen investieren will, verrät der Chef aber nicht.

Stattdessen geht er ins Detail, wenn es ums konkrete Bauvorhaben geht. Die Schirmlandschaft auf der Terrasse, erklärt Leibhard, werde es in Zukunft so nicht mehr geben. Diesen Bereich soll ein "Salettl" im Garten mit Platz für etwa 70 Personen ersetzen. Als Salettl bezeichnet man in Österreich und Bayern kleine, meist offene Gartenhäuser und Pavillons. Außerdem sei vorgesehen, die Selbstbedienungstheke im Biergarten ein wenig zu vergrößern.

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"Momentan", so der Brauerei-Chef, "ist sie zu klein." Ansonsten verändere sich zum Status quo jedoch nicht viel, die Anzahl der Plätze bleibe annähernd gleich. "Es würde mich natürlich freuen, wenn wir durch diese Umstrukturierung mehr Umsatz machen würden." Aber er rechnet nicht wirklich damit. "Es werden ja schließlich nicht mehr Gäste, und die Bewirtung im Bamberger Haus läuft schon jetzt gut."

So positiv Leibhard die Veränderungen darstellt, so kritisch sehen sie Westschwabings Lokalpolitiker. Der Bezirksausschuss Schwabing-West hat das Vorhaben der Brauerei in seiner jüngsten Sitzung abgelehnt. Das Votum der Bürgervertreter basiert auf der Annahme, dass sich der Biergarten vergrößert und die Zahl der Besucher zunimmt. Als Folge dieser Einschätzung gehen die Stadtteilvertreter von einer "enormen Belästigung der umliegenden Wohnbevölkerung" aus, vor allem bei schönem Biergartenwetter.

Der Luitpoldpark, argumentieren sie, sei "ein ruhiger Ort für die Bevölkerung und sollte nicht durch Biergartengeräusch bis spät abends gestört werden". Bemängelt werden zudem die wenigen Auto- und Fahrradabstellplätze. Elf Radparkmöglichkeiten sieht der Antrag vor, der dem Bezirksausschuss zur Anhörung vorgelegt wurde - "viel zu wenig" aus Sicht der Lokalpolitiker.

Die Anhörung ist nur eine Formalie

Augustiner-Bräu-Geschäftsführer Martin Leibhard dagegen versichert, Anwohner hätten, da sich die Gästezahl ja nicht erhöhe, weder Lärmbelästigungen noch ein Parkchaos mangels zu weniger Stellplätze zu befürchten. "32 Parkplätze für Autos sind da. Und die Anzahl an Fahrrad-Abstellmöglichkeiten kam man bei Bedarf ohne weiteres erweitern."

Die Anhörung der lokalen Bürgervertreter ist im Genehmigungsprozedere vorgeschrieben, reduziert sich in diesem Fall aber wohl auf nicht viel mehr als eine Formalie. Denn laut Leibhard ist die Neuplanung für den Außenbereich des 1912 im Stil des fränkischen Barocks als Geschenk für den bayerischen Prinzregenten Luitpold errichteten Bamberger Hauses bereits mit der Stadtverwaltung und dem Denkmalschutz abgestimmt.

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