Lufthansa Neue Flügel für den Kranich

Die Lufthansa erneuert ihre City-Line-Flotte - durch größere Maschinen will sie den Engpässen entgegenwirken. Der Luftfahrtverband fordert den Ausbau des Münchner Flughafen.

Von Dominik Hutter

Die Lufthansa rechnet bereits 2007 mit gravierenden Engpässen am Münchner Flughafen - 2008 sei die Kapazität erschöpft. "Unser südliches Drehkreuz wird aber aufgrund seiner Attraktivität auch in Zukunft weiter wachsen", prophezeit Karl-Ulrich Garnadt, der München-Chef der Kranich-Linie.

Foto: Flughafen München

(Foto: Foto: Flughafen München)

Da die geplante und von der Lufthansa vehement geforderte dritte Start- und Landebahn frühestens 2011 in Betrieb gehen kann, setzt die Fluggesellschaft nun im Deutschland- und Europaverkehr auf größere Maschinen. Gestern wurde der erste von insgesamt zwölf neuen Jets für die City-Line getauft - auf den Namen "Pfaffenhofen an der Ilm".

"Wir müssen den Engpässen durch größere Maschinen entgegenwirken", betonte Lufthansa-Sprecherin Claudia Lange. Die neuen Maschinen des Typs Bombardier CRJ 900 können maximal 84 Passagiere mit Tempo 820 in bis zu 12 500 Meter Höhe mitnehmen - die Vorgänger des Typs CRJ 200, die nun bis Ende des Jahres ausgemustert werden, hatten nur 50 Plätze.

"Wir stehen zum Standort München"

Die City-Line-Verbindungen gelten als besonders wichtig für die Rolle Münchens als Drehkreuz: Sie "füttern" die im Moos startenden Interkontinentalmaschinen mit Passagieren aus ganz Europa. München und sein Umland allein hätten nicht genügend Potenzial, um täglich Maschinen nach Tokio, New York, Shanghai und Co. auf die Reise zu schicken.

"Wir stehen zum Standort München", versicherte Garnadt. Die Lufthansa, die zu 40 Prozent an Terminal 2 beteiligt ist, ist zusammen mit ihren Partner-Airlines für gut 60 Prozent des Münchner Passagieraufkommens verantwortlich und fliegt "MUC" mit Flugzeugen in verschiedenen Größenordnungen an - von der CRJ 200 bis zum großen Airbus 340-600 mit 345 Plätzen.

Im Forderungskatalog der Kranich-Linie für München taucht neben der dritten Bahn auch der "Satellit" auf, ein zusätzliches Abfertigungsgebäude auf dem östlichen Vorfeld, mit dem sich geschätzte 10 bis 15 Millionen Passagiere zusätzlich durchschleusen ließen. Nach SZ-Informationen wollen aber die Gesellschafter des Flughafens, Freistaat, Bund und Stadt, vor dem Bau neuer Gebäude erst einmal das Terminal 1 füllen, das derzeit nur zur Hälfte ausgelastet ist.

MUC konkurriert mit Paris, London und Amsterdam

Unterstützung für die Expansionspläne im Erdinger Moos kommt auch vom Luftfahrtverband "Barig", der die Interessen der in Deutschland tätigen Fluggesellschaften vertritt. "Der Ausbau Münchens hat für uns allerhöchste Priorität", erklärte Martin Gaebges, Generalsekretär der in Frankfurt angesiedelten Organisation, gestern im Münchner Presseclub.

MUC stehe nicht nur im Wettbewerb mit deutschen Flughäfen wie Frankfurt und Düsseldorf, sondern konkurriere inzwischen auch mit Paris, London und Amsterdam. "Der Standort München braucht weitere Wachstumsmöglichkeiten." Dazu sei es wichtig, die vorhandenen Geldmittel auf die wirklich wichtigen Projekte zu konzentrieren - und nicht jeden aufgegebenen Militärflugplatz zum hochsubventionierten, aber überflüssigen Regionalflughafen aufzumotzen.

Gaebges räumte allerdings ein, dass der durch eine weitere Bahn entstehende Fluglärm ein ernstes Problem ist. "Wir müssen Lösungen finden, um den Lärm zu minimieren." Die dritte Bahn wird im Umland des Flughafens sehr kritisch gesehen - die in einem Nachbarschaftsbeirat vertretenen Gemeinden haben sich bereits klar gegen die neue Piste ausgesprochen.