Veranstaltungen an der Isar Die Museumsinsel wird zum Szene-Treff

Auf zu neuen Welten: Der Kongresssaal des Deutschen Museums.

(Foto: Florian Peljak)
  • Der Kongresssaal des Deutschen Museums, früher ein wichtiger Veranstaltungsort in der Stadt, steht seit 2010 leer.
  • Kommendes Jahr soll er neu eröffnet werden, und die Resonanz auf das Konzept ist durchweg positiv.
  • Eine Szene-Gastronomin will sich engagieren, und für die Studenten der Technischen Universität gibt es ein "Makers Lab".
Von Birgit Lotze

Jimi Hendrix spielte hier, Millionen von Menschen guckten von Sesseln aus in die Sterne, Studenten experimentierten, die Modemesse Avantgarde schickte Models über die Laufstege: Der Kongresssaal des Deutschen Museums war über Jahrzehnte Ort für viele unterschiedliche Nutzungen. Bis 2010, als das Imax-Kino insolvent wurde.

Seitdem ist Schluss - nicht nur mit dem Multimix. Die hohen Türen an der Ludwigsbrücke blieben jahrelang ganz verschlossen. Eigentlich sollte der Kongresssaal zum neuen Münchner Konzertsaal ausgebaut werden, diese Pläne scheiterten. Jetzt ist klar: Werden die baurechtlichen Anforderungen gemeistert, soll es im Frühjahr 2017 wieder Veranstaltungen geben.

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"Der Kongresssaal hat diesen langen Leerstand nicht verdient", sagt Dieter Lang, Chef der Bauabteilung in der Museumsleitung. "Hier muss einfach wieder Leben entstehen." Szene-Gastronomen und -Veranstalter sollen den Saal und angrenzende Räume im Erdgeschoss für fünf Jahre als Zwischennutzer übernehmen. Das Imax im zweiten Stock bleibt geschlossen. Der Plan sieht einen Musik-Club vor, ein vegetarisches Restaurant mit Terrasse an der Isar und Kiosk - sowie eine Veranstaltungsfläche auf mehr als 800 Quadratmetern.

Den Bezug zum Museum schafft ein "Makers Lab" im oberen Stockwerk für Studenten der Technischen Universität. Die Resonanz auf das Konzept ist rundweg positiv - auch seitens der Stadt. Axel Wolfrum, Prokurist der Firma Location Broker, die große Veranstaltungsräume vermarktet und auch beim Kongresssaal verantwortlich ist, spricht von großen Anforderungen, aber auch "viel positivem Feedback".

Auch der Bezirksausschuss Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt, der sich dem Konzept jetzt widmete, zeigte sich aufgeschlossen. Er stellte die Forderung, der Biergarten müsse um 22 Uhr schließen. Darüber hinaus gehende Befürchtungen, das Projekt störe die Ruhe, wiegelte Wolfrum ab. Gerade beim Schallschutz gehe seine Firma sehr sensibel vor und scheue keine Kosten. Auch wurden um das gesamte Gebäude Mikrofone aufgestellt, um die Emissionen zu messen. Beim Kino-Open-Air am Königsplatz, das Wolfrum ebenfalls organisiert, gab es seit 2014 angeblich keine Beschwerde wegen Lärms - einzig das Resultat eines großen technischen Aufwands, meint Wolfrum.

Szene-Gastronomin will sich engagieren

Den Großteil der Fläche will die Szene-Gastronomin Sandra Forster übernehmen, die auch den ehemaligen Club "Kong" an der Prielmayerstraße mitbetrieb und mit vegetarisch-orientalischer Küche im "Kismet" und im "Kiss" an der Landsberger Straße präsent ist. Im Bezirksausschuss fiel positiv auf, dass sie im "Roecklplatz", ihrem Restaurant an der Isartalstraße, Jugendliche aus schwierigem Umfeld ausbildet. Forster will mit voraussichtlich vier Partnern den Club organisieren und das Restaurant mit Biergarten und Kiosk betreiben. Wolfrum konzentriert sich auf die Vermietung der Veranstaltungsfläche. Er kündigte Mietkonzessionen für Vereine "aus Kultur und Wissenschaft" an.

Auch sonst hatte Wolfrum einige Anregungen, an denen der Bezirksausschuss Gefallen fand. So will er Bienenhäuser aufs Dach des Gebäudes stellen, Kaffee zum Mitnehmen nur in der mitgebrachten oder gekauften Tasse ausschenken. Alkoholische Getränke sollen am Kiosk abends, wenn der Club geöffnet ist, teurer werden, Limo und Wasser jedoch nicht. Langfristig will das Deutsche Museum das Gebäude gerne selbst technisch und wissenschaftlich nutzen. Die Planung dafür laufe, spruchreif sei aber noch nichts, sagt Dieter Lang. "Wir mussten uns nach der Konzertsaal-Diskussion erst einmal sammeln."

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