Ludwigsvorstadt/Isarvorstadt Möglichst viel Grün

Auf dem Holzplatz soll man sich erholen können: Von mehr Sitzen, mehr Spielräumen, auch von einer kleinen Wiese zum Federballspielen ist die Rede.

(Foto: Stefanie Preuin)

Lokalpolitiker fordern Umgestaltung des Holzplatzes, notfalls zu Lasten von Parkplätzen

Von Birgit Lotze, Ludwigsvorstadt/Isarvorstadt

Auch wenn er im begehrten Glockenbachviertel liegt: Wirklich schön ist der Holzplatz, abgesehen von einigen umliegenden Bauten, nicht. Die Neugier der Passanten weckt nach wie vor die ehemalige "Klappe", ein denkmalgeschütztes Klohäuschen, das eng verbunden ist mit der Geschichte der Homosexualität in München. Doch auch dieses wurden nicht eigens für den Holzplatz gemacht: Das Pissoir, ein achteckiger Pavillon, war ursprünglich im Jahr 1900 auf dem Karlsplatz errichtet worden, später wurde es auf den Holzplatz versetzt.

Die Stadtviertelpolitiker haben den Holzplatz nun mit einer "Mischparkbucht" und einer "Tiefgaragenzufahrt" verglichen. Zur Grünfläche auf dem Holzplatz fielen Begriffe wie "Hunde-Erleichterungsraum", Abstellplatz für Schrotträder, ein "Gewirr" aus Hecken, Sträuchern und Bäumen. Der Unterausschuss Öffentlicher Raum und Mobilität hat sich in einer überfraktionellen Initiative dafür ausgesprochen, dass der Platz umgestaltet werden soll. Von der Stadtverwaltung erwartet man sich dafür Vorschläge. Ziel sei, möglichst viel Grünfläche zu gewinnen - nicht nur zum Anschauen, sondern auch zur freizeitlichen Nutzung. Die zehn Parkplätze, die zur Verfügung stehen, könnten wegfallen, sollten aber für Anwohner - vielleicht durch Umwidmung von Mischparkplätzen - möglichst ersetzt werden. Auch das denkmalgeschützte Klohäuschen will man in die Umgestaltung einbezogen wissen.

Der Bezirksausschuss (BA) Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt hatte sich im Sommer für eine Initiative eingesetzt, die als Zwischennutzer das Pissoir künstlerisch gestalten soll, solange kein dauerhafter Nutzer oder Pächter gefunden ist. Das ehemalige Herrenklo könnte also vorerst zum Kulturort werden, nachdem sich Initiativen immer wieder dagegen gewehrt hatten, dass aus dem Pavillon heraus Würstl oder Eis verkauft werden. Der Glockenbacher Verleger und Autor Martin Arz hat eine Street-Art-Aktion vorgeschlagen, bei der die Künstler einen Bezug zwischen Kunst und Ort herstellen. Der Name Holzplatz hat einen Bezug zur Flößerei. Früher wurden von dort zur benachbarten Westermühle Holzstämme gedriftet.

Die Lokalpolitiker wünschen sich insgesamt mehr Raum zur Erholung auf dem Holzplatz. Auch Kinder sollen Platz zum Spielen bekommen, im Ausschuss war von einer kleinen Wiese zum Federballspielen die Rede. Auch sollen Sitzgelegenheiten geschaffen und der Rand zur Fahrbahn für Fußgänger verbreitert werden. Für eine sinnvolle Umgestaltung könnten auch Parkplätze wegfallen, womöglich sogar alle, hieß es im BA. Baumfällungen seien nicht erwünscht.