Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt Stadtrat billigt Pläne für Hochhaus am Hauptbahnhof

Der Büroturm an der Nordseite ist der erste Schritt der völligen Neugestaltung des Hauptbahnhofs.

(Foto: Simulation: Auer Weber)
  • Der Planungsausschuss des Stadtrats hat die Pläne für ein 69 Meter Hochhaus auf dem Gelände des Starnberger Flügelbahnhofs gebilligt.
  • Es ist der erste Schritt für die Umgestaltung des ganzen Komplexes, die bis zu zwölf Jahre dauern dürfte.
Von Alfred Dürr

Mit dem Neubau des Hauptbahnhofs geht es einen großen Schritt voran. Der Planungsausschuss des Stadtrats hat am Mittwoch die rechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen, ein Hochhaus auf dem Gelände des Starnberger Flügelbahnhofs an der Arnulfstraße zu errichten.

Dort soll ein Komplex entstehen, zu dem auch ein 69 Meter hoher Büroturm gehört. Das ist eine der ersten Maßnahmen bei der Umgestaltung des Bahnhofs zu einem Zentrum mit Geschäften und Büros. Nach dem Entwurf des Architektenbüros Auer Weber soll das oberste Stockwerk des Turms auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Bahn plant S-Bahn-Halt am Hauptbahnhof um

Ursprünglich sollten die Bahnsteige der zweiten Stammstrecke in 40 Metern Tiefe unter dem geplanten Zugangsbauwerk liegen. Nun werden sie nach Westen verschoben - das sei einfacher zu bauen. Von Andreas Schubert mehr ...

Zunächst war ein Gebäude mit bis zu 85 Metern Höhe geplant. Vor allem Denkmalschützer befürchteten massive Beeinträchtigungen der Altstadt-Silhouette; der damalige Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) sprach gar von einem Schaden für das Erscheinungsbild der Innenstadt. Nach der Überarbeitung des Entwurfs verstummte die Kritik in der Stadtgestaltungskommission.

Paul Bickelbacher (Grüne) hält eine dichte Bebauung an der Arnulfstraße für sinnvoll, forderte am Mittwoch aber, auch Platz zum Abstellen von mindestens 1300 Fahrrädern zu schaffen. Insgesamt sollten im Umfeld des neuen Hauptbahnhofs 5000 solcher Stellplätze vorhanden sein. Noch ist nicht geklärt, wo neue Radl-Parkhäuser entstehen könnten.

Michael Mattar (FDP) sagte, chaotische Fahrrad-Verhältnisse müssten vermieden werden. Heute lägen viele Räder am Bahnhof herum und behinderten Fußgänger. Außerdem ist es für ihn ein Wermutstropfen, dass der Neubau des Hauptbahnhofs zehn bis zwölf Jahre dauert.

Mehr als Geld und Glitzer

In der Münchner Innenstadt bestimmt oft der Kommerz den Takt der Entwicklung. Doch die bauliche Veränderung bietet auch Chancen, Fehler zu korrigieren. Ein Architekturspaziergang. Von Alfred Dürr (Texte), Robert Haas (Fotos) und Martin Moser (Video) mehr...