LesenAcht Münchner Bibliotheken, die Sie gesehen haben sollten

Von Stabi zur Monacensia, vom Historicum nach "Hogwarts": Hier gibt es Lesestoff ohne Ende in sehenswerten Gebäuden.

Von Franziska Schwarz

Bayerische Staatsbibliothek – Die Große

Das muss man mitbringen: Kleingeld fürs Schließfach und eine durchsichtige Plastiktüte, um dem Pförtner am Drehkreuz zum Großen Lesesaal zu beweisen, dass man nichts Verbotenes, wie etwa Essen oder Getränke, mit hineinnimmt.

Das bekommt man: Mehr als zehn Millionen Bände, 1060 Sitzplätze in mehreren Lesesälen und kostenloses Wlan. Die "Stabi" (eigentlich nennt niemand die 1558 gegründete Hofbibliothek des Herzogs Albrecht V. anders) hat fast zwei Millionen Bücher digitalisiert - in Deutschland bislang einzigartig. Sie ist nach der British Library in London die zweitgrößte Zeitschriftenbibliothek Europas: Aktuell sind es etwa 58 500 Publikationen. Seit 1663 müssen von jedem in Bayern erscheinenden Druckwerk zwei Exemplare an das Haus abgeliefert werden.

Das merkt man sich: Weil die Stabi trotz der vielen Plätze oft überlastet ist, gibt es strenge Regeln. Wenn ein Besucher länger fort ist, legen die Mitarbeiter eine gelbe Karte auf seinen Platz. Nach einer Stunde folgt die rote Karte und der Platz wird geräumt. Die Stabi gilt außerdem als Studenten-Partnerbörse. Vor einigen Jahren wurde auch auf der Facebook-Seite "Spotted: Stabi" geflirtet. Inzwischen hat die Seite ihre beste Zeit hinter sich. Am Eingang des Gebäudes im Stil der Frührenaissance stehen Statuen der vier Gelehrten Thukydides, Homer, Aristoteles und Hippokrates. Innen stehen Automaten mit Kaffee oder Ohrstöpseln.

(Ludwigstraße 16, Montag bis Freitag 10 bis 19 Uhr, Allgemeiner Lesesaal täglich 8 bis 24 Uhr, Tel. 089/286382322)

Bild: Stephan Rumpf 31. Oktober 2017, 16:162017-10-31 16:16:23 © SZ.de/sekr