Leinenzwang Angst vor Hunden an der Isar

Münchner Hunde müssen seit Kurzem vorsichtshalber an die Leine - innerhalb des Altstadtrings. Doch auch Wald- oder Isar-Spaziergänger fürchten sich vor den Tieren. Der Sendlinger Bezirksausschuss will die Leinenpflicht nun erweitern.

Von Julian Raff

Die "neue Münchner Linie" im Umgang mit Hunden bringt Bewohnern des 19. Stadtbezirks, die sich von den Vierbeinern belästigt oder bedroht fühlen, wenig. Mit Beginn der warmen Jahreszeit fühlen sich Spaziergänger in den Isarauen, am Hinterbrühler See oder im Sendlinger Wald offenbar von einer zunehmenden Menge freilaufender Hunde bedrängt und machen ihrem Ärger beim zuständigen Bezirksausschuss (BA) 19 Luft.

Die vom Kreisverwaltungsausschuss vergangene Woche beschlossene Leinenpflicht für große Hunde greift hier, weit außerhalb des Altstadtrings, nicht. Der BA appelliert daher vorerst an alle Hundehalter, ihre Tiere aus Rücksicht auf andere Erholungssuchende freiwillig an die Leine zu nehmen, zumindest bei Hochbetrieb in den Grünflächen. Außerdem erinnert der Ausschuss ausdrücklich an die zum Schutz der Wasservögel geltende Leinenpflicht im Gebiet um den Hinterbrühler See.

An die Leine sollen Hunde künftig auch im Südpark, beziehungsweise im Sendlinger Wald nördlich der Boschetsrieder Straße. Der BA plant hier für die nächste Sitzung einen Antrag ans KVR. Der BA-Vorsitzende Hans Bauer äußerte in diesem Zusammenhang sein Unverständnis, über den jüngsten Vorschlag, sämtliche städtischen Spielplätze einzuzäunen.

Die skandinavischen Länder, so Bauer, gingen mit großem Erfolg den umgekehrten Weg, indem sie in den Städten eingezäunte Freilauf-Zonen für Hunde auswiesen. Außerhalb dieser gilt dann die Leinenpflicht ohne Ausnahme.

Dass selbst Einfriedungen um die Spielflächen nicht jeden Hundebesitzer abhalten, zeige das Beispiel des neuen Abenteuerspielplatzes bei den Thalkirchner Isargärten, wo, laut Hans Bauer, bereits einige besonders uneinsichtige Zeitgenossen mit ihren Tieren gesichtet worden seien.