"Jeder Satz ist falsch": Der Neffe der ermordeten Parkhaus-Millionärin ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Bei der Urteilsverkündung kam es zum Tumult.
"Das ist falsch, jeder Satz ist falsch", rief der Angeklagte dem Vorsitzenden Richter zu, als dieser das Urteil verkündete. Wegen Mordes an seiner Münchner Tante Charlotte Böhringer ist Benedikt T. zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Damit ist Münchens längster Indizienprozess zu Ende.
Nach 15-monatigem Indizienprozess zu lebenslanger Haft verurteilt: Benedikt T. (© Foto: Hess)
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Das Münchner Schwurgericht sah es als erwiesen an, dass der 33- Jährige im Mai 2006 die Parkhaus-Millionärin in deren Penthouse heimtückisch und aus Habgier erschlagen hatte. Benedikt T. soll nach einem Zerwürfnis mit der vermögenden Witwe seine Enterbung gefürchtet haben.
Bei der Urteilsverkündung kam es zu tumultartigen Szenen. Wachmänner hinderten den 33-Jährigen, der seit seiner Festnahme ununterbrochen in Untersuchungshaft sitzt, den Saal zu verlassen. Auch aus dem Publikum kamen Protestrufe.
"Sie machen sich mitschuldig, dass der Mörder frei herumläuft", rief der jüngere Bruder des Angeklagten dem Richter zu. Rund drei Dutzend Zuschauer verließen den vollbesetzten Schwurgerichtssaal, auch einer der Anwälte stand auf und verließ den Raum.
Mit dem Schuldspruch wurde sein Erbanteil für verfallen erklärt. Das Erbe würde damit an den Staat fallen, sofern keine Revision beim BGH eingelegt wird. Allerdings haben die Anwälte bereits Revision angekündigt. "Wir müssen uns neu sortieren. Dass das Urteil angefochten wird, steht außer Frage", sagte Anwalt Stefan Mittelbach nach dem Urteil des Münchner Schwurgerichts.
"Ich bin bestürzt, dass das Gericht über ganz zentrale Themen insbesondere der letzten Tage hinweggegangen ist beziehungsweise diese gegenteilig gewertet hat." Das Gericht habe Spekulationen angestellt, wie er sie aus Strafprozessen nicht kenne.
Die Richter sahen bei Benedikt T. eine besondere Schwere der Schuld. Sie folgten damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Angeklagte hatte in dem Indizienprozess die Tat stets bestritten.
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Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld
Die neueste Antwort
12.08.2008 14:18:36
LisaSonnabend (sueddeutsche.de): schrieb: "@oildrum
Der Beitrag wurde aktualisiert und ergänzt, der Titel deswegen geändert. "
Und wo sind die ganzen Statements zum ursprünglichen Beitrag geblieben? Sind die gelöscht worden oder gibt es die Seite noch irgendwo? Bitte um Aufklärung
Der Tumult wurde provoziert durch die offenkundig seit längerem schon vorformulierte Urteilsbegründung und die Art, wie darin die Ergebnisse einer 2-jährigen Verhandlung verdreht und verfälscht wurden.
Das Gericht schreckte dabei nicht zurück, Lücken in der Indizienkette phantasievoll mit eigenen Darstellungen zu füllen und diesen durch ihre Vortragsweise den Status von erwiesenen Tatsachen zu geben. So wurde nicht nur genau beschrieben, wo und wie Bence T. sich für die Tat vorbereitete, sich in seinem Auto versteckt hielt usw., sondern auch sehr detailliert erläutert, was er dabei dachte und welche Überlegungen er anstellte bzgl. seiner Linkshändigkeit, dem Öffnungswinkel der Wohnungstür der Tante u.v.m.
Woher weiß man das alles ? Wie kann ein Gericht mit solchen Mutmaßungen ein Urteil begründen? Ein Urteil auf Lebenslang ?
Ich bin juristischer Laie, aber was da geboten wurde, empfand ich als Beleidigung der Öffentlichkeit. Ganz zu schweigen von dem Schrecken für Bence T., für seine Verwandten, seine Freunde.
Hier ein Beispiel:
In der Handtasche neben der Leiche der Tante fand man nur einen kleineren Geldbetrag, während Bence T. bei seiner Vernehmung zwei oder drei 500EUR Geldscheine bei sich trug.
Beweiskraft für das Gericht in der Urteilsbegründung: schuldig
Begründung: Bei Ausübung der Tat entwendet, Geldgier
In der Küche der Wohnung der Ermordeten fand man eine weitere Geldbörse mit ca. 1600 Schweizer Franken, während Bence T. keine Franken bei sich trug.
Beweiskraft für das Gericht in der Urteilsbegründung: schuldig
Begründung: Durch die Tat wähnt sich der Angeklagte jetzt reich und hat es damit nicht mehr nötig, weiteres Bargeld aus der Wohnung an sich zu nehmen.
Was soll das ? Was will man uns hier für eine Story verkaufen ?
Durch solche, an den Haaren herbeigezogenen Erklärungen entsteht zwangsläufig der Eindruck, dass es dem Gericht nicht darum ging, Schuld zu beweisen, sondern vielmehr darum, eine Geschichte irgendwie um fragwürdige Indizien herum zu inszenieren, die Bence T. als Täter möglich macht und in der Konsequenz dessen Verurteilung rechtfertigt.
Dabei werden Indizien, die genau das Gegenteil belegen, großzügig vom Gericht außer Acht gelassen. Die Linkshändigkeit bzw. mögliche Rechtshändigkeit wird je nach Bedarf als Beweis oder Nicht-Beweis gewertet wie auch die unterschiedliche Belastbarkeit von DNA Spuren.
Mal sind diese zwingender Beweis im Sinne der Anklage, mal eben auch unrelevant, so der vorsitzende Ri
.....
Mal sind diese zwingender Beweis im Sinne der Anklage, mal eben auch unrelevant, so der vorsitzende Richter, wenn im Sinne der Verteidigung. Man weiß dann halt nicht, wie diese Spuren dahin gekommen sind, pasta.
Ist eben dumm gelaufen, so auch der Kommentar eines Sachverständigen während einer früheren Beweisaufnahme.
Ich kann nur hoffen, dass Bence T. und alle seine Freunde und Verwandten genug Kraft haben, den Weg der Revision zu gehen und dabei mit ihren Anwälten auf Richter treffen, die fachlich kompetent, neutral und unvoreingenommen dieses Urteil prüfen und revidieren werden.
Der Tumult wurde provoziert durch die offenkundig seit längerem schon vorformulierte Urteilsbegründung und die Art, wie darin die Ergebnisse einer 2-jährigen Verhandlung verdreht und verfälscht wurden.
Das Gericht schreckte dabei nicht zurück, Lücken in der Indizienkette phantasievoll mit eigenen Darstellungen zu füllen und diesen durch ihre Vortragsweise den Status von erwiesenen Tatsachen zu geben. So wurde nicht nur genau beschrieben, wo und wie Bence T. sich für die Tat vorbereitete, sich in seinem Auto versteckt hielt usw., sondern auch sehr detailliert erläutert, was er dabei dachte und welche Überlegungen er anstellte bzgl. seiner Linkshändigkeit, dem Öffnungswinkel der Wohnungstür der Tante u.v.m.
Woher weiß man das alles ? Wie kann ein Gericht mit solchen Mutmaßungen ein Urteil begründen? Ein Urteil auf Lebenslang ?
Ich bin juristischer Laie, aber was da geboten wurde, empfand ich als Beleidigung der Öffentlichkeit. Ganz zu schweigen von dem Schrecken für Bence T., für seine Verwandten, seine Freunde.
Hier ein Beispiel:
In der Handtasche neben der Leiche der Tante fand man nur einen kleineren Geldbetrag, während Bence T. bei seiner Vernehmung zwei oder drei 500EUR Geldscheine bei sich trug.
Beweiskraft für das Gericht in der Urteilsbegründung: schuldig
Begründung: Bei Ausübung der Tat entwendet, Geldgier
In der Küche der Wohnung der Ermordeten fand man eine weitere Geldbörse mit ca. 1600 Schweizer Franken, während Bence T. keine Franken bei sich trug.
Beweiskraft für das Gericht in der Urteilsbegründung: schuldig
Begründung: Durch die Tat wähnt sich der Angeklagte jetzt reich und hat es damit nicht mehr nötig, weiteres Bargeld aus der Wohnung an sich zu nehmen.
Was soll das ? Was will man uns hier für eine Story verkaufen ?
Durch solche, an den Haaren herbeigezogenen Erklärungen entsteht zwangsläufig der Eindruck, dass es dem Gericht nicht darum ging, Schuld zu beweisen, sondern vielmehr darum, eine Geschichte irgendwie um fragwürdige Indizien herum zu inszenieren, die Bence T. als Täter möglich macht und in der Konsequenz dessen Verurteilung rechtfertigt.
Dabei werden Indizien, die genau das Gegenteil belegen, großzügig vom Gericht außer Acht gelassen. Die Linkshändigkeit bzw. mögliche Rechtshändigkeit wird je nach Bedarf als Beweis oder Nicht-Beweis gewertet wie auch die unterschiedliche Belastbarkeit von DNA Spuren.
Mal sind diese zwingender Beweis im Sinne der Anklage, mal eben auch unrelevant, so der
Ich gebe Ihnen vollkommen recht; mein Beitrag war auch nicht als Kritik an Ihnen gemeint. Die von der SZ praktizierte Zensur schießt aber m. E. über das Ziel hinaus und schadet der Meinungsbildung. Umso schlimmer, wenn sie dann noch ungleichmäßig gehandhabt wird.
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