Eheprobleme auch bei Schwulen und Lesben: Seit der Einführung der Homo-Ehe vor gut vier Jahren sind in München zahlreiche Verbindungen wieder aufgehoben worden.

Rund 250 homosexuelle Paare hätten sich in München nach seiner Kenntnis seit dem 1. August 2001 als Lebenspartnerschaft eintragen lasen, sagte der Präsident des Münchner Amtsgerichts, Gerhard Zierl. Der überwiegende Anteil der Partnerschaften sei von Männern eingegangen worden. Etwa 25 Paare hätten die Verbindung seitdem wieder gelöst. "Für die Richter seien Trennungen von homo- und heterosexuellen Paaren gleichermaßen Routine.

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"Die erste Trennung kam etwa nach einem Jahr", berichtete der Gerichtspräsident. Das sei auch der erstmögliche Zeitpunkt gewesen, denn auch bei Homosexuellen gilt vor einer Aufhebung der Lebenspartnerschaft der Grundsatz, dass das Paar ein Jahr lang getrennt gewesen sein muss. Ihre Trennungs-Auseinandersetzungen vor dem Familiengericht seien ganz ähnlich wie in Ehen zwischen Männern und Frauen. "Vorrangige Streitpunkte sind Hausrat und Wohnung, darüber wird genauso hart gestritten wie bei Ehegatten." Ein wesentlicher Unterschied sei das Tempo der Scheidung. "In aller Regel geht es bei den Homosexuellen schneller als bei Ehegatten, weil sie sich oft sehr rasch über die Trennung einig sind." Den Hauptgrund dafür sieht der Amtsgerichtspräsident darin, dass die Homosexuellen-Ehen erst vergleichsweise kurz bestehen. "Deshalb wurden meist noch nicht so viele Vermögenswerte gemeinsam angeschafft, um die man streiten kann - es ist ein Unterschied, ob man zwanzig oder zwei Jahre zusammen gelebt hat."

Lesben und Schwule können seit August 2001 ihre Partnerschaft registrieren lassen. Bayern ging dabei einen Sonderweg. Anstatt zum Standesamt müssen Homosexuelle im Freistaat aber zu einem Notar gehen. Das Lebenspartnerschaftsgesetz wurde inzwischen nochmals ergänzt, so dass Schwule heute bei der gegenseitigen Unterhaltspflicht und der Erbschaftssteuer gleichgestellt sind. Auch haben ausländische Lebenspartner ein Zuzugsrecht. Über einen Missbrauch wie bei heterosexuellen Ehen sei ihm nichts bekannt, sagte Gerhard Zierl.

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(SZ vom 2.1.2006)